Die neue Sonderausstellung „Vom Erz zur Klinge“ im Limeseum Ruffenhofen ist mit einem besonderen Festakt eröffnet worden. Erstmals ging der Ausstellungspräsentation ein Vortrag voraus, in dem Kurator Thomas Kurtz die Konzeption mit lebensgroßen Illustrationen, Dioramen, Repliken und Interaktionen erläuterte.
Keine Ausstellung gleicht der anderen, gilt insbesondere für die bis April 2026 laufende Ausstellung über die Römische Schmiedekunst. Karikaturen, Brot und Bier, Playmobilfiguren oder der Mythos Wolf zeigen die Vielfalt der bisherigen Sonderausstellungen, aber die Ausstellung über die Römische Schmiedekunst setzt neue Maßstäbe: Erleben, anfassen, erspüren und mitmachen können Besucherinnen und Besucher.
Zur Verfügung gestellt wurde die Ausstellung von „Mules of Marius“ und dessen Eigentümer Thomas Kurtz aus München. Museumsleiter Dr. Matthias Pausch war in die Konzeption eingebunden. Interesse an Geschichte wecken und Menschen dafür begeistern, beschrieb Kurtz als seinen Antrieb, entfacht durch Geschichtsunterricht seines Sohnes.
Mit wenigen Plastikfiguren und einer Mitmachaktion hatte sein Sohn die Mitschülerinnen und Mitschüler und Lehrerinnen und Lehrer begeistert. Genau diesen Ansatz des „Mittendrin statt nur dabei“ und „Infotainment“ verfolgt auch die Ausstellung. Auf einen Holzpfahl können die Besucherinnen und Besucher mit einem Holzschwert einstechen – tägliche Pflichtübung der Legionäre – oder die Herstellung eines Kettenhemds nachverfolgen.
Wie viel Holzkohle für die Herstellung eines Dolches notwendig war, woher das Erz kam und wie viel Energie und Aufwand aufgewendet werden musste, wie schwer ein römisches Schwert war und wie die Rüstungen zusammengebaut wurden – das alles kann authentisch und oft „händisch“ nachvollzogen werden.
Ganz bewusst ohne digitale Unterstützung, so Thomas Kurtz. Der Ausstellungseröffnung war eine kurze Begrüßung durch Karl Fickel, Vorsitzender des Zweckverbands Römerpark Ruffenhofen, vorausgegangen. Insbesondere freue er sich über viele Gäste aus Politik, Gesellschaft und Vereinen und hob dankend die Unterstützung heraus.
Erstmals war Bezirkstagsvizepräsidentin Christa Heckel (Hersbruck) im Limeseum, gab sie im kurzen Grußwort preis, sah aber kulturelle Vielfalt in Stadt und Land als enorm wichtig an. Kristallisationspunkte im ländlichen Raum wie das Limeseum seien regelrechte Schätze in der Region, so Heckel. Eine Ausstellungseröffnung sehe sie auch als Netzwerktreffen, denn CSU-Landtagsabgeordneter Helmut Schnotz, Bezirksrat Hans Popp, viele Bürgermeister oder Verantwortungsträger kamen miteinander ins Gespräch.
Abschließend dankte Museumsleiter Dr. Matthias Pausch seinem Helferteam mit Johannes Herbst, Harald Werner, Hendrik Göhler, Markus Trodler und „weiteren guten Geistern“ für den immensen Einsatz beim Aufbau. „Wir lieben Herausforderungen“ meinte der Museumsleiter schmunzelnd hierzu und fasste die Ausstellung mit „emotional Geschichte vermitteln“ zusammen.
Die Sonderausstellung „Vom Erz zur Klinge“ über die Römische Schmiedekunst kann zu den regulären Öffnungszeiten des Limeseums noch bis 12. April 2026 besichtigt und erlebt werden.