Der Pionier der Limesforschung kehrt zu seinen Wurzeln zurück. Dem Apotheker und Streckenkommissar der Reichs-Limeskommission, Wilhelm Kohl, ist die neue Sonderausstellung im Limeseum gewidmet. Er verbrachte seine Jugend im Ortsteil Dambach der Gemeinde Ehingen und war für erste Ausgrabungen des Limes bei Mönchsroth verantwortlich.
Nur 50 Jahre alt wurde Wilhelm Kohl, an dessen 125. Todestag im vergangenen Jahr in seiner Heimatstadt Weißenburg erinnert wurde. Seinen Lebensweg zeichnete Almut Binkert, Vorsitzende der Stiftung Kohl’sche Einhorn-Apotheke Weißenburg, in einer flott gefassten Laudatio bei der offiziellen Eröffnung nach. Die Stiftung betreibt das Apothekenmuseum in Weißenburg.
Die zum Jubiläum im vergangenen Jahr konzipierte Ausstellung wurde im Römermuseum Weißenburg gezeigt. Durch die persönlichen und geografischen Verbindungen Wilhelm Kohls zur Hesselbergregion erbat sich Museumsleiter Dr. Matthias Pausch die Ausstellung auch für das Limeseum.
Als Kuratoren der auf die Themenbereiche Kohl als Privatperson und im Zeitgeist der Gesellschaft sowie sein Wirken als Archäologe ausgelegten Ausstellung fungieren der Archäologe Simon Sulk und Architekt Hans-Heinrich Häffner. Der besondere Clou, so erläuterte Sulk zur Konzeption, ist eine Hörstation mit der flammenden Rede des Abgeordneten Wilhelm Troeltsch im Reichstag des Jahres 1892, in der es um 50.000 Reichsmark für die Limeserkundung ging. Die Bestandsaufnahme des kompletten Limesverlaufs über 550 Kilometer vom Rhein bis zur Donau sollte sich ursprünglich auf fünf Jahre erstrecken, führte Sulk aus, woraus allerdings 45 Jahre wurden.
Herausragend für die damalige Zeit waren Kohls Fotografien. Seine Schrift- und Bildquellen sind als Pionierleistung zu werten. Als einen der spannendsten Menschen seiner Zeit charakterisierte Simon Sulk Wilhelm Kohl, der 1879 die Einhorn-Apotheke kaufte, das Bürgerrecht in Weißenburg erhielt und nach der Entdeckung des alamannischen Reihengräberfelds bei Dettenheim vom Limes-Virus infiziert wurde.
Ab 1892 war Kohl Streckenkommissar und Grabungsleiter für den 34 Kilometer langen Limesabschnitt von Mönchsroth bis Lellenfeld und konnte die römische Grenze zwischen Wörnitz und Sulzach durch Entdeckung der Limes-Pfähle nachweisen.
Kohls Wirken in der Hesselbergregion hob Karl Fickel, Vorsitzender des Zweckverbands Römerpark Ruffenhofen, in der Begrüßung heraus und dankte den anwesenden Gästen, darunter Landrats-Stellvertreter Rainer Erdel und Bezirksrat Hans Popp, für die vielfache Unterstützung für Museum und Römerpark.
Ein berufener Ort für das Gedenken an den Pionier der Limesforschung sei der Römerpark und das Limeseum, resümierte Museumsleiter Pausch und wünschte sich viele Besucher für die bis 9. Juni laufende Ausstellung über Wilhelm Kohl, den Pionier der Limesforschung.