Hoffeld in Dinkelsbühl: Das sind die Problemzonen des Wohnquartiers | FLZ.de

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Veröffentlicht am 01.02.2025 15:00

Hoffeld in Dinkelsbühl: Das sind die Problemzonen des Wohnquartiers

Der Kienhainweg im Dinkelsbühler Wohnquartier Hoffeld: schnurgerade, kaum Grün, schlechter Straßenzustand. Damit steht eine der Hauptverkehrsadern des Viertels für viele der Problemzonen, die beseitigt werden sollen. (Foto: Martina Haas)
Der Kienhainweg im Dinkelsbühler Wohnquartier Hoffeld: schnurgerade, kaum Grün, schlechter Straßenzustand. Damit steht eine der Hauptverkehrsadern des Viertels für viele der Problemzonen, die beseitigt werden sollen. (Foto: Martina Haas)
Der Kienhainweg im Dinkelsbühler Wohnquartier Hoffeld: schnurgerade, kaum Grün, schlechter Straßenzustand. Damit steht eine der Hauptverkehrsadern des Viertels für viele der Problemzonen, die beseitigt werden sollen. (Foto: Martina Haas)

Fehlende Grünflächen, stark vom Verkehr belastete Straßen, ein noch höherer Altersdurchschnitt als in der Gesamtstadt: Das sind nur einige der Problemzonen des Dinkelsbühler Hoffelds, die in den kommenden Jahren beseitigt werden sollen. Im Stadtrat ging es jetzt um die Bestandsanalyse.

Konstantin Rühl vom Planungsbüro stadt + land Fürth listete dem Gremium eine ganze Reihe von Aspekten auf, die im Zuge einer Sanierung des Wohnquartiers angegangen werden sollten.

Im Bereich Verkehr gebe es neben der hohen Verkehrsbelastung auch erhöhten Parkdruck, fehlende Geh- und Radwege sowie viele Gefahrenstellen für Menschen, die zu Fuß oder mit ihrem Drahtesel unterwegs sind. Generell seien alle Straßen im Hoffeld zu breit, etliche beschädigt, stellte Rühl fest.

Hoher Versiegelungsgrad als Manko

Auch der hohe Versiegelungsgrad der Grundstücke im Wohngebiet wurde vom Planer in der Bestandsanalyse als Manko genannt. In der Auswertung wurden städtebauliche und gestalterische sowie funktionale Aspekte betrachtet sowie Bevölkerungszahlen und -prognosen, Wohnungsstatistiken und die Ergebnisse der Bewohnerumfrage einbezogen, erläuterte Rühl.

Aufgefallen sei, dass beispielsweise Hesselbergstraße, Blumenweg und Sonnenstraße überdurchschnittlich alte Bewohnerinnen und Bewohner hätten. Er ordnete das in die Statistik der Gesamtstadt ein: Zwischen 2011 und 2022 sei die Einwohnerzahl in Dinkelsbühl um neun Prozent gestiegen. Die Stadt wächst laut Rühls Analyse stärker als vergleichbare Kommunen im Landkreis Ansbach, Bezirk Mittelfranken und Bayern. Starke Zuwächse habe es vor allem im Jahr 2016 und seit 2020 gegeben, was er auf einen starken Zuzug zurückführte.

Einwohnerzahl würde ohne Zuzug schrumpfen

Gleichzeitig stellte der Planer heraus: „Die natürliche Bevölkerungsbewegung ist konstant negativ“, womit er meinte, dass die Geburtenzahlen den Wegzug oder Sterbefälle nicht ausgleichen. Dinkelsbühl würde ohne den Zuzug jährlich um 50 Personen schrumpfen.

Genauer angeschaut hat sich Konstantin Rühl auch den Altersdurchschnitt der Dinkelsbühlerinnen und Dinkelsbühler: Rund 45 Prozent der Bevölkerung sind demnach 50 Jahre oder älter. Fast jeder vierte Mensch, der in der Stadt lebt, ist sogar über 65 Jahre alt. Damit sei der Altersdurchschnitt etwas höher als bei vergleichbaren Kommunen.

Über zwei Drittel der Wohngebäude sind Einfamilienhäuser

Noch signifikanter sei der Altersdurchschnitt im Hoffeld, wo 52 Prozent der Anwohnerschaft 50 Jahre oder älter ist. 29 Prozent der Frauen und Männer sind sogar über 65 Jahre alt. Gut 30 Prozent (Stadt) beziehungsweise gut 35 Prozent (Hoffeld) der Bewohnerinnen und Bewohner seien zwischen 18 und 24 und über 65 Jahren. Diese Zahlen seien relevant, weil das Wohnangebot im Hoffeld laut Rühl recht einseitig ausgerichtet sei: Über zwei Drittel der Wohngebäude seien Einfamilienhäuser. Die besagten Altersgruppen benötigten jedoch kleinere Wohneinheiten.

Jetzt ist die Bevölkerung am Zug. Dem Stadtrat soll im März der städtebauliche Rahmenplan vorgestellt werden, der für die Definition eines Sanierungsgebiets notwendig ist. Nur so können Mittel der Städtebauförderung angezapft werden.

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