Während sich mit dem fast fertigen Neubau eines Wohnkomplexes am Ochsenhof im Herzen Leutershausens eine Baulücke schließt, zeichnet sich am Rand der Altstadt ein weiteres Großprojekt ab. Auf einer gewerblich genutzten Fläche zwischen dem Altmühlbad und dem Weg Am Graben sollen fünf Mehrfamilienhäuser entstehen.
Eine Bauvoranfrage für das Vorhaben, das abschnittsweise realisiert werden soll, hat der Bauausschuss des Stadtrates jetzt einstimmig positiv beschieden. Das Gremium war sich einig, dass eine städtebauliche Entwicklung mit innenstadtnahen Wohnungen auf der teils brach liegenden Fläche erstrebenswert sei. Die Grundstückseigentümer kündigten in der Sitzung an, nach einer Zustimmung zu der Voranfrage die Planung vorantreiben zu wollen.
Das Areal im Südwesten der Altstadt liegt im Überschwemmungsgebiet der Altmühl. Es handelt sich teils um ein Gewerbe-, teils um ein Mischgebiet. Ein Bebauungsplan besteht nicht.
Entstehen sollen dort laut Pascal Trammer, dem Leiter der Bauverwaltung, vier zweigeschossige Mehrfamilienhäuser mit ausgebauten Dachgeschossen. Details sind noch völlig offen. Zusätzlich sind ein weiteres Gebäude, Stellplätze und ein Kinderspielplatz vorgesehen.
Von einer „signifikanten Veränderung des Quartiers“ sprach Bürgermeister Markus Liebich. Es sei gut, wenn das Gelände „weiterentwickelt wird“. Die Verwaltung bewerte das Vorhaben positiv. Eine „Aufwertung des Areals“ erwartet auch Thomas Härpfer (CSU). „Grundsätzlich zu begrüßen“ ist das Projekt aus Sicht von Harald Kapp (SPD).
Innenstadtnahes Wohnen statt Gewerbe befürwortet auch Harald Domscheit (ALL), der allerdings auf die Nähe zum Altmühlbad hinwies. Möglicherweise müssten Schutzmaßnahmen gegen den im Sommer von den Badegästen ausgehenden Lärm vorgesehen werden. Zudem warnte er vor möglichen negativen Auswirkungen auf weitere Betriebe im Umfeld: eine Gerberei, eine Gärtnerei und eine Spedition. Ihr Bestand dürfe nicht gefährdet werden. „Wir müssen aufpassen, dass das Gebiet nicht kippt“, so Domscheit.
Bedenken wegen einer Bebauung im Hochwasserbereich zerstreute der Bürgermeister mit dem Hinweis, dafür sei das Landratsamt zuständig. Das Gelände sei bereits eingemessen worden und „von der Höhe her in Ordnung“, hieß es dazu vonseiten der potenziellen Bauherren.
Ein Teil der alten Gebäude, die neuem Wohnraum weichen sollen, wird aktuell von der Maschinenbaufirma MFR Martini genutzt. Das auf Turbinen spezialisierte Unternehmen hat aber ein Gelände im Industriegebiet erworben und will in nächster Zeit den Standort wechseln, erklärte Geschäftsführer Manuel Martini auf FLZ-Anfrage.
Weiterer innenstadtnaher Wohnraum soll auch in der Oberen Vorstadt entstehen. Dort trägt sich ein Investor aus Rothenburg mit Plänen für seit Jahren leerstehende Gebäude.