Quartier „An den Feldwiesen” in Windsbach: Das sind die Planungsdetails | FLZ.de

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Veröffentlicht am 03.02.2026 20:16

Quartier „An den Feldwiesen” in Windsbach: Das sind die Planungsdetails

So könnte das soziale Quartier in der Heinrich-Brandt-Straße in Windsbach Ende 2027/Anfang 2028 aussehen. Der Bauabschnitt, der Gewerbeflächen umfasst, soll dieses Jahres in Angriff genommen werden.  (Grafik: Högner Baugesellschaft)
So könnte das soziale Quartier in der Heinrich-Brandt-Straße in Windsbach Ende 2027/Anfang 2028 aussehen. Der Bauabschnitt, der Gewerbeflächen umfasst, soll dieses Jahres in Angriff genommen werden. (Grafik: Högner Baugesellschaft)
So könnte das soziale Quartier in der Heinrich-Brandt-Straße in Windsbach Ende 2027/Anfang 2028 aussehen. Der Bauabschnitt, der Gewerbeflächen umfasst, soll dieses Jahres in Angriff genommen werden. (Grafik: Högner Baugesellschaft)

Mit dem Bau des neuen Quartiers in Windsbach geht es bald los. Alle Weichen sind gestellt. Auf dem rund 7000 Quadratmeter großen Areal entstehen Wohnungen und soziale Einrichtungen. Das Projekt ist sogar Teil einer wissenschaftlichen Arbeit. Das beinhaltet der finale Bauplan für den ersten Abschnitt.

Im südlichen Teil des Geländes „An den Feldwiesen” entstehen die ersten zwei Gebäude des Areals. Der Spatenstich ist für Februar terminiert, wie Bürgermeister Matthias Seitz in der Sitzung mitteilte. Dafür muss abgewartet werden, bis der Schnee weg ist, hieß es.

Eine lange Planungsphase haben der Stadtrat und das Unternehmen Högner Baugesellschaft hinter sich. „Das Projekt hat eine gewisse Bedeutung für uns”, sagte der Rathauschef. Jetzt soll es zügig losgehen, wie Bauingenieur Markus Högner von der Neuendettelsauer Firma deutlich machte. „Wir wollen im Februar starten. Alle Aufträge sind vergeben.” Er und seine Mitarbeiterin Lena Schemmel stellten den Bauantrag ein letztes Mal in der Sitzung vor.

„Falls Ihnen nach der Kommunalwahl langweilig sein sollte”

„Die Sitzung vor Weihnachten war sehr, sehr wichtig, für die ganze weitere Entwicklung des Quartiers”, betonte Högner. Lena Schemmel plante das Projekt federführend. Sie schrieb sogar ihre Masterarbeit im Bereich Architektur über das Windsbacher Quartier. „Es ist sozusagen auch eine wissenschaftliche Grundlage, die dieses Projekt abrundet”, sagte Högner. Er überreichte dem Rathauschef ein dickes Manuskript – eine Kopie der Masterarbeit. „Falls Ihnen nach der Kommunalwahl langweilig sein sollte.”

Das ist geplant: Zunächst werden ein Haus mit rotem Satteldach und eines mit Flachdach gebaut, darunter eine Tiefgarage. Ein überdachter Stellplatz für Fahrräder verbindet die beiden Gebäude. Für dieses Bauvorhaben muss zunächst das Gebäude des ehemaligen Bekleidungshauses Beck abgerissen werden. Der erste Bauantrag umfasst insgesamt eine Fläche von 2700 Quadratmetern, 1300 Quadratmeter sind Nutzfläche, 150 Quadratmeter Balkone.

Im Erdgeschoss des Satteldach-Hauses wird die Tagespflege des Diakonischen Werks untergebracht. Diese erhält ergänzend etwa einen Therapieraum und einen Ruheraum. Auch Gemeinschaftsräume wird es geben. Im ersten von zwei Obergeschossen ist Platz für den ambulanten Pflegedienst.

18 Wohnungen für Familien im Stadthaus

Insgesamt entstehen neun Wohnungen. Sie sind alle barrierefrei, so der Bauingenieur. „Häusliche Pflege ist möglich, aber keine Verpflichtung.” Schemmel ergänzte: „Wir haben die tragenden Wände auf das Minimum reduziert.” So könnte die gesamte Fläche der Tagespflege bei Bedarf in Wohnungen umgebaut werden.

In dem Mehrfamilienhaus mit dem flachen Dach sind 18 Wohnungen verschiedenster Größe vorgesehen. Angedockt daran ist ein „Stadthaus”, wie es die Planer bezeichnen. Es ist vergleichbar mit einem Reihenendhaus oder einer Doppelhaushälfte, sagte Schemmel auf Nachfrage – mit einer Wohnfläche von 160 Quadratmetern. „Aufgrund der Dimensionen ist es ein bisschen schmäler und dreigeschossig.” Das Gebäude erhält einen separaten Zugang. Das Stadthaus eigne sich gut für Familien. Knapp 80 Prozent der Wohneinheiten sind bereits verbindlich reserviert, sagte Högner auf Nachfrage – Anzahlungen wurden geleistet.

Parkplätze und Tiefgarage

Vor den Eingängen werden 13 Pkw-Stellplätze errichtet. Ein Teil würde vor allem durch die Fahrzeuge des ambulanten Pflegedienstes belegt, mutmaßt Schemmel. Um den eigentlichen Verkehr in der Heinrich-Brandt-Straße zu belassen, wird dort die Tiefgaragenabfahrt platziert. In der Tiefgarage sind 34 Stellplätze vorgesehen.

Einige Mitglieder des Stadtrates nutzen die Gelegenheit, um offene Fragen zu klären. Dritter Bürgermeister Karl Schuler äußerte Bedenken bezüglich des Brandschutzes. Jedes Gebäude verfügt nur über ein Treppenhaus. Das sei laut dem Bauingenieur kein Problem, es gebe zusätzlich Fluchtbalkone.

Wärmepumpe oder Fernwärme?

Wie sieht es mit Ladepunkten für Elektrofahrzeuge aus? Es werde alles so weit vorgebaut, dass eine Wallbox angebracht werden kann, erklärte Högner auf Nachfrage. „Wie viel Saft wir tatsächlich dann zum Laden haben, das kann ich Ihnen noch nicht sagen.”

Geheizt wird entweder mit einer Wärmepumpe oder mit Fernwärme. „Die beiden Optionen wollen wir uns noch offen halten”, so der Vertreter der Baufirma. Entschieden werden müsse das aber innerhalb der nächsten zwei Monate. Eine Öl- oder Gasheizung sei jedenfalls ausgeschlossen. Ob eine Photovoltaikanlage auf beiden Gebäuden oder nur auf dem Flachdach angebracht wird, sei ebenfalls noch nicht entschieden.

Wie steht es zeitlich um den zweiten Abschnitt des Quartiers? „Ich denke, dass wir den Bauantrag noch vor der Sommerpause fertig haben.” Ein bisschen Planungsaufwand stünde dem Unternehmen noch bevor. „Weil es für jedes Gewerbe dann optimal sein muss”, erklärte Högner.
Stadtrat Steffen Weiß zeigte sich erfreut: „Ganz, ganz positive Nachrichten. Sehr gut.”


Luca Paul
Luca Paul
Redakteurin in der Lokalredaktion Ansbach
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