Dinkelsbühl: Feier für Geflüchtete verschiedener Nationen vor Weihnachten | FLZ.de

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Veröffentlicht am 12.12.2024 11:00

Dinkelsbühl: Feier für Geflüchtete verschiedener Nationen vor Weihnachten

Bescherung im kleinen Schrannensaal: Für die Kinder gab es bei der Weihnachtsfeier des Helferkreises Geschenke. (Foto: Martina Haas)
Bescherung im kleinen Schrannensaal: Für die Kinder gab es bei der Weihnachtsfeier des Helferkreises Geschenke. (Foto: Martina Haas)
Bescherung im kleinen Schrannensaal: Für die Kinder gab es bei der Weihnachtsfeier des Helferkreises Geschenke. (Foto: Martina Haas)

Weihnachten, das ist ein Fest der Hoffnung und des Friedens. Diesen Gedanken hat Monika Hoenen, Sprecherin des Dinkelsbühler Helferkreises, in der Weihnachtsfeier für geflüchtete Menschen aufgegriffen, bei der rund 120 Kinder, Frauen und Männer verschiedenster Nationen zusammenkamen.

Der kleine Schrannensaal war fast voll besetzt. Ausgerichtet wurde die Feier für Geflüchtete, die in Dinkelsbühl und Schopfloch untergebracht sind. Die Tische waren traditionell dekoriert mit Tannengrün und Christbaumschmuck, Plätzchen und Mandarinen. Das lange Buffet hingegen war international, bestückt mit Speisen aus den jeweiligen Herkunftsländern.

Päckchen mit Namen für alle Kinder

Auf der Empore gab es ein Kinderprogramm, aber am meisten freuten sich die Mädchen und Jungen auf die Bescherung am großen Christbaum. Rund 50 Päckchen hatten die Ehrenamtlichen der Helferkreise Dinkelsbühl und Schopfloch in Geschenkpapier gehüllt. Und damit es zu keinen Verwechslungen kam, klebte auf jedem noch der Name und das Alter eines Kindes.

Dinkelsbühls zweiter Bürgermeister Georg Piott bekannte nach der Bescherung: „Das Leuchten in den Kinderaugen ist für mich Weihnachten.“ Er drückte seine Hoffnung aus, die Mädchen und Jungen mögen mit ihren Familien in Dinkelsbühl in Frieden aufwachsen.

Bezug zu Sturz des Diktators Assad in Syrien

Zuvor hatte er mit Mitgliedern des Helferkreises im Chor einige Weihnachtslieder gesungen. Im Repertoire war selbstredend auch der Dinkelsbühler Klassiker „Ihr Kinderlein kommet“. Am E-Piano spielte Oksana Vlasenko, die an Musikschulen in Herrieden und Bechhofen unterrichtet.

Monika Hoenen gab den Menschen im Saal die Hoffnung auf Frieden in ihren Herkunftsländern mit auf den Weg, übersetzt ins Arabische, Persische und Ukrainische. Syrien erlebe derzeit einen „historischen Moment der Hoffnung auf Frieden“, ging sie auf die aktuelle Situation nach dem Sturz des Diktators Assad ein.

Der Bürgerkrieg in Syrien war 2015 einer der Hauptgründe für die Flucht vieler Menschen nach Deutschland. In der Folge bildeten sich auch in Dinkelsbühl, Schopfloch und Wilburgstetten Helferkreise, die innerhalb kurzer Zeit den Geflüchteten bei den ersten Schritten der Integration zur Seite standen. Das ist bis heute so geblieben.

Rund 30 aktive Ehrenamtliche unterstützen Geflüchtete

„Integration ist nicht in einem Jahr geschafft“, stellte Hoenen gegenüber der FLZ fest. Um den ankommenden Menschen zur Seite zu stehen, gibt es in Dinkelsbühl einen Kreis von etwa 30 Aktiven. Daneben stünden im Hintergrund aber weitere Ehrenamtliche bereit, berichtet die Sprecherin, die immer dann mitmachen, wenn Hilfe notwendig ist. Außerdem gebe es auch eine sehr intensive Kooperation mit den benachbarten Helferkreisen in Schopfloch und Wilburgstetten, so wie beispielsweise jetzt bei der Organisation der Weihnachtsfeier.

Von der Stadt Dinkelsbühl fühlen sich die ehrenamtlichen Integrationshelfer gut und produktiv unterstützt, meinte Hoenen. Kräftezehrend seien allerdings die politischen Debatten. Sie wünscht sich, dass die Thematik „aus dem Notfallmodus in eine vernünftige strukturelle Politik“ mündet. So habe sie hin und wieder das Gefühl, dass gegen die Helferkreise gearbeitet werde, die dann die „Scherben zusammenkehren müssen“.

Ein Wunsch für die Arbeit der Ehrenamtlichen vor Ort wäre es, „wenn wir in die Informationen einbezogen werden würden und als Partnerinnen und Partner gesehen würden.“

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