Markus Nehmer kandidiert erneut für das Bürgermeisteramt in Lichtenau | FLZ.de

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Veröffentlicht am 07.11.2025 20:00

Markus Nehmer kandidiert erneut für das Bürgermeisteramt in Lichtenau

Markus Nehmer möchte gern Bürgermeister in Lichtenau bleiben. (Foto: Ines Harlacher)
Markus Nehmer möchte gern Bürgermeister in Lichtenau bleiben. (Foto: Ines Harlacher)
Markus Nehmer möchte gern Bürgermeister in Lichtenau bleiben. (Foto: Ines Harlacher)

Lichtenaus Bürgermeister Markus Nehmer hat noch viel vor. Wenn ihm die Bürgerinnen und Bürger bei den Kommunalwahlen erneut ihr Vertrauen schenken, will der 43-Jährige zwei heikle Themen anpacken: Für die fehlende Nahversorgung mit Lebensmitteln und den Ärztemangel müssen Lösungen gefunden werden.

„Mir ist es wichtig, in Lichtenau was zu bewirken“, hatte Markus Nehmer nach seiner Wahl im März 2020 als sein Ziel formuliert. Mit seiner bisherigen Bilanz ist er zufrieden: „Ich bin sehr glücklich darüber, was wir in den letzten fünfeinhalb Jahren für die Lichtenauer geschaffen haben.”

Corona bremste die Verwaltungsarbeit aus

Die Amtszeit brachte so einige Herausforderungen mit sich, zum Beispiel gleich zu Beginn die Corona-Pandemie, die zwei Jahre lang die Arbeit der Verwaltung ausbremste. „Die Zeit habe ich genutzt, um das Amt zu digitalisieren”, erinnert sich Nehmer. Inzwischen können die Bürger viele Dinge online erledigen.

Unter Nehmers Führung wurde unter anderem der Glasfaserausbau vorangetrieben. Außerdem ging die Verwaltung das Thema Kläranlage an, sodass jetzt alle Ortsteile nach Lichtenau entwässern können. Für das defizitäre Freibad hat man mit maßgeblicher Unterstützung des Fördervereins ein neues Konzept entwickelt, um es für die Zukunft erhalten zu können, und der Rosengarten vor der Festungsanlage wurde ansprechend umgestaltet.

Besonders stolz ist der Rathauschef auf die Entwicklung des neuen Gewerbegebiets an der A6. Dort entsteht ein Logistikzentrum, das rund 100 neue Arbeitsplätze bringt „und hoffentlich einen ordentlichen Ertrag an Gewerbesteuer für Lichtenau”.

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Ein großes Thema war für den Bürgermeister die Netzabgabe von den Gemeindewerken an die N-Ergie. Zum 1. Januar wird die N-Ergie auch das Netz im Hauptort betreiben, in den Ortsteilen ist das bereits jetzt der Fall. Dieser Schritt sei notwendig gewesen, um die Versorgungssicherheit dauerhaft zu gewährleisten, begründet Nehmer. Mit Blick auf die finanzielle Lage der Gemeinde hofft er, dass sich der Schuldenstand von 2019 zum Ende dieses Jahres halbiert hat und damit der Weg frei ist für Investitionen in die Zukunft.

Fehlende Nahversorgung und Ärztemangel

Es gibt aber auch noch einige Baustellen, die Nehmer gern selbst anpacken möchte. „Das ist zum einen die ärztliche Versorgung. Da müssen wir ran und sind auch schon in Gesprächen. Es geht leider nicht ganz so schnell, wie wir uns das vorstellen, aber wir sind dran, hoffentlich einen Arzt nach Lichtenau zu bekommen.”

Das andere Thema, das Kopfzerbrechen bereitet, ist die Nahversorgung mit Lebensmitteln. Seit der SB-Markt Zahn zum Jahresende 2024 überraschend geschlossen hat, gibt es direkt im Ort keine Möglichkeit mehr, Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs zu kaufen. „Mir ist wichtig, dass wir einen Lebensmittel-Nahversorger nach Lichtenau bekommen”, betont Nehmer. Diesbezüglich liefen ebenfalls Gespräche, „aber das geht natürlich nicht von heute auf morgen”.

In einer Dorfladenbox werden zum Beispiel landwirtschaftliche Erzeugnisse angeboten. (Foto: Alexander Adlhoch)
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Wichtig findet der Bürgermeister des Weiteren, mehr Wohnraum im Hauptort zu schaffen. Zum einen solle den nachfolgenden Generationen Wohnraum angeboten werden, zum anderen sei ihm der Sozialwohnungsbau wichtig, „damit wir auch an die Menschen denken, die sich momentan teure Mieten oder Eigentum nicht leisten können”.

Die Herausforderungen der Zukunft möchte Markus Nehmer gern gemeinsam mit den vielen Ehrenamtlichen in der Gemeinde angehen, denen er für ihren Einsatz dankt. Sehr froh ist er auch darüber, dass ihm seine Familie den Rücken freihält und damit eine zweite Kandidatur möglich macht. „Die Unterstützung von Zuhause ist auf jeden Fall da.” Für eine weitere Amtsperiode bringt er viel Motivation mit: „Ich habe mich sechs Jahre lang eingearbeitet, ich kenne die Spielregeln und habe richtig Lust”, weitere Themen anzugehen.

Vor möglichen Gegenkandidaten fürchtet er sich nicht: „Ich nehme das sportlich. Das ist wie ein Wettbewerb. Ich hoffe, die Leute bewerten mich an dem, was ich tue – und dann möge der Bessere gewinnen. Ich glaube natürlich, dass ich der Richtige für den Job bin. Aber wenn die Bürger das anders sehen sollten, akzeptiere ich das. Schlussendlich geht es nicht um mich, sondern um Lichtenau.”

Gegen den CSU-Kandidaten durchgesetzt

Markus Nehmer ist gebürtiger Ansbacher. Nach seiner Ausbildung in der Pflege studierte er Gesundheits- und Pflegemanagement. Bevor er zum Lichtenauer Bürgermeister gewählt wurde, war er stellvertretender Geschäftsführer und Pflegedienstleitung einer Einrichtung der Arbeiterwohlfahrt in Ansbach.

Von 2008 bis 2012 saß Nehmer schon einmal im Lichtenauer Gemeinderat, dann zog er mit seiner heutigen Ehefrau nach Fürth. 2015 kehrte das Paar zurück, seitdem lebt die Familie mit zwei Kindern wieder in Lichtenau. Bei den Wahlen 2020 setzte sich Nehmer, damals Vorsitzender der Orts-SPD, mit fast 70 Prozent der Wählerstimmen gegen den CSU-Kandidaten Norbert Häßlein durch. Sein Amtsvorgänger und Parteikollege Uwe Reißmann war nicht mehr angetreten.


Andrea Walke
Andrea Walke
... ist Redakteurin in der Lokalredaktion Ansbach und seit Dezember 2012 bei der FLZ. Sie fühlt sich in Rathäusern genauso wohl wie in Gerichtssälen und trifft am liebsten Menschen, die eine interessante Geschichte zu erzählen haben. Seit 2017 betreut sie redaktionell die Aktion "FLZ-Leser helfen".
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