Seit fast 30 Jahren ist der 59-jährige Michael Gloßner Mitglied der CSU. Innerhalb der Partei hat er eine Unzufriedenheit darüber wahrgenommen, dass die Mitglieder bei Entscheidungen zu wenig eingebunden werden, sagte er im Gespräch mit der FLZ. Um das zu ändern, will er im nächsten Jahr als Direktkandidat im Wahlkreis Ansbach in den Bundestag einziehen und damit parteiintern gegen Amtsinhaber Artur Auernhammer antreten.
Hierarchische Strukturen möchte er aufbrechen. Dies sei effizient, meint er mit Verweis auf seine beruflichen Erfahrungen. Um seine Ideen, die auf das Management-System Kaizen zurückgehen, umsetzen zu können, sei ein Mandat nötig. Die CSU lebe zwar von Loyalität, aber dennoch strebe er eine demokratische Auswahl des Direktkandidaten an. Die ersten Reaktionen darauf seien „unterschiedlich”, meinte Gloßner, denn „ich habe an bestehenden Strukturen gerüttelt”.
Der Diplom-Wirtschaftswissenschaftler Gloßner ist stellvertretender Ortsvorsitzender des CSU-Gebietsverbands Hahnenkamm und selbstständiger Unternehmer. „Durch meine langjährige Mitarbeit in der CSU habe ich ein tiefes Verständnis für die inneren Strukturen und die politische Kultur unserer Partei und besonders der Parteibasis entwickelt. Insbesondere habe ich in Gesprächen mit Parteifreunden, deren Input und meiner beruflichen Arbeit ein Modell entwickelt, was strukturiert und nachhaltig die Sorgen und Wünsche aller Mitglieder effizient erfasst, zuordnet und im Gesetzgebungsverfahren grundlegende positive Veränderungen herbeiführt”, schreibt er in einem Brief an die CSU-Kreisvorsitzende im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen, Dr. Dr. Kristina Becker.
Durch viele Gespräche ermuntert, in denen er dieses Modell vorstellte, habe er sich entschlossen, zu kandidieren. Gloßner ist überzeugt, mit „meiner fachlichen Kompetenz, meiner Leidenschaft für die Politik und meinem Engagement mit dem Modell einen wesentlichen Beitrag zur erfolgreichen Arbeit der CSU im Bundestag und auf Kreisebene leisten” zu können.
In dem Brief an die Kreisvorsitzende bittet er um Unterstützung für seine Bewerbung und die Möglichkeit, sich in den CSU-Ortsverbänden vorstellen zu können. Zum Bundestagswahlkreis Ansbach gehören die Stadt und der Landkreis Ansbach sowie der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen. Das Direktmandat hat bisher immer die CSU geholt, zuletzt zweimal durch Artur Auernhammer.