Neue Anlaufstelle für Wundpatienten in Neuendettelsau | FLZ.de

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Veröffentlicht am 08.06.2024 11:00

Neue Anlaufstelle für Wundpatienten in Neuendettelsau

Eröffneten das Wundzentrum (von links): Projektleiter Ludwig Kiefer, Bürgermeister Christoph Schmoll, Teamleiter Matthias Hetzel, Regionalleiterin Kathrin Mitzam und Wundexpertin Ariane Liesaus-Sterner. (Foto: Florian Schwab)
Eröffneten das Wundzentrum (von links): Projektleiter Ludwig Kiefer, Bürgermeister Christoph Schmoll, Teamleiter Matthias Hetzel, Regionalleiterin Kathrin Mitzam und Wundexpertin Ariane Liesaus-Sterner. (Foto: Florian Schwab)
Eröffneten das Wundzentrum (von links): Projektleiter Ludwig Kiefer, Bürgermeister Christoph Schmoll, Teamleiter Matthias Hetzel, Regionalleiterin Kathrin Mitzam und Wundexpertin Ariane Liesaus-Sterner. (Foto: Florian Schwab)

Es soll in Zukunft eine zentrale Anlaufstelle für Patienten und ein Beitrag für mehr Lebensqualität sein: In Neuendettelsau wurde jetzt ein Wundzentrum in der Passage eröffnet. Für Expertin Ariane Liesaus-Sterner geht damit ein kleiner Traum in Erfüllung.

Liesaus-Sterner, die das Zentrum auch leiten wird, ist keine Unbekannte in der Gemeinde. Seit acht Jahren ist sie in Neuendettelsau, arbeitet mit Ärzten und Pflegeheimen zusammen, und versorgt zusammen mit ihrem kleinen Team ambulant Patienten, die unter chronischen und schwer heilenden Wunden leiden.

Das Zentrum ist für die Wundexpertin ein persönlicher Traum, der jetzt zur Realität wird. Stationär könne einfach besser gearbeitet werden, sagte sie bei der Eröffnung. Das betrifft zum Beispiel die Bereiche Sauberkeit, Lichtverhältnisse oder die allgemeinen Arbeitsbedingungen. „Es ist hier einfach eine schöne Atmosphäre.“

Keine Einschränkung für die Patienten

Zudem soll das Wundzentrum eine feste Anlaufstelle sein für Menschen, die Probleme haben, oder auch für Ärzte, die Patienten mit solchen Problemen haben. Viele Ärzte kennen sich nach ihren Worten nicht so gut aus mit Wunden. Pflegedienste haben oft nicht die Zeit, sich ausgiebig darum zu kümmern. Liesaus-Sterner meint das keineswegs negativ. „Deshalb gibt es uns Wundexperten ja.“

Dank der speziellen Ausbildung könne sie eine Wunde lesen, betont sie. Sie könne sehen, in welcher Situation die Wunde ist, warum es mit der Heilung nicht vorwärts geht und kann in der Folge entsprechende Schritte in die Wege leiten.

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Bei der Behandlung geht es auch um die Lebensqualität der Patienten, wie sie hervorhebt. Viele Wunden nässen oder riechen zum Beispiel. Das kann unter anderem dazu führen, dass sich Betroffene abkapseln und nicht mehr am sozialen Leben teilnehmen. „Vielleicht kann man nicht alle Wunden heilen“, sagt Liesaus-Sterner. „Aber man kann sie sehr gut behandelt und dafür sorgen, dass der Patient dadurch nicht eingeschränkt ist.“

Hinter dem Wundzentrum steckt die Rodday Wundmanagement GmbH aus Baden-Württemberg. „Wir sind Marktführer in moderner Wundversorgung und setzen uns mit über 350 Mitarbeitern in Deutschland für die Versorgung und Lebensqualität der Patienten ein“, berichtete Kathrin Mitzam, Regionalleiterin Bayern.

Jeder Zwanzigste hat solche Probleme

Nach ihren Worten leben momentan vier Millionen Menschen in Deutschland, die chronische oder schwer heilende Wunden haben. Durch den demografischen Wandel werde diese Zahl in den nächsten Jahren drastisch steigen, legte Mitzam dar. „Deshalb ist es wichtig, dass wir ein Wundzentrum wie dieses haben und die Menschen unterstützen können.“

Das Neuendettelsauer Zentrum ist aktuell eines von neun Rodday-Wundzentren in ganz Deutschland, wie Projektleiter Ludwig Kiefer informiert. In naher Zukunft sollen Nürnberg, Leipzig und Berlin hinzukommen. Doch warum hat sich das Unternehmen entschieden, gerade in Neuendettelsau eine solche Einrichtung zu betreiben? Der Grund ist Ariane Liesaus-Sterner. „Wir schauen, ob wir einen Mitarbeiter vor Ort haben, ob dieser Patienten und ein Netzwerk hat und kalkulieren.“ Im Fall von Neuendettelsau ist die Berechnung positiv ausgefallen. „Das wird funktionieren“, so Kiefer.

Bis zur Eröffnung war es für die Verantwortlichen eine herausfordernde weil kurze Zeit. Im Februar wurden laut Kiefer erste Gespräche geführt. Ende April/Anfang Mai wurde der Vertrag für die Räume in der Passage unterschrieben. Seitdem war man damit beschäftigt, das Zentrum einzurichten.

Ein Leerstand wurde beseitigt

Bürgermeister Christoph Schmoll ist froh, dass es jetzt eine solche Einrichtung in seiner Gemeinde gibt. Einerseits wurde damit ein Leerstand beseitigt und ein neues Unternehmen habe hier die Arbeit aufgenommen, was auch mit Arbeitsplätzen verbunden sei.

Andererseits hat Schmoll die Versorgung der Menschen in der Gemeinde im Blick. Da Neuendettelsau ein Ort mit vielen vulnerablen Gruppen sei, „ist der Bedarf da“. Andererseits kennt Schmoll das Thema Wundmanagement aus dem privaten Umfeld. „Die Wunde heilt schneller, wenn sie denn heilt, wenn sie professionell versorgt wird.“


Florian Schwab
Florian Schwab
Redakteur
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