Beinahe 100 Jahre hat die 1926 gebaute Stadthalle in Windsbach auf dem Buckel. Die Altersspuren kann das Bauwerk nicht mehr verheimlichen. Der Stadtrat hat jetzt grünes Licht gegeben, einen Realisierungswettbewerb vorzubereiten. Das Ziel: ein moderner und multifunktionaler Veranstaltungsort für die Bürger.
Den Verantwortlichen in Windsbach ist bewusst, dass dieses Vorhaben viel Geld kosten wird. Auch deshalb machte Bürgermeister Matthias Seitz (SPD) in der Sitzung des Stadtrates deutlich, dass eine „Realisierung nur dann möglich ist, wenn es den Haushalt nicht zu sehr belastet“. Gleichwohl wurde eine Machbarkeitsstudie für das Projekt in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse stellte jetzt Diplom-Ingenieur Klaus Gerbing von der gleichnamigen Architekturwerkstatt aus Gunzenhausen vor.
Seine Aufgabe war es einerseits, den Charme der Halle zu erhalten. Andererseits mussten die Nutzungswünsche – Kultur, Vereine, Bürger – beachtet werden. Die Ergebnisse sind Grundlage für einen Realisierungswettbewerb, der von der Städtebauförderung gewünscht wird, wie Seitz erklärte. Als Förderung stehen mindestens 60 Prozent im Raum.
Das Ergebnis der Machbarkeitsstudie ist ein erster Vorentwurf, wie die neue Halle einmal aussehen könnte, führten Gerbing und Seitz aus. „Das kann am Ende ganz anders aussehen“, schränkte der Bürgermeister ein. Es kommt freilich auch darauf an, welche Ideen die Architekten entwickeln, die sich an dem Realisierungswettbewerb beteiligen.
Klar ist laut Gerbing, dass nicht alle notwendigen Räume im Bestand untergebracht werden können, weshalb der Fachmann in seinem Entwurf mit einem Anbau arbeitet, der primär an der Vorderseite der Halle ansetzt. Erschlossen wird das Gebäude in allen Etagen mit Treppen und einem Aufzug.
Für den Keller hat der Ingenieur Lagerräume, Sanitäranlagen sowie einen Personal- und Technikbereich vorgesehen. Im Erdgeschoss sind das Foyer mit viel Glas, einer Ausgabestelle und der Saal als Hauptort angedacht. Außerdem sind eine ebenerdige Bühne und Raum für 450 Sitzplätze vorgesehen. Das Obergeschoss beinhaltet unter anderem einen rund 90 Quadratmeter großen Raum für Veranstaltungen und Umkleidebereiche, zum Beispiel für Schauspieler. Vorgabe war auch, die Empore wieder nutzbar zu machen.
Das alles kostet Geld. Nach ganz groben ersten Schätzungen würde die Sanierung samt Anbau rund 9,1 Millionen Euro kosten, wie Gerbing berichtete. Ein kompletter Neubau schlägt nach den Worten des Ingenieurs mit etwa 11,5 Millionen Euro zu Buche. „Die Stadthalle ist ein Sanierungsfall“, machte zweiter Bürgermeister Norbert Kleinöder (Umland) deutlich. Wenn man in den nächsten Jahren nichts mache, könne man einen Bauzaun um die Stadthalle herum aufstellen. Dass die Sanierung voraussichtlich viel Geld kosten wird, stellte Kleinöder ebenfalls heraus. Gleichwohl sieht er, gerade mit Blick auf die Förderung, auch eine Chance für das Gebäude.
Steffen Weiß (Umland) störte sich derweil etwas an der Fokussierung auf die Halle selbst. Man müsse auch das Umfeld mit anschauen. „Es soll eine Einheit da oben werden.“ Widerspruch kam von seiner Fraktionskollegin Elisa Geiselseder-Wörlein. „Das Umfeld können wir danach machen“, hielt sie fest. „Für die Sanierung ist der Umgriff egal.“
Mit der Präsentation konnte Friedrich Schwarz (CSU) gut leben. Er regte an, sich Gedanken zu machen, was man in den zusätzlichen Räumen realisieren könnte. Als Beispiel nannte er zum Beispiel die Musikschule.