Rund um Oberntief: Abschied vom Funkloch | FLZ.de

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Veröffentlicht am 14.03.2025 19:06

Rund um Oberntief: Abschied vom Funkloch

Freuen sich über die Unterzeichnung des Konzessionsvertrages (von links): Jennifer Münch, Jürgen Heckel, Alois Scherer und Erhard Wolf. (Foto: Anna Franck)
Freuen sich über die Unterzeichnung des Konzessionsvertrages (von links): Jennifer Münch, Jürgen Heckel, Alois Scherer und Erhard Wolf. (Foto: Anna Franck)
Freuen sich über die Unterzeichnung des Konzessionsvertrages (von links): Jennifer Münch, Jürgen Heckel, Alois Scherer und Erhard Wolf. (Foto: Anna Franck)

Ein Mobilfunkmast wird in der Gemarkung Oberntief errichtet. Entstehen soll er auf einem städtischen Grundstück in der Flur nahe dem Wald zwischen den Bad Windsheimer Ortsteilen Oberntief und Unterntief im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim. Der dafür nötige Konzessionsvertrag wurde nun am Freitag unterzeichnet.

Wie Jennifer Münch, Leiterin des Sachgebietes Hochbau der Stadt Bad Windsheim, erklärte, hatte der Stadtrat bereits in einer Sitzung im Mai 2021 beschlossen, das Förderverfahren für die Errichtung eines Mobilfunkmasts nördlich von Bad Windsheim anzugehen. Zudem war entschieden worden, dessen Aufstellung und Betrieb im Zuge des Baukonzessionsmodells zu stemmen. Weil die Aufstellung eines solchen Masts für die Bad Windsheimer Verwaltung Neuland war und es viele Details abzustimmen galt, habe es bis zur Umsetzung des Projekts einige Zeit gebraucht, erläuterte Jennifer Münch.

90 Prozent werden gefördert

Die Verwaltung nahm ein zweistufiges Vergabeverfahren vor. In der ersten Phase wurden zwei Teilnahmeanträge abgegeben. Die beiden Firmen wurden in der zweiten Phase zur Abgabe eines Angebotes aufgefordert. Lediglich die Bayerische Mobilfunk GmbH hatte letztlich eines eingereicht. Die Vergabe an das Unternehmen beschloss der Stadtrat am 20. Februar nicht-öffentlich. Die Auftragssumme liegt bei einem Festpreis von netto rund 555.000 Euro, informierte Jennifer Münch.

Wie Geschäftsführer Alois Scherer erklärte, sei das Unternehmen eigens dafür gegründet worden, das Bayerische Förderprogramm für Mobilfunkmasten abzuwickeln. Dessen Ziel sei, die weißen Flecken, also die Stellen ohne eine Breitband-Mobilfunk-Versorgung, abzudecken. Das Programm werde nun aber nicht mehr verlängert. Das Oberntiefer Projekt sei somit eines der letzten, das gebaut werde, so Alois Scherer.

Die Förderung erfolgt über das Bayerische Mobilfunkzentrum, ansässig bei der Regierung der Oberpfalz, und umfasst gemäß Vorbescheid einen Zuschuss von 90 Prozent, jedoch einen maximalen Förderhöchstbetrag von 500.000 Euro. Die Zuzahlung seitens der Stadt Bad Windsheim beträgt demnach noch rund 55.800 Euro.

Bayerische Mobilfunk GmbH kümmert sich um die Vermietung des Masts

Wie Münch informierte, erledige der Konzessionär beim gewählten Modell die Planung, den Bau und die Instandhaltung des in das zivilrechtliche Eigentum der Kommune übergehenden Mobilfunkmasts. Als Gegenleistung erhalte er das Nutzungsrecht und eben eine Zuzahlung der Stadt. Der Konzessionär unterhalte und betreibe die „passive Infrastruktur“ mindestens für die Zeit der Zweckbindungsfrist von sieben Jahren. Nach Ablauf wird der Mast dann an die Bayerische Mobilfunk GmbH übertragen.

Die Kommune räume dem Konzessionär zudem das Recht zur wirtschaftlichen Nutzung des Grundstücks, auf dem der Mast errichtet wird, und der passiven Infrastruktur ein. Der Konzessionär bezahle dafür eine Konzessionsabgabe. Die Bayerische Mobilfunk GmbH kümmert sich um die Vermietung des Oberntiefer Masts, so Alois Scherer. Mit Telefónica und der Telekom gebe es bereits fest geschlossene Mietverträge. Vodafone habe Interesse bekundet, Scherer ist zuversichtlich, dass man auch mit diesem Anbieter noch auf einen grünen Zweig komme.

Trafo-Station wird gebaut

Gebaut werde in dem Bad Windsheimer Ortsteil ein 50 Meter hoher Schleuderbetonmast. „Der kommt in drei Teilen“, erklärt Scherer. Im nächsten Schritt werde die Planung und ein landschaftspflegerischer Begleitplan erstellt. Ein Bauantrag werde dann beim Landratsamt eingereicht, bei dem die Stadt beteiligt werde.

Je nach dem, wie schnell die Behörde die Genehmigung erteile, gehe es an den Bau. Vier Monate brauche es dann, bis der Mast steht. Die N-Ergie wolle vor Ort zudem für die Stromversorgung eine Trafo-Station errichten. Pro Anbieter seien jährlich rund 5000 Kilowattstunden nötig. Dann bestücken die Anbieter den Mast mit „aktiver Infrastruktur“, was nochmals zwischen vier und fünf Monaten dauere. In ein bis anderthalb Jahren könnte der Empfang dann tatsächlich besser sein. Etwa 30 Jahre sollte der Mast dann mindestens stehen.

Dieser soll künftig die Ortsteile versorgen, betonte Bürgermeister Jürgen Heckel. Mit solchen Infrastrukturmaßnahmen schaffe man gleichwertige Bedingungen für das Leben auf dem Land und in der Stadt. „Macht man das nicht, wird es unattraktiver, in den Ortsteilen zu leben.“ Oberntiefs Ortssprecher Erhard Wolf, der von dem schlechten Empfang in dem Bad Windsheimer Ortsteil ein wahres Lied singen kann, bedankte sich im Namen der dort lebenden Bürger für die Umsetzung des Projektes.


Anna Franck
Anna Franck
Redakteurin in Bad Windsheim
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