Bei Fußballspielen gegen den FC Bayern München steht ein Gewinner oft schon vor dem Anpfiff fest: der Kassier. 1582 Besucher wollten im Xaver-Bertsch-Sportpark die Talente des Rekordmeisterssehen. Auch in sportlicher Hinsicht war die Regionalligapartie ein Gewinn für Gastgeber SpVgg Ansbach, der die favorisierten Münchner mit 1:0 besiegte.
Mentalität schlägt Qualität, so die Hoffnung des Ansbacher Trainers Niklas Reutelhuber, der sein Team gegenüber dem 1:1 beim 1. FC Nürnberg II auf zwei Positionen änderte. Matthias Hahn kam nach abgelaufener Sperre für Tom Abadjiew ins Team und Niklas Seefried ersetzte Lukas Schmidt.
Die Mannschaft von Bayern-Trainer Holger Seitz reiste mit der Empfehlung von sechs Spielen ohne Niederlage (fünf Siege, ein Remis) nach Mittelfranken, wo sie zuletzt im Juli vor zwei Jahren Federn gelassen hatte. Im Hinspiel diese Saison in München hatte Ansbach ein 2:2 erreicht.
Bayern-Stürmer Nestory Irankunda fehlte im Aufgebot, neu in der Startelf gegenüber dem 5:2 über Wacker Burghausen waren Arijon Imbrahimovic und Davide Dell'Erba, Torschütze im Hinspiel.
In der ersten Hälfte bekämpften die Ansbacher den 40-Tore-Sturm der Gäste erfolgreich. Zwar spielten sich die technisch überaus beschlagenen Münchner immer wieder in oder sogar durch den Strafraum, aber gefährliche Abschlüsse gab es kaum. Auch Fernschussversuche von Luca Denk fanden nicht ihr Ziel.
Auf der anderen Seite musste U17-Weltmeister Max Schmitt nach einem gefährlichen Vorstoß von Niklas Seefried bereits in den Anfangsphase retten. Kurz vor der Pause bugsierte Michael Sperr eine der gefährlichen Hereingaben von Riko Manz sogar ins Netz, allerdings nach Meinung der Schiedsrichter aus einer Abseitsposition.
Eine Führung hätte gut zur überzeugenden Leistung der Ansbacher gepasst und schien in der 52 Minute fällig zu sein, als ein Schuss von Michael Sperr die Torlinie entlang strich. Kurz zuvor hatte Steve Breitkreuz einen Kopfball nach Denk-Freistoß nur etwas zu hoch angesetzt.
Mit drei neuen Spielern versuchten die Bayern nach einer Stunde ihr Offensivspiel neu zu beleben, doch die nächste Großchance hatte wieder Ansbach. Nach einem Konter verpasste Sperr die Vorlage von Sturmpartner Patrick Kroiß nur knapp.
Immer wieder boten die Bayern den Ansbachern Räume für Konter an, doch das 1:0 resultierte aus einem Freistoß, nach dem der eben erst eingewechselte Jonas Sauerstein den Ball über die Linie drückte. Entsprechend groß war nach dem Abpfiff der Jubel.