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Veröffentlicht am 15.06.2026 00:08

Warum diese Kopfhörer Ihre letzten sein könnten

Ein echtes Arbeitstier: Der Akku des Sennheiser Momentum 5 hält locker die ganze Woche über. (Foto: Nico Tapia/dpa-tmn)
Ein echtes Arbeitstier: Der Akku des Sennheiser Momentum 5 hält locker die ganze Woche über. (Foto: Nico Tapia/dpa-tmn)
Ein echtes Arbeitstier: Der Akku des Sennheiser Momentum 5 hält locker die ganze Woche über. (Foto: Nico Tapia/dpa-tmn)

Ein verschlissener Akku oder abgenutzte Ohrpolster: Das sind zwei der wahrscheinlichsten Gründe, warum man ein altes Paar kabelloser Kopfhörer wegwirft. Aber was wäre, wenn man diese Teile ersetzen könnte, statt gleich ein komplett neues Gerät zu kaufen?

Das ist vielleicht das größte Verkaufsargument von Sennheisers neuestem Kopfhörer-Flaggschiff mit Geräuschunterdrückung, der sogenannten Noise-Cancelling-Funktion (ANC). Denn die Momentum 5 erlauben es, den Akku mit nichts weiter als einem normalen Schraubendreher und ein paar Minuten Zeit auszutauschen; auch die Ohrpolster, die besonders anfällig für Verschleiß sind, lassen sich wie schon beim Vorgängermodell ersetzen.

Erst die Ohrpolster austauschbar - und jetzt auch noch der Akku

Mit dieser Möglichkeit zum Reparieren verschafft sich die deutsche Audiomarke einen Vorteil gegenüber großen Konkurrenten wie Sony, Apple oder Bose. Hochwertige Kopfhörer dieser Unternehmen müssen in der Regel ersetzt oder teuer von Fachleuten repariert werden, wenn der Akku zu alt wird.

Das Rad ganz neu erfunden hat Sennheiser wiederum auch nicht: Fairphone, der Hersteller umweltfreundlicher, fair produzierter und reparierbarer Smartphones, hat mit den Fairbuds schon einige Zeit Kopfhörer im Programm, an denen die Kunden auch selbst den Schraubenzieher anlegen können.

Sennheiser kommt EU-Regelung zuvor, die 2027 in Kraft tritt

Sennheisers Schritt kommt in jedem Fall noch vor dem Inkrafttreten einer EU-Richtlinie, die Hersteller ab Mitte Februar 2027 verpflichtet, Verbrauchern die Möglichkeit zu geben, Akkus in Kopfhörern selbst auszutauschen.

Sony etwa hat den Akku seines Flaggschiffmodells WH-1000XM6 (XM6) heimlich, still und leise bereits etwas leichter austauschbar gemacht – möglicherweise in Erwartung der EU-Richtlinie –, stellt Käufern bislang jedoch noch keine Reparaturanleitung zur Verfügung.

Die Momentum 5 laufen und laufen und laufen

Aber zurück zum Sennheiser: Im Test zeigte sich eine überragende Laufzeit. Selbst mehrere Tage reichten nicht aus, um den Akku des Momentum 5 leer zu bekommen. Mit aktivierter Geräuschunterdrückung kommen die Kopfhörer nach Herstellerangaben auf bis zu 57 Stunden Laufzeit.

Zum Vergleich: Die AirPods Max 2 schaffen laut Apple bis zu 20 Stunden, die QuietComfort Ultra laut Bose bis zu 24 Stunden und die XM6 laut Sony bis zu 30 Stunden.

Einfache Steuerung, geradliniges Design

Die Steuerung der Wiedergabe dürfte jedem vertraut vorkommen, der schon einmal Sonys Flaggschiff-Kopfhörer ausprobiert hat. Auf der rechten Ohrmuschel wischt und tippt man für die üblichen Befehle: Wiedergabe/Pause, Transparenzmodus, Lautstärke sowie Vor- und Zurückspringen.

Anders als bei vielen Konkurrenten lässt sich die Lautstärke mit einem langsamen Wisch gleich um mehrere Stufen verändern. Bei Sonys XM6 muss man etwa mehrfach wischen. Leider ruft die Feedback-Stimme der Kopfhörersteuerung beim vollständigen Herunterregeln der Lautstärke jedoch unnötig laut: „VOLUME! MIN!“

Auch ANC und Transparenzmodus sind an Ohrmuschel regelbar

Mit zwei Fingern kann man außerdem schnell einstellen, wie stark die Geräuschunterdrückung (ANC) oder der Transparenzmodus sein soll. Bei vielen anderen Kopfhörern muss man dafür erst einmal die App öffnen.

Optisch sind die Kopfhörer klar und schlicht gehalten, wenn auch vielleicht etwas weniger ikonisch als manche Konkurrenzmodelle. Das Stoff-Kopfband ist ein schönes Detail, doch die matten Kunststoff-Ohrmuscheln wirken nicht ganz so elegant und minimalistisch wie etwa die Flaggschiff-Konkurrenz von Sony und Apple.

Keine Falter - und eine geringe Anpresskraft

Leider lassen sich die Kopfhörer nicht wie Sonys XM6 zusammenfalten. Man kann sie aber flach hinlegen und im mitgelieferten Case verstauen, wenn man sie sicher in einer Tasche transportieren will.

Kopfhörerkomfort ist natürlich eine völlig subjektive Sache. Fest steht jedoch, dass der Sennheiser eine großzügige Polsterung und geräumige Ohrmuscheln mit nur leichtem Druck auf den Kopf bietet. In diesem Test konnten Stunden vergehen, ohne dass man bemerkte, dass man die Kopfhörer überhaupt noch trug.

Ein Faktor dabei ist die sogenannte Anpresskraft – also wie stark die beiden Ohrmuscheln gegen die Ohren drücken. Bei Sennheiser wirkt sie geringer als bei den Flaggschiffen von Sony oder Apple, was allerdings auch dazu führen kann, dass sie manchen Trägern etwas locker sitzen.

Alles, was Audio-Fans brauchen - ungefähr auf Konkurrenz-Niveau

Die Kopfhörer bieten alles, was sich Audiophile wünschen könnten: Den Bluetooth-Audio-Codec aptX für hohe Klangqualität, Dolby Atmos für räumlichen Klang und sogar ein Kabel für analoges Hören über die Kopfhörerbuchse, wobei Sennheisers Kopfhörer eingeschaltet sein müssen, damit der Kabelbetrieb funktioniert. Das ist etwa bei den Sony-Kopfhörern anders.

Sowohl die Klangqualität als auch das ANC liegen ungefähr auf dem Niveau der großen Konkurrenten: Eine Person, die laut neben einem spricht, hört man zwar weiterhin, doch die Geräusche rücken so weit in den Hintergrund, dass man sich deutlich besser konzentrieren kann.

Acht eingebaute Mikrofone - und eine App mit vielen Featuren

Dank acht eingebauter Mikrofone ist auch die Gesprächsqualität beim Telefonieren für ein Gerät dieser Art hervorragend – auch wenn Headsets mit einem Mikrofon nahe am Mund die Stimme für Gesprächspartner meist noch klarer klingen lassen.

Wie die meisten Flaggschiff-Kopfhörer mit ANC kommen auch die Modelle von Sennheiser mit einer begleitenden App, in der sich Funktionen wie Equalizer, standortbasierte Geräuschunterdrückung und räumlicher Klang feinjustieren lassen. Für Jogger beispielsweise dürfte die nützlichste Funktion in der App der Windschutzmodus sein, den man aktivieren kann, um Windgeräusche an den Kopfhörern auszublenden.

Geduld spart Geld: Der Preis sinkt fast immer

Zu einem empfohlenen Preis (UVP) von 400 Euro sollen die Sennheiser Momentum 5 am 30. Juni in den Verkauf gehen. Zum Vergleich: Sonys XM6 und Boses QuietComfort Ultra (2. Gen.) sind mit einer UVP von knapp 450 Euro gestartet, im Handel aber rund 100 Euro günstiger zu haben. Und Apple selbst verkauft seine AirPods Max 2 für knapp 580 Euro, während diese auf dem Markt für gut 50 Euro weniger zu finden sind.

Das zeigt: Wie bei den meisten Gerätekäufen spart vor allem Geduld Geld. Es könnte sich also lohnen, zu warten, bis Sennheisers Einführungspreis auf dem Markt sinkt: Das mit einer UVP von 370 Euro gestartete Vorgängermodell Sennheiser Momentum 4 (noch ohne austauschbaren Akku) ist derzeit für um die 200 Euro zu haben.

Fazit: Am Ende entscheiden Tragekomfort und Wechselakkuwunsch

Abgesehen von der Frage des individuellen Tragekomforts müssen Kaufinteressenten für sich vor allem eines entscheiden: Ist ein riesiger, austauschbarer Akku Grund genug, sich für den Momentum 5 statt für Sony, Apple, Bose oder gar für Sennheisers Vorgängermodell Momentum 4 zu entscheiden?

© dpa-infocom, dpa:260614-930-223099/1


Von dpa
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