Cocktails sollen Freude bereiten. Um mehr Geschmack in ihre Drinks zu bringen, greift Lydia Raaf-Dahaldian von „Dorothy Bar“ in München zu selbst gekochten Sirups. „Da kann man Reste verwerten, einfach kreativ sein“, erklärt die junge Bartenderin.
Sie findet, dass sich der Ruf des dickflüssigen Zuckerwassers inzwischen zum Positiven gewandelt hat. Für sie ist Sirup an der Bar eine Zutat, die konserviert und Aromen transportiert.
Lydia Raaf-Dahaldian nimmt für ihren Zuckersirup, in der Branche auch Simple Syrup genannt, Zucker und Wasser im Verhältnis 1:1, also ein Teil Zucker auf einen Teil Wasser. Die Menge hängt davon ab, wie viel benötigt wird.
Nun Wasser und Zucker unter gelegentlichem Rühren aufkochen, bis die Zuckerkristalle komplett aufgelöst sind. Danach für wenige Minuten bei geringer Hitze simmern lassen, um den Sirup dickflüssig zu bekommen.
Der britische Barkeeper Owen Williams empfiehlt in seinem Buch „Dry Bar“ den Simple Syrup etwa für einen alkoholfreien Limon Spritz. In ein mit Eiswürfeln gefülltes Weinglas gießt er frisch gepressten Zitronensaft mit Sirup, Sodawasser und alkoholfreiem Sekt auf. Das Glas garniert der Experte aus Wales mit einem frischen Rosmarinzweig.
Die Zuckerlösung kann mit Kräutern wie Rosmarin, Thymian oder Lavendel, Gewürzen, Früchten, Vanille oder Zitrone aromatisiert werden. Kräuter und Gewürze werden mit dem heißen Zuckersirup übergossen und ziehen über Nacht. In einer sauberen Flasche kühl aufbewahrt, hält sich der Sirup bis zu 4 Wochen. Für einen Rosmarinsirup hängt Lydia Raaf-Dahaldian einen Zweig in die Zuckerlösung. Oder sie aromatisiert mit getrockneten Lavendelblüten oder Zitronenzesten.
Früchte wie Erdbeeren werden in einem Glas zerdrückt und Zuckersirup darübergegossen. Das Ganze zieht 24 Stunden im Kühlschrank und wird dann in ein sauberes Glas abgeseiht. Der Erdbeersirup hält sich im Kühlschrank drei Wochen.
Als Erdbeer-Basilikum-Tonic mit Zitrone und Tonic Water ist er für Owen Williams im Highball-Glas mit Basilikum und Crushed Ice ein leckerer Sommerdrink.
Dieser Sirup ist eine wichtige Zutat in Williams' „Earl of Bramble“ aus Brombeeren, Tee-Sirup, alkoholfreiem Gin und frisch gepresstem Zitronensaft. Serviert wird der Drink mit Crushed Ice im Tumbler, garniert mit Brombeeren und Minze.
Für 350 ml Earl-Grey-Sirup nimmt der Brite 240 ml frisch aufgebrühten starken Earl-Grey-Tee und bringt ihn mit 200 Gramm Zucker in einem Topf zum Kochen. Danach lässt er es bei geringer Hitze unter Rühren köcheln, bis der Zucker aufgelöst ist. Dann nimmt er den Sirup vom Herd, lässt ihn abkühlen und füllt ihn in ein Schraubglas. Im Kühlschrank hält das Gemisch 3 Wochen.
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