Die CSU-Fraktion im Dinkelsbühler Stadtrat schrumpft weiter. Jetzt hat Bürgermeisterin Nora Engelhard ihren Austritt erklärt. Sie wechselt in die neue Fraktion Dinkelsbühl Gemeinsam Gestalten (DGG), die damit auf vier Mitglieder wächst. Um CSU-Fraktionsvorsitzenden Klaus Huber scharen sich noch drei Stadträte und eine Stadträtin.
Nora Engelhard erklärt gegenüber der Fränkischen Landeszeitung, dass sie sich „mit bestimmten Entwicklungen” in der CSU-Fraktion schwer tue. „Persönliche Interessen und der Kommunikationsstil haben aus meiner Sicht eine Grenze überschritten”, stellt sie fest. Politische Zusammenarbeit erfordere aber „Vertrauen, Klarheit und Integrität”. Und weiter: „Wenn diese Grundlagen nicht gegeben sind, ist ein glaubwürdiger Auftritt nach außen, für mich jedenfalls, nicht möglich”, sagt die Stadträtin, die seit 2020 das Amt der ersten Stellvertreterin des Oberbürgermeisters innehat.
Dinkelsbühls OB Dr. Christoph Hammer weilt derzeit im Urlaub. Sie habe ihn bereits vor einigen Tagen über ihren Schritt informiert. Eine Rückmeldung habe sie von ihm allerdings nicht erhalten, berichtet sie im FLZ-Gespräch. Auch ihre Stadtratskolleginnen und -kollegen hat sie über ihre Entscheidung informiert. Sie bleibe auch künftig bereit, „inhaltlich mit allen zu arbeiten, die an einer sauberen, lösungsorientierten kommunalen Politik interessiert sind – jenseits persönlicher Befindlichkeiten oder geschäftlicher Eigeninteressen”, versichert Engelhard.
Sie stellt aber auch klar: „Ich werde mich nicht an einer politischen Inszenierung beteiligen, die das überdeckt und ignoriert.” Engelhard stellt sich auf die Seite der drei früheren CSU-Fraktionsmitglieder Florian Schneider, Andreas Schirrle und Florian Zech: Deren Austritt sei kein „impulsiver Schritt” gewesen, „sondern das Ergebnis vieler gescheiterter Versuche, Dinge intern zu klären.” Die Entscheidung des Trios sei ein Warnsignal für die CSU gewesen, „an uns alle”, das nach einem „ehrlichen, selbstkritischen Umgang” verlangt habe.
Sie selbst sei lange nicht mutig genug gewesen, ihre Meinung dazu den Mitgliedern der Fraktion früher zu sagen, auch weil sie es immer allen habe recht machen wollen. Allerdings funktioniere das nur eine gewisse Zeit lang. Sie habe sich ihre Entscheidung jedenfalls nicht leicht gemacht, die CSU-Fraktion zu verlassen, der sie seit ihrem Einzug in den Stadtrat 2008 angehörte.
Für sie habe es angesichts der Zerwürfnisse in der Fraktion keine andere Möglichkeit gegeben, als den Austritt. Denn ihr gehe es um die Stadt Dinkelsbühl, um die „Sache”, um die Bürgerinnen und Bürger „und nicht um mich oder andere einzelne Personen”. Deshalb werde sie unabhängig von ihrem Fraktionswechsel ihr Amt als Bürgermeisterin, in das sie der Stadtrat 2020 gewählt habe, mit voller Kraft ausüben und eine gute Zusammenarbeit mit dem OB, dem Stadtrat, der Verwaltung und den Bürgerinnen und Bürgern pflegen.
So wie sie es bisher immer getan habe, wolle sie weiterhin die Anliegen der normalen Menschen ernst nehmen. Alle, die sich bisher an sie gewandt hätten, hätten von ihr auch eine Antwort bekommen, sagt Nora Engelhard. Egal, ob es beispielsweise um eine Parkbank oder einen verunreinigten Weg gegangen sei. Und das solle auch so bleiben.