Veröffentlicht am 29.05.2022 13:32

Mädchentrio aus Bayern unter „Jugend forscht“-Siegerinnen

Die Chemie-Bundessiegerinnen Lena Fries (l-r), Hannah Amrhein und Hanna Fries halten ihr Forschungswerkzeug, ein Becherglas mit Elektroden. (Foto: Markus Scholz/dpa)
Die Chemie-Bundessiegerinnen Lena Fries (l-r), Hannah Amrhein und Hanna Fries halten ihr Forschungswerkzeug, ein Becherglas mit Elektroden. (Foto: Markus Scholz/dpa)
Die Chemie-Bundessiegerinnen Lena Fries (l-r), Hannah Amrhein und Hanna Fries halten ihr Forschungswerkzeug, ein Becherglas mit Elektroden. (Foto: Markus Scholz/dpa)

Beim „Jugend forscht“-Bundeswettbewerb sind am Sonntag drei Schülerinnen und ein Schüler aus Bayern als beste Nachwuchswissenschaftler in zwei Fächern ausgezeichnet worden. Der 15-jährige Vincent Nack aus Höhenkirchen bei München entwickelte ein Notbrems-Assistenzsystem für Fahrräder und wurde Bundessieger im Gebiet Arbeitswelt. Den Chemie-Preis gewannen die 16-jährigen Zwillingsschwestern Hanna und Lena Fries und die 17-jährige Hannah Amrhein vom Julius-Echter-Gymnasium Elsenfeld (Landkreis Miltenberg). Sie fanden einen neuen Ansatz, um Phosphor aus Abwasser zu recyceln.

Am 57. Bundeswettbewerb „Jugend forscht“ hatten sich mehr als 8000 Kinder und Jugendliche beteiligt, 168 kamen ins Finale. Bei der Preisverleihung in Lübeck wurden die drei Chemie-Preisträgerinnen zugleich mit dem Europa-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft ausgezeichnet. Im September dürfen sie am EU-Wettbewerb junger Forscher in Leiden in den Niederlanden teilnehmen.

Die drei Mädchen fanden heraus, dass man Phosphate im Wasser mit winzigen Flocken binden und in einem elektrischen Feld an die Oberfläche transportieren kann. Mit dieser Elektroflotation gewinnen sie über 80 Prozent des wertvollen Pflanzennährstoffs Phosphor zurück. Klärwerke gewinnen mit herkömmlichen Verfahren nur 40 bis 60 Prozent zurück.

Der 15-jährige Vincent Nack entwickelte ein Notbrems-Assistenzsystem für Fahrräder, das Frontalzusammenstöße und Abbiege-Unfälle verhindert. Mit Ultraschallsensoren und einem Kreiselstabilisator auf der Lenkstange greift es bei einer Gefahrensituation selbstständig ein und löst über einen Seilzug eine kontrollierte Notbremsung am Hinterrad aus.

Die Preisträger bekamen 2500 Euro. Hanna Fries sagte, die Experimente zusammen hätten Spaß gemacht. „Wir kennen uns schon aus dem Kindergarten.“ Jetzt hoffen sie, dass eine Kläranlage ihr Verfahren ausprobiert. Vincent Nack sagte, er habe noch keinen Partner für die Umsetzung seines Assistenzsystems. „Es muss noch kleiner werden.“

© dpa-infocom, dpa:220529-99-470957/2

north