Stadtrat Heilsbronn sträubt sich gegen den Bau einer Wohnanlage | FLZ.de

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Veröffentlicht am 05.12.2024 09:00

Stadtrat Heilsbronn sträubt sich gegen den Bau einer Wohnanlage

Nebengebäude und Wohnhaus (im Vordergrund) des ehemaligen Baugeschäfts sollen einem Mehrfamilienhaus weichen. Im Rathaus herrscht Skepsis vor allem wegen des befürchteten zusätzlichen Verkehrs. (Foto: Eckard Dürr)
Nebengebäude und Wohnhaus (im Vordergrund) des ehemaligen Baugeschäfts sollen einem Mehrfamilienhaus weichen. Im Rathaus herrscht Skepsis vor allem wegen des befürchteten zusätzlichen Verkehrs. (Foto: Eckard Dürr)
Nebengebäude und Wohnhaus (im Vordergrund) des ehemaligen Baugeschäfts sollen einem Mehrfamilienhaus weichen. Im Rathaus herrscht Skepsis vor allem wegen des befürchteten zusätzlichen Verkehrs. (Foto: Eckard Dürr)

Flächensparen, verdichtetes Bauen auf erschlossenen Grundstücken, energiesparendes und ökologisch orientiertes Wohnen: Diese Vorgaben des Baugesetzbuchs möchte ein privater Investor auf seinem Grundstück in der Fürther Straße in Heilsbronn mit dem Bau einer Wohnanlage umsetzen.

Doch im Heilsbronner Rathaus stößt er auf große Bedenken; vor allem wegen des befürchteten zusätzlichen Autoverkehrs. Auf dem Grundstück des Investors, 1450 Quadratmeter groß, residierte früher ein Baugeschäft. Heute steht dort ein älteres Wohnhaus für drei Familien mit mehreren untergeordneten Nebengebäuden.

Diese Hochbauten sollen abgerissen werden und einem Mehrfamilienhaus Platz machen. In einem dreigeschossigen Haus, das im mittleren Teil noch ein viertes Geschoss erhalten soll, wäre Platz für 17 Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen, berichtete Architekt Christian Scheuerpflug bei der Vorstellung eines Entwurfs im Bauausschuss. Für die Regenrückhaltung soll das Gebäude ein begrüntes Flachdach erhalten. 37 Autos fänden auf dem Grundstück Platz, 34 davon in einer Tiefgarage.

Verwaltung gibt keine Zustimmung

Der Architekt zeigte sich überzeugt, dass das Gebäude „den Rhythmus der Straße“ aufnähme, weil es niedriger wäre als das bestehende Haus und der First des benachbarten Gebäudes mit Satteldach. Ferner würde das Grundstück weniger versiegelt als im aktuellen Bauzustand, rechnete er vor.

„Ein kleiner Fußabdruck mit möglichst vielen Wohnungen“, das sei flächensparend. Den Standort bewertete er als günstig, weil fußläufig sowohl die Stadtmitte als auch der Bahnhof und Einkaufsmöglichkeiten zu erreichen seien. Ein Ziel des Bauwerbers sei, Wohnraum für Senioren zu schaffen, damit diese Einfamilienhäuser für junge Familien freimachen. Die Verwaltung der Stadt bewertet dieses Projekt als „nicht zustimmungsfähig“, wie Bauamtsleiter Moritz Bießmann den Ausschussmitgliedern vortrug.

Der Baukörper füge sich nicht in die Umgebung ein, selbst das angrenzende Schulgrundstück sei „nicht vergleichbar massiv bebaut“. Bürgermeister Dr. Jürgen Pfeiffer machte ferner auf die möglichen Lärmimmissionen durch die nahe Grundschule und auf die Gefährdung der Kinder durch die geplante Ausfahrt der Tiefgarage in die Fürther Straße aufmerksam.

Sorge um Verkehr und Parken

Die Bedenken von Verwaltung und Ratsmitgliedern galten nicht zuletzt der Verkehrssituation. Der Bürgermeister sprach von einer „erheblichen Park- und Verkehrsthematik“ im Bereich der Grundschule und des Friedhofs, Bauamtsleiter Bießmann von einer „weiteren Steigerung des Parkdrucks“ und der Befürchtung, die Bewohner könnten ihre Autos auf Schulparkplätzen abstellen. Wie es hieß, hat Heilsbronn unangenehme Erfahrungen mit parkenden Autos. Oft würden die Fahrzeuge im öffentlichen Parkraum abgestellt statt in Tiefgaragen zu fahren. Regelmäßig gingen deswegen Beschwerden im Rathaus ein, so Jürgen Pfeiffer.

Er riet dem Bauherrn deshalb, den Verzicht auf ein Stockwerk bei dem Projekt zu überlegen. Denn wenn dieses Haus gebaut würde, hätte das „Signalwirkung“ auf die benachbarten noch bebaubaren Grundstücke. Dabei hatte er nicht zuletzt das Areal zwischen Grundschule und Heuweg im Blick. Architekt Scheuerpflug sagte, er halte eine lediglich zweigeschossige Bauweise für wenig sinnvoll. Denn dann wäre aus ökonomischen Gründen kein Aufzug möglich und das Ziel des Flächensparens würde nicht erreicht. Wie es mit dem Vorhaben weitergeht, ist offen. Eine Bauvoranfrage oder gar ein Bauantrag ist bisher nicht gestellt.


Von Eckard Dürr
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