Luftige Mode: Diese Materialien tragen sich gut im Sommer | FLZ.de

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Veröffentlicht am 29.05.2026 00:07

Luftige Mode: Diese Materialien tragen sich gut im Sommer

Weniger ist mehr? Im Sommer gilt das oft nur bedingt bei der Kleiderwahl. (Foto: Christin Klose/dpa Themendienst/dpa-tmn)
Weniger ist mehr? Im Sommer gilt das oft nur bedingt bei der Kleiderwahl. (Foto: Christin Klose/dpa Themendienst/dpa-tmn)
Weniger ist mehr? Im Sommer gilt das oft nur bedingt bei der Kleiderwahl. (Foto: Christin Klose/dpa Themendienst/dpa-tmn)

Die Temperaturen steigen, der Schweiß rinnt, das Shirt klebt am Rücken: So schön der Sommer auch sein mag, in den falschen Klamotten fühlt man sich bei Hitze schnell unwohl. 

Doch falsche Klamotten, das heißt auch bei 30 Grad im Schatten nicht unbedingt, dass man zu viele oder zu lange Kleidungsstücke trägt, sagt die Stilberaterin Dunja Heß. Im Gegenteil. „Im Sommer ist die Luftzirkulation, die wir haben, viel wichtiger als wenig Stoff.“

Am besten achtet man also auf den Schnitt der Kleidungsstücke: Die weite Hose und lockere Bluse tragen sich bei Hitze oft deutlich angenehmer als das knappe aber enge Kleid. Vorausgesetzt: Das Material passt zur Temperatur, ist im Sommer also möglichst atmungsaktiv. „Und es sollte mit Feuchtigkeit umgehen können, wenn der Körper schwitzt“, sagt Dunja Heß. 

Der Klassiker dafür: Baumwolle. Die „nimmt Feuchtigkeit wunderbar auf und fühlt sich atmungsaktiv an“, sagt Stefanie Trevisan. Sie ist Dozentin für Textiltechnologie und Materialtechnologie an der AMD Akademie Mode & Design in München. „Man hat das Gefühl, man schwitzt weniger in Baumwolle, einfach weil die überschüssige Wärme des Körpers durch das textile Material gebunden wird.“

Cool Wool für den Businessanzug

Eine Alternative: die Chemiefaser Viskose, die aus Cellulose hergestellt wird. Sie gilt als atmungsaktiv und kann viel Feuchtigkeit aufnehmen. 

Lyocell, das zudem unter dem Markennamen Tencel bekannt ist und auch Cellulosefasern nutzt, kann hier ebenfalls punkten. „Lyocell ist eine nachhaltigere Alternative zur Viskose“, sagt Materialexpertin Trevisan. „Denn die bei der Herstellung von Lyocell verwendeten Chemikalien sind deutlich umweltverträglicher als bei der Viskoseherstellung.“

Und wie sieht es mit Wollprodukten aus, etwa mit Kaschmir? Die sieht die Dozentin für Textiltechnologie und Materialtechnologie als gute Wahl für leicht sommerliche Temperaturen und kühle Nächte. „Aber wenn wir bei über 30 Grad sind, würde ich von den Tierhaaren deutlich abraten.“ 

Mit einer Ausnahme: Sogenannte Cool Wool, die gern bei Anzügen zum Einsatz kommt. „Das ist eine Garnkonstruktion, die zum einen ganz feine Fasern nutzt, und zum anderen das Garn so ausspinnt, dass es nicht viel Porenvolumen hat“, erklärt Trevisan. „Also für den Herrn oder die Dame, die mit ihrem Businessanzug viel mit dem Koffer unterwegs ist. Da ist tatsächlich die Cool Wool eine gute Alternative zur Baumwolle, weil das Material weniger knittert.“

Klassisch, aber knittrig: Leinen

Apropos knittern - wen die ein oder andere Falte nicht stört, der ist natürlich auch bei einem Klassiker gut aufgehoben: Leinen. „Das Ganze ist flusenfrei, es neutralisiert auch Gerüche und nimmt die Feuchtigkeit schön auf“, sagt Trevisan. Soll es etwas weniger knittern, kann man auch zu Stücken greifen, die Leinen mit anderen Materialien verbinden, mit elastischem Polyester etwa. 

„Mit 10 Prozent Polyester hat das Material schon deutlich weniger Knitterneigung“, sagt Trevisan. Allerdings sollte man ihr zufolge darauf achten, dass der synthetische Anteil bei diesen Fasermischungen sehr niedrig bleibt. 

Denn, da sind sich die beiden Expertinnen einig, Polyester ist alles andere als ein gutes Material für den Sommer. Auch dann nicht, wenn es sich um einen glänzend-stretchigen Silk-Look handelt, wie er jetzt gerade im Trend liegt, so Dunja Heß. „Polyester ist ein Material, das überhaupt nicht atmungsaktiv ist, in dem man sehr schnell schwitzt und das auch kaum Feuchtigkeit aufnimmt.“ Nicht selten mit unangenehmen Geruchsfolgen. 

Lesen und anfassen

Am besten achtet man beim Kauf neuer Stücke also genau darauf, zu welchem Anteil die gelisteten Materialien verarbeitet wurden. Außerdem: das Gewicht des Kleidungsstücks und die Struktur des Stoffs prüfen. Auch sie machen einen Unterschied in puncto Hitzetauglichkeit. „Wenn der Stoff ganz locker gewebt ist, ist er luftdurchlässiger, als wenn der Stoff ganz dicht gewebt ist“, sagt Stefanie Trevisan. „Und je schwerer das Material ist, desto wärmeisolierender ist es in der Tendenz.“

Stimmt das Material, kann man dann selbst schwarze Stücke gut im Sommer tragen, sagt Modeberaterin Dunja Heß. Auch wenn hellere Farben das Sonnenlicht natürlich besser reflektieren - „und einfach sommerlicher wirken“. 

Der Tipp der Stilberaterin für die Saison lautet dann auch: zu hellen Tönen und Leinenstücken greifen. „Für mich ist ein perfektes Sommeroutfit eine hellblaue Leinenhose zur hellblauen Bluse oder ein Kleid in hellem Gelb.“

© dpa-infocom, dpa:260528-930-143307/1


Von dpa
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