Autos in Ipsheim werden ausgebremst | FLZ.de

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Veröffentlicht am 13.06.2023 15:50

Autos in Ipsheim werden ausgebremst

Ein Teil der Raiffeisenstraße in Ipsheim wird Autofahrern künftig nicht mehr zur Verfügung stehen. (Foto: Anna Franck)
Ein Teil der Raiffeisenstraße in Ipsheim wird Autofahrern künftig nicht mehr zur Verfügung stehen. (Foto: Anna Franck)
Ein Teil der Raiffeisenstraße in Ipsheim wird Autofahrern künftig nicht mehr zur Verfügung stehen. (Foto: Anna Franck)

Fischergasse, Schützen- und Raiffeisenstraße in Ipsheim sollen im Zuge der Städtebauförderung teils neu gestaltet werden. Mittlerweile haben Anliegergespräche stattgefunden. Die optimierte Entwurfsplanung diskutierten die Räte in ihrer Sitzung am Montagabend eifrig. Letztlich segnete sie das Gremium mit zwei Gegenstimmen ab.

„Alle, die direkt oder indirekt betroffen sind, wurden gehört. Erfreulicherweise besteht eine große Einigkeit über die Maßnahme selbst, aber auch die Art der Umsetzung“, erklärte Bürgermeister Stefan Schmidt. Die Entsiegelung, Begrünung und verkehrstechnische Entschleunigung sei von den meisten Bürgern begrüßt worden.

Anliegermeinungen wurden eingearbeitet

Stadtplaner Matthias Rühl und dessen Sohn Constantin vom beauftragten Planungsbüro stellten den überarbeiteten Entwurf vor, in den Anregungen aus einer vorangegangenen Gemeinderatssitzung, in der dem Gremium die erste Planung erläutert wurde, sowie aus den Anliegergesprächen eingearbeitet wurden.

Pflanzbeete anders verteilen

Beispiele von Hinweisen der Anwohner: Die Betreiberin der Blumenscheune würde gerne den südlich angrenzenden Bereich des Hauses, der der Gemeinde gehört, auch weiterhin als Lagerfläche nutzen. Die Verantwortlichen der Sparkasse zeigten sich offen dafür, Parkplätze in Form eines wasserdurchlässigen Belags zu entsiegeln und wollen das intern besprechen. Die Besitzer der Fischergasse 2, Schützenstraße 3 und 10 baten, Pflanzbeete anders zu verteilen, damit keine Autos direkt an der Fassade parken.

Constantin Rühl erläuterte die Anpassungen im Entwurf. Der überplante Bereich erstrecke sich in der Schützenstraße nun nördlich noch weiter. Westlich seien schon Parkplätze vorhanden. Da diese recht lang seien, könne man dort begrünen. Nördlich der Blumenscheune entstehe durch die Verschwenkung der Fahrbahn eine große Fläche, wo Grün und ein Stellplatz entstehen könnten. Auf dem Areal vor der Blumenscheune könnten drei Parkplätze untergebracht werden.

Ein Teil der Raiffeisenstraße – auf Höhe der Nummer 4 und 6 – soll künftig für Autofahrer tabu sein, nur Radler und Fußgänger sollen ihn nutzen dürfen. Bei der Raiffeisenstraße 10 – die Anwohnerin war als Gast anwesend – soll die Anlieferungsrampe frei gehalten werden, ein Rasenpflaster ist dort nun statt eines Pflanzbeetes vorgesehen.

„Stark befahrene“ Schützenstraße

Lobende Worte gab es für den Entwurf von Gabi Schöttle und Jürgen Trump. Laura Popp fürchtete, dass man aufgrund der Pflanzbeete und mangels Gehsteig in der „stark befahrenen“ Schützenstraße dazu gezwungen sei, auf die Straße auszuweichen und sah besonders für Kinder eine Gefahr. Die Leute würden dort künftig wegen der Verschwenkung langsam fahren müssen, so Matthias Rühl. Der Planer nannte als Stichwort das „Shared Space Prinzip“, wies auf eine gemeinschaftliche Verkehrsfläche für alle hin. „Wenn sie einen Gehweg machen, sagt der Autofahrer: Die Straße gehört mir.“ Die Frage ist, ob das die Leute auch begreifen“, so Jochen Prinzkosky, der seine Skepsis auch schon in der vergangenen Sitzung deutlich zum Ausdruck gebracht hatte.

Unterschiedliche Sicht auf Gehsteige

Rühl verwies auf den bestehenden Gehweg im östlichen Bereich des überplanten Areals, der zwar einen Umweg bedeute, aber bei Unsicherheit zur Verfügung stehe. Norbert Schuh merkte an, dass bei der Dorferneuerung in Kaubenheim auch keine Bordsteine entstanden waren.

Sollte das Areal als verkehrsberuhigter Bereich wie in der Schützenstraße ausgewiesen werden, sei ein Gehsteig rechtlich nicht nötig, so Geschäftsleiter Sebastian Breideband. Stefan Schmidt sah einen solchen dort, sofern man es konsequent bleiben wolle. Wie der Bereich gewidmet werde, sei laut Rühl noch offen.

Ob die geplanten Bäume mit landwirtschaftliche Gefährten kompatibel sind, fragte Popp. Man habe eine Schleppkurve mit einer Öffnung von sieben Metern eingeplant. Bei Bäumen, deren Krone bei vier Metern anfangen, sei das kein Problem.

Baum und Parkplatz vor der alten Molkerei

Vor der alten Molkerei sind ein Baum und ein Parkplatz vorgesehen. Prinzkosky fürchtete, dass der Anwohner dahinter nur schwer „seine Zufahrt findet“. Da sei jetzt schon ein Stellplatz, erklärte Rühl. „Wenn er jetzt reinkommt, wird er in Zukunft auch reinkommen.“ Mit dem Anwohner habe man ja gesprochen, merkte Stefan Schmidt dazu an.

Der Rat segnete die Entwurfsplanung schließlich gegen die Stimmen von Laura Popp und Jochen Prinzkosky ab. Der nächste Schritt sei nun eine Kostenberechnung, danach werden Bauabschnitte festgelegt, so Constantin Rühl. Parallel werde die Tiefbauplanung mitgezogen und die Ergebnisse im Rat vorgestellt.

Nach der Billigung der Gesamtplanung wird der Bewilligungsantrag bei der Regierung von Mittelfranken gestellt.


Anna Franck
Anna Franck
Redakteurin in Bad Windsheim
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