Wie hoch ist in Ansbach die Zahl der weiblichen Mitglieder im Stadtrat? So lautete sinngemäß eine der Fragen. Die Teilhabe von Frauen in der Politik nahm eine Umfrage in den Blick. Das Frauennetzwerk Ansbach widmete sich dem Thema am Samstag mit der Gleichstellungsstelle der Stadt. Nun steht es an, die Antworten auszuwerten.
Den Anlass bildete die nächste Kommunalwahl in Bayern am Sonntag, 8. März. In Ansbach gilt es, eine Oberbürgermeisterin oder einen Oberbürgermeister zu wählen und 40 Sitze im Stadtrat zu besetzen. „Frau, Du hast die Wahl!”, hieß es am Samstag an dem Pavillon zur Umfrage. Wie viele Menschen sich beteiligten und was sie antworteten, wertet die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Lisa-Marie Buntebarth, jetzt aus.
Bereits jetzt konnte sie jedoch sagen, dass „wir immer gut im Gespräch waren”. Viele seien an dem Vormittag in der Altstadt dazu bereit gewesen, sich zu äußern. Parallel lief an dem Tag eine Online-Umfrage. „Mit der Aktion soll eine Sensibilisierung für den Anteil an Frauen in der Politik geschehen und ein Impuls zum Reflektieren des eigenen Wahlverhaltens gesetzt werden”, hatte die Kommune angekündigt.
Repräsentativ ist die Umfrage nicht, sondern eine kleine Stichprobe, wie die Gleichstellungsbeauftragte betonte. Vor Ort in der Uzstraße befragten mit Dr. Janina Dillig, Nina Haas und Annette Lederer-Heer drei Vertreterinnen des Frauennetzwerks sowie Lisa-Marie Buntebarth und ihr Kollege Ingo Bunk aus der Gleichstellungsstelle die Passantinnen und Passanten.
„Wir haben im Ansbacher Frauennetzwerk schon vor sechs Jahren diese Befragung ausgeführt – mit nahezu den gleichen Fragen”, erinnerte Lisa-Marie Buntebarth. Dies mache es nun möglich, zu vergleichen.
Vor sechs Jahren, also damals gleichermaßen im Umfeld der Kommunalwahl, hätten die Beteiligten lediglich Frauen angesprochen, diesmal auch Männer. Sich damit zu befassen, wie sich der Frauenanteil gestaltet, sei auch für diese bedeutsam. Außerdem treffen Männer laut den Worten der Gleichstellungsbeauftragten ja ebenfalls Wahlentscheidungen.
Der Anteil der Frauen im Stadtrat liegt bei rund 22 Prozent, wenn 41 Sitze zugrunde gelegt sind, also Oberbürgermeister Thomas Deffner inbegriffen ist. So schilderte es Lisa-Marie Buntebarth. Dies „wissen manche, aber andere müssen nachdenken und schätzen dann oft zwar schon richtig”, wunderten sich allerdings auch.
In der Umfrage vor sechs Jahren hätten sich um die 78 Prozent der befragten Frauen 50 Prozent Frauenanteil gewünscht. „Die Realität ist dann ja aber eine andere, wie viele auch tatsächlich gewählt werden.”
In erster Linie stimmten Menschen für eine politische Ausrichtung. Dies sage auch die Forschung. Daneben jedoch gibt es laut Lisa-Marie Buntebarths Worten andere Kategorien, die mitentscheidend sein könnten, wer wem ihre oder seine Stimmen gibt, zum Beispiel Alter, Beruf oder eben Geschlecht.