Viel zu viele Autos in Wassertrüdingen | FLZ.de

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 11.07.2023 18:37

Viel zu viele Autos in Wassertrüdingen

Eine Diagonalsperre der Straße Am Schlegelbach in Höhe des Schobdacher Wegs wurde von den Verkehrsplanern vorgeschlagen, um die Durchfahrt zu unterbinden. Täglich nutzen rund 200 Lkw und 1800 Pkw diese Verbindung, die durch ein Wohngebiet führt. (Foto: Peter Tippl)
Eine Diagonalsperre der Straße Am Schlegelbach in Höhe des Schobdacher Wegs wurde von den Verkehrsplanern vorgeschlagen, um die Durchfahrt zu unterbinden. Täglich nutzen rund 200 Lkw und 1800 Pkw diese Verbindung, die durch ein Wohngebiet führt. (Foto: Peter Tippl)
Eine Diagonalsperre der Straße Am Schlegelbach in Höhe des Schobdacher Wegs wurde von den Verkehrsplanern vorgeschlagen, um die Durchfahrt zu unterbinden. Täglich nutzen rund 200 Lkw und 1800 Pkw diese Verbindung, die durch ein Wohngebiet führt. (Foto: Peter Tippl)

Wie man es dreht und wendet: Die Lösung der Wassertrüdinger Verkehrsprobleme ist komplex. Werden Fahrzeuge aus einem Gebiet verbannt, ergeben sich Gefahrenpotenziale in anderen Bereichen. Das wurde in der Diskussion mit der Bürgerschaft am Montagabend deutlich.

Die Stadtverwaltung hatte zur Vorstellung des Entwurfs eines Verkehrskonzept eingeladen. Der Raum in der Hesselberghalle war gut besetzt. Wesentlich geringer war das Interesse vermeintlich bei den beiden Workshops zum Thema im vergangenen Jahr. Die mussten wegen zu weniger Anmeldungen abgesagt werden. Einige Bürger monierten am Montag, dass die Termine im vergangenen Juli nicht richtig kommuniziert worden seien, was die Fachleute aus München und Bürgermeister Stefan Ultsch von sich wiesen.

Eine neue Umfahrung im Osten ist unwahrscheinlich

Nachdem Verkehrsplaner Robert Ulzhöfer von der Münchener Planungsgesellschaft Stadt-Land-Verkehr mit Zahlen aufgewartet hatte – so ist mit einem 11,12 prozentigen Anteil der Schwerlastverkehr in Wassertrüdingen doppelt so hoch wie im bayernweiten Schnitt – machte er deutlich, dass eine neue Umfahrung des Stadtgebiets im Osten eher unwahrscheinlich ist. Deshalb müssten die vorhandenen Straßen anders genutzt werden. Unter den Maßnahmen, die Wassertrüdingen selbst initiieren könnte, ist laut Ulzhöfer innerorts eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 Stundenkilometer. Schwerlaster sollten laut Planer auf die vorhandenen Umfahrungen „gezwungen“ werden.

Eines der Konfliktthemen ist die Straße Am Schlegelbach, die durch ein Wohngebiet führt und in der Tempo 30 gilt. Trotzdem fahren darauf täglich 200 Lkw und rund 1800 Pkw – für die Anwohnerschaft seit Jahren eine Belastung. Dass vor 20 Jahren die Stadt die Durchfahrt ermöglicht habe, bezeichneten Anwohner am Montagabend als Fehler, den es zu korrigieren gelte. Aber diesen zugeben würde die Verwaltung nicht, so ein geäußerter Vorwurf.

Ulzhöfer schlug in seinem Konzeptentwurf eine Diagonalsperre vor. Die Ableitung der Pkw würde über Einbahnstraßenregelungen erfolgen, Von Süden kommende Lkw müssten die Oettinger Straße nutzen. Die Engstelle in der Frankenstraße müsste allerdings beseitigt werden. Sollte das nicht akzeptiert werden, bliebe noch die Möglichkeit, ein Durchfahrtsverbot für Lkw anzuordnen. Doch auch dann: 1800 Autos seien für das Wohngebiet noch zu viel, so der Planer.

Stark frequentierter Spielplatz im Baudenhardtweg

Eine Bürgerin hinterfragte die Vorschläge für den Baudenhardtweg. Dieser spielt eine Rolle, wenn durch die Erschließung des Baugebiets Am Südhang mehr Verkehr erwartet wird. Die Rednerin verwies auf den stark frequentierten Spielplatz in diesem Bereich und befürchtete eine Gefährdung der Kinder. Bilder, mit denen sie die Situation dokumentiert hatte und über das Rathaus an den Planer schicken wollte, kamen bei diesem nicht an, wie er auf Nachfrage der Bürgerin äußerte.

Stadträtin Katharina Bucher bat Ulzhöfer um Schätzungen, wie viel die Maßnahmen kosten würden. Ihrer Anregung, in den Etat ein Budget dafür einzustellen, sei der Stadtrat nicht gefolgt, weshalb 2023 gar kein Geld zur Verfügung stehe und das vermutlich bis 2027 so bleibe. Ulzhöfer merkte dazu an: „Maßnahmen für 0 Euro gibt es nicht.“

Nach der Sommerpause soll der Stadtrat über das dann fertig ausgearbeitete Konzept beraten.

north