Heiße Wohnung: Räume clever kühl halten ohne Klimaanlage | FLZ.de

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Veröffentlicht am 28.05.2026 00:06

Heiße Wohnung: Räume clever kühl halten ohne Klimaanlage

Nicht immer eine gute Idee: Mit nassen Tüchern und Co. für Abkühlung sorgen. (Foto: Benjamin Nolte/dpa-tmn)
Nicht immer eine gute Idee: Mit nassen Tüchern und Co. für Abkühlung sorgen. (Foto: Benjamin Nolte/dpa-tmn)
Nicht immer eine gute Idee: Mit nassen Tüchern und Co. für Abkühlung sorgen. (Foto: Benjamin Nolte/dpa-tmn)

Wer auf der Südseite oder unterm Dach wohnt, lebt im Sommer besonders heiß. Und das ist selten lustig: Eine überhitzte Wohnung kann eine große Belastung sein. Dagegen hilft natürlich eine Klimaanlage. Doch wer die nicht hat, muss sich anderweitig behelfen. Etwa, indem man die Fenster nur zur richtigen Zeit öffnet. 

Denn: „Das A und O ist, die Wärme möglichst gar nicht erst ins Innere zu lassen“, sagt Ramona Ballod von der Verbraucherzentrale Thüringen. Sobald morgens die Sonne aufgeht, sollten die Räume deshalb verschattet und alle Fenster geschlossen werden. 

Das bleiben sie dann am besten auch den ganzen Tag über, selbst wenn es bei Sonnenschein schwerfallen mag. Erst spätabends, wenn die Außentemperaturen gefallen sind, ist es sinnvoll, zu lüften. „So lange wie möglich, am besten die ganze Nacht hindurch“, rät Ballod. „Und idealerweise auf Durchzug.“ 

Wer sich beim Gedanken an geschlossene Fenster den ganzen Tag unwohl fühlt, kann natürlich regelmäßig für Frischluft sorgen und sich mit dem Ventilator Kühlung verschaffen.

Welcher Sonnenschutz passt zur Wohnung?

Sinnvoll ist auch ein Sonnenschutz vor dem Fenster. „Mit Markisen, Rollläden oder Raffstores, die außen angebracht werden, erzielt man gute Ergebnisse“, sagt Frank Lange, Geschäftsführer des Verbands Fenster + Fassade. Produkte, die nicht direkt an der Scheibe angebracht werden, sondern an den äußeren Rahmenprofilen der Fenster sind ebenfalls eine Option. Dafür brauchen Mieter allerdings die Zustimmung ihres Vermieters. 

Das gilt auch für äußeren Sonnenschutz wie Markisen vor dem Balkonfenster. „Denn es handelt sich dabei um eine bauliche Veränderung der Mietsache, die sie nicht auf eigene Faust vornehmen dürfen“, sagt Rolf Bosse. Er ist Vorsitzender des Mietervereins zu Hamburg.

Der Vermieter darf die Zustimmung zwar nicht ohne Weiteres verweigern, ist unter Umständen sogar zur Duldung verpflichtet, dennoch scheuen manche Mieter bei Gegenwind den Gang zum Gericht. Dann bleibe den Bewohnern nichts anderes übrig, als auf innenliegenden Sonnenschutz wie Innenrollos oder Vorhänge vor den Fenstern zu setzen. „Dafür sind keine baulichen Veränderungen notwendig. Es ist aber längst nicht so effektiv wie äußerer Sonnenschutz, weil die Hitze schon durch die Fenster ins Haus gelangt ist und den Raum erwärmt.“ 

Nicht jeder Tipp ist ein guter

Gern wird Mietern Sonnenschutzfolie empfohlen, die von außen auf die Fensterscheiben geklebt wird. „Das ist etwas mühsam und oftmals auch nur mit Zustimmung des Vermieters umsetzbar“, so Ramona Ballod. Es gibt auch Folien, die auf der Innenseite angebracht werden, aber die seien nicht so wirksam. Das Problem dabei: Die Sonnenschutzfolien verdunkeln den Raum. Das ist im Winter unangenehm, weil weniger Licht und Wärme in die Räume gelangt. Frank Lange rät von Sonnenschutzfolie ab, weil das darunterliegende Glas durch thermische Spannungen brechen könne. 

Und auch manch andere vermeintlich hilfreiche Tipps für warme Tage haben ihre Tücken. Das Aufhängen feuchter Wäsche oder nasser Bettlaken im Raum etwa. „Warme Luft speichert viel Wasser. Viele Menschen empfinden die feuchte Luft dann als unangenehm“, sagt Mietexperte Rolf Bosse. „Außerdem ist die Grenze der Kühlung irgendwann erreicht, und die Feuchtigkeit muss herausgelüftet werden. Geschieht das nicht, drohen Schimmelschäden.“ 

Will man es trotzdem probieren, sollte man sich ein Hygrometer anschaffen. Damit kann man die Feuchtigkeit in der Wohnung kontrollieren und gegebenenfalls gegensteuern.

Auf Grün setzen - und auf Weiß

Gut ist dagegen jede Form von Grün im und vor dem Haus. Pflanzen spenden Schatten, verdunsten Wasser und kühlen so die Umgebung. „Kletterpflanzen auf dem Balkon, die sich hochranken, oder Bäume vor dem Fenster halten die Hitze fern“, sagt Ramona Ballod. Und sie fördern die Bildung von Kaltluft in der Nacht.

Ventilatoren können ebenfalls Abhilfe schaffen. Zwar kühlen sie die Luft nicht herunter. Aber sie wirbeln sie auf. „Das bringt Erleichterung, denn bewegte Luft fühlt sich kühler an als stehende Luft“, so Ballod. Allerdings sorgen manche elektrischen Geräte auch für Wärme: Fernseher, Computer, Kühlschränke, Gefriertruhen oder Lampen etwa. Werden diese Geräte nicht im Dauerbetrieb genutzt, kann es schon einiges bringen, die Stecker zu ziehen.

Und dann kann man sich noch den Albedo-Effekt zunutze machen. Die Albedo (von lateinisch albus - weiß) ist das Maß dafür, welchen Anteil der einfallenden Sonnenstrahlung eine Oberfläche zurückwirft, heißt es auf der Plattform Helmholtz Klima der Helmholtz-Gemeinschaft. Je heller eine Fläche ist, desto höher ist dieser Anteil. Weiße Flächen reflektieren die Sonnenstrahlung also besser und bleiben kühler als schwarze. Ein Beispiel: Glattes Eis und weißer Schnee haben etwa eine hohe Albedo mit Werten zwischen 0,8 und 0,9. Die Albedo von Asphalt liegt bei 0,05. 

Und genau das kann man bei Neubauten berücksichtigen, etwa mit weißen Fassaden. Hilft natürlich nicht in der bereits vorhandenen Mietwohnung. Aber auch da kann man diesen Effekt für sich nutzen. Für innen liegenden Sonnenschutz wie Rollos oder Jalousien etwa. Hier eignen sich vor allem reflektierende Materialien in hellen Farben.

© dpa-infocom, dpa:260527-930-137938/1


Von dpa
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