Ab dem 1. Juni wird in Neuendettelsau ein Verkehrsversuch durchgeführt. Im Mittelpunkt steht die Markierung von Schutzstreifen auf Fahrbahnen mit begrenzter Breite. Ziel ist es, die Sichtbarkeit des Radverkehrs im Straßenraum zu erhöhen und gleichzeitig die Verkehrssicherheit insgesamt zu verbessern.
Anlass dazu gibt die bestehende Struktur in vielen Ortsdurchfahrten des Landkreises Ansbach. Nach aktuellen Regelwerken ist es dort oft nicht möglich, Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs durchzuführen. In der Folge werden Radfahrende nicht selten auf für den Radverkehr freigegebenen Gehwegen geführt. Diese gemeinsame Nutzung durch Fußgänger und Radfahrer führt jedoch wiederholt zu Konflikten. Insbesondere in unübersichtlichen Bereichen wie Grundstückszufahrten oder Engstellen kommt es dabei zu kritischen Situationen. Der Verkehrsversuch setzt hier an, indem der Radverkehr stärker auf die Fahrbahn verlagert und dort durch Schutzstreifen sichtbar gemacht wird.
Für den Verkehrsversuch bedeutet dies eine Markierung eines Schutzstreifens von 1,50 m Breite entlang der Heilsbronner Straße, der Hauptstraße, der Bahnhofstraße sowie der Schlauersbacher Straße.
Eine besondere Herausforderung besteht darin, dass für klassische Schutzstreifen in der Regel eine ausreichend breite Fahrbahn – die sogenannte Kernfahrbahn – verbleibt. In vielen Ortsdurchfahrten im Landkreis sind diese Voraussetzungen jedoch nicht gegeben. Der Verkehrsversuch soll daher aufzeigen, ob und in welcher Form sich entsprechende Markierungen auch unter beengten Platzverhältnissen sinnvoll einsetzen lassen. Zugleich wird erwartet, dass die optische Einengung der Fahrbahn zu einer natürlichen Reduzierung der gefahrenen Geschwindigkeiten beiträgt.
Die Maßnahme wird neben dem Landratsamt Ansbach und der Gemeinde Neuendettelsau durch das Staatlichen Bauamt Ansbach und die Polizei sowie die Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm begleitet.
Der Verkehrsversuch ist auf ein Jahr angelegt und wird während dieser Zeit intensiv beobachtet. Dabei wird unter anderem analysiert, wie sich das Verhalten der Verkehrsteilnehmenden verändert, wie sich die Sicherheitslage entwickelt und wie die neuen Markierungen angenommen werden. Im Zuge dieses Versuches kommt es daher immer wieder auch zu Befragungen durch Studierende der Hochschule.
Die Aktion wird unterstützt durch die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen in Bayern (AGFK Bayern) sowie den Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC), Kreisverband Ansbach.
Die gewonnenen Erkenntnisse sollen dazu beitragen, künftige Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs im Landkreis fundiert weiterzuentwickeln und gegebenenfalls auch auf andere Kommunen zu übertragen. Ziel bleibt eine sichere, zeitgemäße und nachhaltige Mobilität für alle Verkehrsteilnehmenden. Weitere Informationen gibt es unter: www.landkreis-ansbach.de/Verkehrsversuch