Wer gibt Menschen mit Migrationshintergrund in der Gesellschaft eine Stimme? In Ansbach vertritt der Integrationsbeirat der Stadt ihre Interessen. Am 20. Juni können die Frauen und Männer dessen Mitglieder wieder wählen. Derzeit sucht das Gremium nach Kandidatinnen und Kandidaten. Aber es gibt noch mehr zu planen.
Bei der Wahl können Menschen ab 18 Jahren kandidieren, die ihren Hauptwohnsitz mindestens drei Monate in Ansbach haben. Solche wollen die Vorsitzende des Beirats, Villy Wiegel (73), und die Integrationsbeauftragte der Stadt, Iryna Savchenko (62), gewinnen. Aus dem derzeitigen Beirat stellen sich nach jetzigem Stand erneut einige bereit, wie Iryna Savchenko sagt. Die genaue Zahl sei noch nicht bekannt.
Unter anderem tritt Villy Wiegel wieder an. 2004 in den Integrationsbeirat – damals noch Ausländerbeirat – eingezogen, steht sie dem Gremium seit 2012 vor. Ab 2007 war sie stellvertretende, ab 2010 kommissarische Vorsitzende.
Der Integrationsbeirat vertritt die Belange der Ausländerinnen und Ausländer, Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler, Deutschen mit Migrationshintergrund und Geflüchteten, die in Ansbach leben, gegenüber der Stadtverwaltung und dem Stadtrat.
„Der Integrationsbeirat setzt sich dafür ein, dass kein Mensch wegen seiner Staatsangehörigkeit, seiner Sprache und Herkunft, seiner religiösen oder politischen Anschauung bevorzugt oder benachteiligt wird”, teilt die Stadt mit. Mindestens dreimal im Jahr kommt das Gremium zu öffentlichen Vollversammlungen zusammen.
In Sachen Kandidierende werben Villy Wiegel und Iryna Savchenko genauso um Menschen mit Erfahrung wie um jüngere Leute. Auch von den Nationalitäten und Geschlechtern solle die Liste gut gemischt sein. Deshalb wünschen sich beide wie schon vor vier Jahren, dass sich gerade auch Männer bewerben.
Die Wahlperiode dauert gemäß den Statuten vier Jahre. Früher waren es einmal drei Jahre. Die Wahl ist am Samstag, 20. Juni, im Kunsthaus Reitbahn 3. Eine Briefwahl ist nicht vorgesehen. Der Integrationsbeirat besteht in Ansbach noch aus 18 gewählten und stimmberechtigten Mitgliedern.
In der neuen Wahlperiode sollen es nun wie früher 15 sein. Diesen Punkt bespreche das Gremium am Donnerstag in der Vollversammlung, legt Iryna Savchenko dar. Der Grad dessen, wie aktiv das gesamte Gremium ist, sei durch die höhere Zahl der Mitglieder nicht gestiegen.
Neben den gewählten und stimmberechtigten Mitgliedern gehören dem Beirat ungefähr 20 beratende Mitglieder an, darunter drei Stadtratsmitglieder. Außerdem gibt es vier Ehrenmitglieder, die ebenfalls sehr aktiv sind, wie Iryna Savchenko betont. Egal ob stimmberechtigt oder beratend: Im Integrationsbeirat „werden alle mit einbezogen, wenn etwas besprochen wird“, hob Villy Wiegel schon vor vier Jahren hervor.
Eine der großen Veranstaltungen, bei denen der Beirat verantwortlich ist, sind die Interkulturellen Wochen. Von 20. September bis 12. Oktober liefen sie in der Stadt unter dem bundesweiten Motto „Dafür!“. Derzeit bereitet sich das Gremium erneut auf die Internationalen Wochen gegen Rassismus vor. Diese finden in Ansbach Ende März statt.
Sich im Integrationsbeirat zu engagieren, bedeutet für Villy Wiegel, Menschen mit Migrationshintergrund zu repräsentieren. Sie erhalte oft Anfragen von Menschen, die sie um Hilfe ersuchten. Sie verweise sie an Iryna Savchenko als Integrationsbeauftragte, die den Kontakt zu Behörden herstelle. Für diese ist im Integrationsbeirat entscheidend, dass man Vorurteile abbaue und Verständnis für Menschen mit Migrationshintergrund wecke.
Wer für den Integrationsbeirat der Stadt Ansbach kandidieren möchte, kann sich bis 17. April via Telefon und E-Mail melden. Iryna Savchenko ist über die Nummer 0981/51367 und die Adresse iryna.savchenko@ansbach.de erreichbar.