Rothenburg: Auf dem ehemaligen BayWa-Gelände am Bahnhof wird es urban | FLZ.de

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Veröffentlicht am 05.08.2025 07:00

Rothenburg: Auf dem ehemaligen BayWa-Gelände am Bahnhof wird es urban

Der ehemalige BayWa-Siloturm ist das wohl markanteste Gebäude auf dem Areal. Auf der Fläche östlich davon soll das neue Mischgebiet entstehen.  (Foto: Simone Hedler)
Der ehemalige BayWa-Siloturm ist das wohl markanteste Gebäude auf dem Areal. Auf der Fläche östlich davon soll das neue Mischgebiet entstehen. (Foto: Simone Hedler)
Der ehemalige BayWa-Siloturm ist das wohl markanteste Gebäude auf dem Areal. Auf der Fläche östlich davon soll das neue Mischgebiet entstehen. (Foto: Simone Hedler)

Eine Mischung aus Wohnen, Dienstleistungen und Gewerbe: So ist die noch recht junge Kategorie „Urbanes Gebiet” im Bauplanungsrecht definiert. Eine solche Kombination von drei Nutzungsarten soll nun auf dem ehemaligen BayWa-Areal am Bahnhof entstehen.

Mit der Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans haben die Mitglieder des Stadtrates in ihrer Sitzung den Weg dafür geebnet. Der Beschluss erfolgte einstimmig. Es ist das erste Projekt in Rothenburg dieser Art. Auch wenn die Altstadt – ohne als solches ausgewiesen zu sein – ebenfalls die Kriterien des urbanen Gebietes erfüllt, wie Oberbürgermeister Dr. Markus Naser anmerkte.


„Eine sehr
positive Entwicklung”

Michael Knappe

„Für dieses Gebiet ist das eine sehr positive Entwicklung”, sagte Stadtbaudirektor Michael Knappe in der Sitzung. Seit dem Umzug des BayWa Bau- und Gartenmarktes auf das Gelände des früheren Pehl-Baumarktes Anfang 2024 liegt das Areal zwischen Wolffstraße und Bahnhof brach. Im Juni 2024 hat das Bau- und Immobilienunternehmen Ströbel-Gruppe das etwa zwei Hektar umfassende Areal, das neben dem einstigen Bau- und Gartenmarkt mehrere zum Zentro hin gelegene alte Lager- und Nutzgebäude der BayWa umfasst, erworben.

Aktuell umfassen die Planungen für das rund 8500 Quadratmeter große Areal drei mehrgeschossige Gebäudepaare sowie ein Einzelgebäude im Westen, die sich um einen begrünten Innenhof gruppieren. Um die erforderlichen Stellplätze zu schaffen, soll im Untergeschoss eine gemeinsame Tiefgarage entstehen, mit Ein- und Ausfahrt nach Norden zur Wolffstraße.

Im Erdgeschoss sind eine Tagespflege und Dienstleister vorgesehen. In den Obergeschossen – je nach Gebäude sind drei bis vier geplant – soll Wohnraum entstehen. Knappe betonte in der Sitzung des Stadtrates, dass diese Planungen noch nicht in Stein gemeißelt und Änderungen möglich seien. Auch reiche die Tagespflege wohl nicht aus, um die Nutzungskategorie „Gewerbe” zu erfüllen. Genaueres stehe jedoch derzeit noch nicht fest.

In der städtebaulichen Machbarkeitsstudie vom Mai 2025, auf die der Bebauungsplan fußt, heißt es, dass weder Altlasten noch Bodendenkmäler auf dem Areal gefunden worden seien. Die Erschließung sei über die unmittelbar angrenzende Wolffstraße im Norden gesichert, sodass die Errichtung weiterer öffentlicher Straßen nicht erforderlich sei.


„Modern und gut”

Gabriele Müllender

Dr. Wolfgang Scheurer, Vorsitzender der CSU-Fraktion im Stadtrat, sieht das Vorhaben positiv. Lediglich angesichts der Geschosszahl sei möglicherweise in der Nachbarschaft im Südwesten mit Bedenken zu rechnen. „Da kann man eventuell noch nachbessern”, lautete Knappes Antwort.

„Gott sei Dank passiert etwas”, zeigte sich auch Jutta Striffler im Namen der FRV wohlwollend gegenüber dem Projekt. Das sei ein „gutes Zeichen für die Zukunft”. Auch Gabriele Müllender (Grüne) beurteilte urbanes Bauen als „modern und gut”. Auch wenn ihr bewusst sei, dass dies erst die „allerersten Planungen” sind, hatte sie zwei Kritikpunkte: Zum einen „gefallen mir die sieben großen Blöcke nicht so gut”. Zum anderen wünsche sie sich in der Mitte mehr freie Fläche, mehr Platz, an dem sich die Menschen, die dort leben, treffen können.

Nach der positiven Entscheidung des Gremiums werden im nächsten Schritt nun die Öffentlichkeit, Behörden und sonstige Träger öffentlicher Belange sowie die Nachbargemeinden mit einbezogen.

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