Legionäre nahmen das Limeseum in Ruffenhofen ein | FLZ.de

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Veröffentlicht am 20.05.2024 16:44

Legionäre nahmen das Limeseum in Ruffenhofen ein

Mutig schritten die jüngsten Besucher des Limeseums durch die Soldatengruppe. (Foto: Peter Tippl)
Mutig schritten die jüngsten Besucher des Limeseums durch die Soldatengruppe. (Foto: Peter Tippl)
Mutig schritten die jüngsten Besucher des Limeseums durch die Soldatengruppe. (Foto: Peter Tippl)

Im Limeseum bei Ruffenhofen stand der Internationale Museumstag am Pfingstsonntag im Zeichen von Führungen im Römerpark. Die 9. Bataver-Kohorte unter Leitung von Centurio Hostilius Flavianus präsentierte dem Publikum römisches Soldatenleben.

Norbert Wurscher aus Aalen verkörpert seit über zehn Jahren die Rolle als Centurio und lebt sie auch. Er habe den Caracalla-Marsch, laut Wurscher im Dienste der Forschung 140 Kilometer in voller Ausrüstung in Anlehnung an den germanischen Feldzug des römischen Kaisers Caracalla im Jahr 213, mitgemacht und fühlt sich mit seiner Bataver-Kohorte in Ruffenhofen heimisch. Tatsächlich war diese Elitetruppe, ausgezeichnete Schwimmer und Reiter, im Kastell Ruffenhofen um das Jahr 120 stationiert.

Waffenübungen und Kampfszenen vor dem Limeseum

Auf dem Lagerplatz vor dem Limeseum und auf einem ausgesteckten Campus wurden Exerzierübungen und Waffentechniken dem Publikum gezeigt und dieses auch einbezogen, entweder durch Erklärungen des Centurio oder hautnah bei Übungen. Kampfszenen mit „Hasta, Spatha und Scutum“, also Speer, Schwert und Schild, wurden vorgeführt. Vor Beginn aller Handlungen wurde der Schutzgott Herkules in feierlicher Zeremonie angerufen.

Die Bataver-Kohorte ist in diesem Jahr vier Mal am Limeseum präsent, auch in zwei Wochen, am Samstag, 1. Juni, und Sonntag, 2. Juni, beim Römischen Handwerker-Markt. Anlässlich des Unesco-Welterbetags werden dann viele Handwerker, Weber, Händler, Färber, Schuster und Gladiatoren für römisches Alltagsflair im Römerpark und Limeseum sorgen.

Römisches Essen mit der 3D-Brille erleben?

Zwei weitere Projekte liegen Museumsleiter Dr. Matthias Pausch am Herzen. „Mit Rufus unterwegs am Limes“ ist ein kleines Buch überschrieben, in dem aus Sicht eines zehnjährigen Jungen der Alltag im Kastell und Lager beschrieben wird. Das Buch von Andrea May vom Bezirk Mittelfranken und Dr. Matthias Pausch wird demnächst präsentiert. Und eine Studierende der Hochschule Ansbach strebt ein „Virtual Reality“-Projekt über römische Küche an. Mit 3D-Brillen kann vielleicht ab Herbst, so die Planung, in die Töpfe geschaut werden.


Von Peter Tippl
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