Wo früher der Maschinenbau eine zentrale Rolle gespielt hat, soll jetzt neuer Wohnraum entstehen. Konkret geht es um einen Komplex mit 31 Wohneinheiten und einer Arztpraxis, den die Schmidt-Wohnbau GmbH in der Fürther Straße in Heilsbronn errichten will. Noch im Mai sollen die Abrissarbeiten beginnen.
Das rund 3500 Quadratmeter große Areal an der Fürther Straße ist aktuell eine Industriebrache. Vor allem ältere Heilsbronner dürften sich erinnern, dass hier der Standort der 1963 von Robert Loch und Friedrich Wassner gegründeten HBM-Maschinenbau GmbH war. Die Firma war für die Konstruktion, Herstellung und den Handel von Maschinen aller Art bekannt, wie Karl Schmidt, Chef der gleichnamigen Wohnbau GmbH, im FLZ-Gespräch berichtet. Wassner galt nach seinen Worten zudem als anerkannter Fachmann auf dem Gebiet der kunststoffverarbeitenden Industrie.
Als Wassner 2021 verstarb, war das Gelände schon länger nicht mehr in Benutzung. Schmidt selbst hatte ungefähr seit 2015 ein Auge auf das Areal. Aufgrund der Lage – Bahnhof und Einkaufsmöglichkeiten sind in fußläufiger Entfernung – ist es aus seiner Sicht ideal für eine Wohnbebauung. Doch es brauchte einige Verhandlungen, erst mit Friedrich Wassner selbst, später mit der Eigentümergemeinschaft, bis Schmidt grünes Licht hatte. „So schnell gebe ich da nicht auf“, sagt er in der Rückschau und grinst.
Mittlerweile gehört der Schmidt-Wohnbau GmbH das Gelände, die Baugenehmigung liegt auch schon vor. Unter dem Titel Domizil soll ein Komplex entstehen, der aus sechs zusammenhängenden Gebäuden besteht. In den zwei- bis viergeschossigen Bauten sind 31 Eigentumswohnungen und eine Arztpraxis vorgesehen.
Entstehen werden Zwei- bis Drei-Zimmer-Wohnung mit normaler Größe und jeweils mit Balkon oder Gartenanteil. Die größte Einheit misst Schmidt zufolge etwa 95 Quadratmeter.
Gebaut wird in Massivbauweise mit moderner Optik, geheizt wird mit Wärmepumpen. Hinzu kommen eine Dachbegrünung und Dachterrassen für die gemeinschaftliche Nutzung. Über zwei Aufzüge wird der Komplex barrierefrei erschlossen. Für Fahrzeuge werden in einer Tiefgarage und oberirdisch Stellplätze entstehen. Auch an Fahrradabstellanlagen wurde im begrünten Außenbereich gedacht.
Karl Schmidt ist überzeugt, dass am Ende „eine architektonisch gelungene Wohnanlage“ stehen wird. „Für die städtebauliche Entwicklung von Heilbronn ist das eine gute Sache.“ Und wie sieht der weitere Zeitplan aus? Noch wartet Karl Schmidt auf die Ergebnisse der letzten Gutachten. Für Mitte bis Ende Mai hat der Unternehmer die Abrissarbeiten der Bestandsgebäude vorgesehen. Läuft alles ohne Komplikationen beim weiteren Bau, soll der Domizil-Komplex bis Ende 2026, spätestens jedoch bis Mitte 2027 bezugsfertig sein.
Das Projekt hat nach den Worten von Karl Schmidt ein Gesamtvolumen von rund 13 Millionen Euro. „Das ist eine große Aufgabe für uns“, geht der Firmeninhaber mit dem gebotenen Respekt an das Großprojekt heran. „Wir freuen uns darauf, dass wir das machen können.“