Mit einem Messer hat ein Mann im Dinkelsbühler Stadtzentrum eine Streife der örtlichen Inspektion angegriffen. Ein Polizist stoppte ihn mit einem Schuss ins Bein. Der Mann soll schwere, aber nicht lebensgefährliche Verletzungen erlitten haben.
Wie Janine Mendel, Sprecherin des Polizeipräsidiums Mittelfranken, am Ort des Geschehens berichtete, war es am Freitag gegen 11 Uhr in der Nördlinger Straße zu einer Auseinandersetzung zwischen dem 22-Jährigen und mehreren Personen aus seinem beruflichen Umfeld gekommen.
Als sich die Aggressionen aufschaukelten, wurde die Polizei gerufen. Eine Streife der Inspektion rückte an. Der 22-Jährige hatte sich zu diesem Zeitpunkt allerdings schon davon gemacht. Die Streife entdeckte ihn schließlich im Unteren Mauerweg, wie Mendel mitteilte. Doch der Mann habe sich nicht beruhigen lassen.
Im Gegenteil: Der 22-Jährige entfernte sich in Richtung der nahe gelegenen Wörnitz. Über sie führt ein Steg, an dem der Mann laut Sprecherin Janine Mendel ein Küchenmesser gezückt und sich in Richtung der Beamten gewandt haben soll.
Ein Beamter wich zunächst zurück, doch die Situation eskalierte weiter. Daraufhin gab der Polizist einen Schuss auf den 22-Jährigen ab, der am Bein getroffen wurde. „Trotz der mehrfachen Aufforderung, stehen zu bleiben und das Messer wegzulegen, lief der 22-Jährige weiter auf den 29-jährigen Polizisten zu, weshalb dieser schließlich von seiner Schusswaffe Gebrauch machte”, erklärte dazu ein Sprecher des mittelfränkischen Präsidiums.
Die Polizisten übernahmen die Erstversorgung der Wunde, bis der Rettungsdienst eintraf und den Verletzten in eine Klinik brachte. Für ihn besteht laut Janine Mendel keine Lebensgefahr.
Die Staatsanwaltschaft Ansbach stellte Haftantrag wegen des Verdachts des versuchten Totschlags gegen den 22-jährigen Mann.
Der junge Mann war an diesem Freitag nicht zum ersten Mal aufgefallen. Gegen 5 Uhr hatten Anwohner aus der Nördlinger Straße die Polizei alarmiert, weil der 22-Jährige auf der Straße mit dem Rohr eines Staubsaugers auf geparkte Autos einschlug.
Als eine Streife anrückte, zeigte er sich laut Polizei verbal sehr aggressiv. Deshalb wurde er von den Beamten auf die Dinkelsbühler Inspektion gebracht. Nach zwei Stunden durfte er die Wache wieder verlassen. Ein Atemalkoholtest hatte 0.0 Promille ergeben.
Ob er vier Stunden später bei dem Angriff auf die Polizisten unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen stand, kann erst das Ergebnis einer Blutprobe zeigen, die die Staatsanwaltschaft angeordnet hat.
Ob der Schuss des Polizisten auf den 22-Jährigen in der Situation berechtigt oder nicht angemessen war, wird nun überprüft. Die Ermittlungen führt dabei nicht die mittelfränkische Polizei, sondern eine spezielle Einheit des Landeskriminalamtes. Neben den Zeugenaussagen werden dabei auch die am Ort der Schussabgabe gesicherten Spuren eine wichtige Rolle spielen.