Könnte 25 Jahre nach der Eröffnung des Limeseums ein zweiter Museumsbau erstellt werden? Diese Frage soll eine Machbarkeitsstudie beantworten. Die Grundidee und Voraussetzungen hierzu wurden bei der Sitzung des Zweckverbands (ZV) Römerpark von Museumsleiter Dr. Matthias Pausch vorgestellt.
Seit der Eröffnung des einzigen Römermuseums im Landkreis Ansbach im Oktober 2012 haben sich laut Pausch so viele archäologische Funde angesammelt, dass das Archiv „aus allen Nähten platzt“. Viele wissenschaftliche Relikte mussten an anderen Orten ausgelagert werden. Dazu sei das Limeseum nicht vollständig barrierefrei zugänglich, Verwaltungsräume zu klein und die Dauerausstellung sollte nach 13-jährigem Museumsbetrieb neu aufbereitet werden.
Als Grundidee legte Dr. Pausch einen Neubau mit drei verschieden langen Streifenhäusern für museale und didaktische Nutzung, mit Räumen für Organisation und Verwaltung im Zeitfenster 2035 bis 2040 vor. Die frei werdenden Räume im Limeseum könnten für großzügige Sonderausstellungen und die Erneuerung der Dauerausstellung genutzt werden.
Hintergrund der Überlegungen waren laut Pausch zugesicherte Fraktionsmittel des Freistaats Bayern von 85.000 Euro plus einer Eigenbeteiligung des ZV von zehn Prozent. Damit könnte die Machbarkeitsstudie finanziert werden, hieß es. ZV-Vorsitzender Karl Fickel (Gerolfingen) verwies auf eine vorab nichtöffentliche Grundsatzentscheidung des Gremiums, diese Studie zu beauftragen.
Zwei Fachbüros, eines aus Würzburg und das mit dem Bau des Limeseums beauftragte Büro aus München, sollen zielgerichtet ein konzeptionelles und betriebswirtschaftliches sowie ein architektonisches und landschaftseinbindendes Konzept erarbeiten. Rund 60.000 Euro würde dies beanspruchen und die Restsumme der Förderquote könnte für die Optimierung der Barrierefreiheit im Limeseum verwendet werden. Der Museumsleiter dachte hierbei an Blindenschrift, Tasteinheiten oder verbesserte Einsehbarkeit und haptisches Erleben in der Dauerausstellung. Die Verbandsräte des ZV folgten einstimmig der Vorgehensweise.
Stefan Herrmann von der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Hesselberg erläuterte in der Sitzung noch die überörtliche Prüfung der Jahresrechnungen von 2015 bis 2021. Die fünf bei der Prüfung angezeigten Punkte konnten beantwortet werden und „eine geordnete Haushaltsführung“ wurde vom Landratsamt bescheinigt, führte Herrmann an.
Von einem Landtechnikbetrieb in Feuchtwangen lag ein Angebot für einen Traktor samt Anbaugerätschaften zur Pflege der Flächen im Römerpark vor. Angeregt wurde, bei Landtechnikbetrieben im Zweckverbandsgebiet nach einem Alternativangebot zu fragen, weshalb über die Anschaffung noch keine Entscheidung gefällt wurde.
Immer wieder Überraschungen bietet die Natur im Römerpark, berichtete abschließend Dr. Pausch: Die Haut einer Ringelnatter wurde gefunden, etliche Rebhuhnketten seien heimisch und auch Fledermäuse. Dank sprach der Museumsleiter den Bauhofmitarbeitern der angrenzenden Kommunen für den Transport des Kastellmodells aus.
Das vom Therapiezentrum Cronheim erstellte Modell kann im Pavillon beim Badeweiher am nördlichen Römerparkrand besichtigt werden. Erfreulich nannte Dr. Pausch den Neubau einer hölzernen Brücke unweit des Tempels im Römerpark durch die Jugendbauhütte Regensburg noch im Oktober. Die Brücke wurde im Jahr 2004 erstellt und muss erneuert werden.
Angesprochen wurden noch Probleme mit der Fassade des Limeseums, die nun von Fachleuten begutachtet wird, und dass die Buchsbaumhecke am Tempelareal dem Zünsler zum Opfer fiel und Ligustersträucher alternativ gepflanzt werden sollen.