Mehr als ein Beruf: Was ein Marokkaner an der Pflege in Bad Windsheim schätzt | FLZ.de

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Veröffentlicht am 08.08.2025 11:00

Mehr als ein Beruf: Was ein Marokkaner an der Pflege in Bad Windsheim schätzt

Nor-Eddine El Gharbali fühlt sich in Bad Windsheim angekommen. (Foto: Josefine Mühlroth)
Nor-Eddine El Gharbali fühlt sich in Bad Windsheim angekommen. (Foto: Josefine Mühlroth)
Nor-Eddine El Gharbali fühlt sich in Bad Windsheim angekommen. (Foto: Josefine Mühlroth)

Nor-Eddine El Gharbali hat seine dreijährige Ausbildung zum Pflegefachmann erfolgreich abgeschlossen. „Ich bleibe in der Pflege, weil mir der Beruf viel Wissen und Nutzen für das tägliche Leben gibt.“ Was mit einer schwierigen Schulzeit in Marokko begann, hat in Mittelfranken nun ein erfolgreiches und erfülltes Ziel gefunden.

Der 27 Jahre alte El Gharbali blickt stolz auf einen ungewöhnlichen Weg zurück. Geboren und aufgewachsen in einem einfachen Viertel in der marokkanischen Stadt Fes, übernahm er früh Verantwortung. „Wie viele Kinder aus Arbeiterfamilien habe ich im Haushalt geholfen und Besorgungen gemacht“, erzählt er.

Ausbildungsplatz in der Klinik Bad Windsheim

Durch eine Bekannte erfuhr Nor-Eddine El Gharbali von den beruflichen Chancen in der deutschen Pflege. Mit Entschlossenheit lernte er Deutsch, bestand ein anerkanntes Sprachzertifikat mit B2-Niveau und erhielt nach einem Online-Bewerbungsgespräch einen Ausbildungsplatz in der Klinik Bad Windsheim. Die ersten Monate in Deutschland waren herausfordernd. Die Sprache und die Integration in die für ihn völlig neue Gesellschaft und Kultur erforderten gute Nerven und Unterstützung von Freunden und Kollegen, erzählt er.

„In der Berufsfachschule habe ich fast nichts verstanden“, erinnert sich El Gharbali. „Aber ich habe gekämpft – und nie aufgegeben.” Im praktischen Einsatz auf Station fand er schnell Anschluss und lernte, sich im Klinikalltag sicher zu bewegen. Besonders die Unterstützung seiner Kolleginnen und Kollegen habe ihm geholfen, Selbstvertrauen aufzubauen. Mit der Zeit hat er viel gelernt und fühlt sich heute viel sicherer. Er ist besser in Bad Windsheim angekommen.

Die Bedeutung von persönlichen Momenten

Die Sprache beherrscht er inzwischen gut, und er hat viele Kontakte geknüpft, was ihm im Alltag hilft. Heute arbeitet der Marokkaner bei den Kliniken des Landkreises Neustadt Aisch/Bad Windsheim in einem engagierten Team. „Pflege ist für mich mehr als ein Beruf – es ist ein Miteinander, bei dem wir uns gegenseitig stärken“, sagt El Gharbali. Der Austausch, das gemeinsame Lösen von Problemen und die Nähe zu den Pflegeempfängerinnen und Pflegeempfängern machen den Beruf für ihn erfüllend.

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Der Pflegefachmann erinnert sich an eine angenehme Begegnung: „Eine Pflegeempfängerin hat mich immer wieder mit einem Lächeln begrüßt und gesag: ,Du hast schöne Locken, darf ich sie mal anfassen?'“. Das habe ihm gezeigt, wie wichtig kleine persönliche Momente in der Pflege seien.

Ein Zeichen für Integration

In Bad Windsheim ist der Zugezogene bewusst geblieben: „Ich genieße die Stille hier und fühle mich angekommen.“ Nor-Eddine El Gharbalis Geschichte setzt ein Zeichen für Integration und Zukunft. Sie steht exemplarisch für viele junge Menschen, die sich mit Mut, Ausdauer und Lernbereitschaft ein neues Leben in Deutschland aufbauen.

Seine Familie in Marokko unterstützt ihn dabei. Kulturell fühlt er sich in der Pflege gut aufgehoben: „In Marokko gibt es viele Männer in der Pflege, auch wenn Frauen in der Mehrheit sind.“ Was er anderen mitgeben möchte? „Glaub an dich – und hab Geduld. Es lohnt sich.“


Von JOSEFINE MÜHLROTH
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