Was das Kulturforum Ansbach 2026 in seiner Reihe „Baukultur” vorhat | FLZ.de

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Veröffentlicht am 26.02.2026 10:10

Was das Kulturforum Ansbach 2026 in seiner Reihe „Baukultur” vorhat

Hat das neue Jahresprogramm der Reihe „Baukultur” zusammengestellt: Elisabeth Meisel, die Vorsitzende des Kulturforum Ansbach. (Foto: Thomas Wirth)
Hat das neue Jahresprogramm der Reihe „Baukultur” zusammengestellt: Elisabeth Meisel, die Vorsitzende des Kulturforum Ansbach. (Foto: Thomas Wirth)
Hat das neue Jahresprogramm der Reihe „Baukultur” zusammengestellt: Elisabeth Meisel, die Vorsitzende des Kulturforum Ansbach. (Foto: Thomas Wirth)

Die Baubranche hat ein Klimasünder-Image. Sie verbraucht wertvolle Ressourcen. Und jeder Neubau, jeder Abriss setzt Emissionen frei. Wie kann man besser bauen? Die Reihe „Baukultur” des Kulturforum Ansbach geht der Frage nach. „Nachhaltigkeit in der Architektur – materialgerecht und kreislauffähig” ist ihr Jahresthema.

Elisabeth Meisel plant ein Dutzend Veranstaltungen 2026 zum Thema „Materialität” und „Nachhaltigkeit des Bauens”. Sie hat dafür Architektinnen und Architekten aus renommierten Büros gewonnen und zwei Filme zum Thema gefunden. Wie nebenbei ergibt sich zudem eine Querverbindung zum Kulturforumsbereich „Natur und Struktur”. Dessen Jahresthema ist „Erde”.

Vom Beton zum Lehm

Die Baukultur-Abende finden im Kunsthaus Reitbahn 3 statt und beginnen um 19 Uhr. Alle Themen stehen zwar schon fest, aber noch nicht alle Termine. Beginnen wird die Reihe am Donnerstag, 26. Februar, mit der Arte-Dokumentation „Wunderstoffe – Vom Beton zum Lehm”. Der Film spannt einen Bogen vom Beton der Antike über neue Forschungen bis hin zur Renaissance eines uralten Baustoffs: Lehm.

Sicher ist auch der nächste Termin: Professor Moritz Dörstelmann vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) hält im März einen Vortrag über „Nachhaltigkeit in der Architektur – digital und kreislauffähig”. Das KIT, so Meisel, nehme bei dieser Thematik eine federführende Stellung ein (26. März).

Wie sich Lehm vielfältig und innovativ bei Neubauten einsetzen lässt, wird die Architektin Sophie Kotter vom Studio Boltshauser – Architekten Zürich/München aufzeigen. Sie hat in Hamburg bereits eine Ausstellung „Radikale Materialität” gestaltet (30. April).

Innovative Projekte auf dem Land

Beleuchten will Elisabeth Meisel auch ein Projekt aus der Region: den Institutsbau der Hochschule Weihenstephan/Triesdorf der Fakultäten Landwirtschaft und Umweltsicherung. Florian Gruner, einer der Geschäftsführer von a+r Architekten Stuttgart, spricht darüber und über andere Projekte (18. Juni).

Nach der Sommerpause ist Karlheinz Beer zu Gast. Der Weidener Architekt und Stadtplaner erhielt 2025 den bayerischen Staatspreis „Ländliche Entwicklung in Bayern – Dorferneuerung und Baukultur“ für das Künstlerhausprojekt in Maiersreuth (17. September).

Den letzten Vortragsabend der Reihe gestaltet das Nürnberger Büro Architekten Köppen-Rumetsch. Das Thema ist „Effizientes Bauen – leistbares Wohnen” (22. Oktober).

Am Ende steht noch einmal eine Arte-Dokumentation. Mit dem Film „Vom Holz zum Bambus” klingt die Reihe aus (17. November).

Hochhaus aus Holz und Beton

Für die erste Jahreshälfte hat Elisabeth Meisel noch einen Vortrag über einen Neubau der UmweltBank Nürnberg angedacht. Das 13‑geschossige Gebäude der Bank soll im Sommer fertig werden. Das Besondere: Es ist ein Hochhaus in hybrider Bauweise aus Holz und Beton. Das Architekturbüro Spengler-Wiescholek aus Hamburg, und Florian Schultz von GanzWerk Nürnberg, sollen darüber berichten.

Bereit ist auch Attila Eris für einen Vortrag. Der Architekt stammt aus Ansbach und hat viel Erfahrung mit Kultur- und Museumsbauten. So war er für Renzo Piano Building Workshop, ein großes international tätiges Büro, beim „Zentrum Paul Klee” in Bern beteiligt. Sein Vortrag soll daher nicht im Kunsthaus, sondern im Foyer-Neubau des Museum Retti-Palais stattfinden.

Kunstfahrt nach Karlsruhe

Außerhalb des Jahresthemas liegen zwei weitere Angebote: Anfang März wird es mit der Bahn nach Karlsruhe gehen. Die Staatliche Kunsthalle bietet eine Ausstellung über „Architektur in der Kunst” (5. März, Treffpunkt um 8.45 Uhr in der Halle des Ansbacher Bahnhofs).

Im August möchte Elisabeth Meisel außerdem einen zweitägigen Ferienkurs für Kinder und Jugendliche anbieten, bei dem Reliefs entstehen werden.


Thomas Wirth
Thomas Wirth
Redakteur im Ressort „Kultur“
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