Eines der prestigeträchtigsten Langstrecken-Rennen Asiens fand nach fünf Jahren Pause erstmals wieder statt. Bei der 49. Ausgabe der 1000 Kilometer von Suzuka war auch Maximilian Götz aus Uffenheim dabei, der einen schweren Stand hatte und letztlich auf Rang 10 kam.
Der Langstrecken-Klassiker auf der japanischen Formel-1-Strecke wurde 2020 wegen der Corona-Pandemie abgesagt und kam lange nicht mehr auf die Beine. Dieses Jahr wurde das Rennen wieder zum Leben erweckt und zählt zur Intercontinental GT Challenge. 38 GT3-Fahrzeuge hatten gemeldet. Für viele japanische Fahrer war es eine Chance, sich auf internationaler Bühne zu präsentieren.
Das galt auch für einen der Kameraden von Götz. Er teilte sich mit Lokalmatador Kakunoshin Ohta und dem estnischen Werksfahrerkollegen Ralf Aron einen Mercedes-AMG GT3 Evo des Teams Craft-Bamboo Racing, der in der Pro-Klasse um den Gesamtsieg mitfahren sollte.
Schon in der chaotischen Qualifikation lief es nicht optimal für das Trio. Die drei Sessions – alle drei Fahrer eines Autos mussten eine Zeit setzen – wurden mehrfach nach Zwischenfällen unterbrochen und neu gestartet. Es war schwer, die Reifen auf Temperatur zu bringen. Am schlimmsten lief es bei Ohta, der lange Zeit seine Geschwindigkeit nicht drosselte, als nach einem Unfall die rote Flagge gezeigt wurde. Zur Strafe wurde seine einzige normale Rundenzeit gestrichen und die Durchschnittszeit des Trios reichte nur noch für Startplatz 28.
Zu Beginn des auf 6,5 Stunden angesetzten Rennens musste Aron eine Aufholjagd starten. Er pflügte sich auch relativ schnell durch das Feld der nominell schlechter besetzten Autos und übergab den AMG mit einem Top-10-Platz an seine Kollegen.
Diese hatten es dann mit einer ereignisreichen Schlussphase zu tun. Es gab mehrere Gelb- und Safety-Car-Phasen nach Unfällen. Mit taktischen Boxenstopps versuchte das Team, sich einen Vorteil zu verschaffen, denn auf der Strecke war realistisch gesehen nicht mehr drin als Rang 7. Die AMG-Boliden konnten mit den BMWs, Porsches und der einen Corvette einfach nicht mithalten.
Auf dem 7. Platz lag Schlussfahrer Ohta auch bis kurz vor dem Ende. In den letzten fünf Rennminuten verlor der ausgelaugte Japaner aber noch drei Positionen und brachte den Wagen nur auf Rang 10 über die Ziellinie – übrigens nach etwa 987 gefahrenen Kilometern.
Götz berichtete hinterher, was Ohta zu schaffen machte: Es gab große Probleme mit dem Kühlungssystem im Innenraum des Autos. Bei den hohen Temperaturen in Japan raubte das den Fahrern viel Energie. Er erklärte: „Das war das härteste Rennen, das ich je gefahren bin. Wir hatten keine gute Startposition. Unsere Strategie und unser Einsatz lagen heute bei 100 Prozent. Die Pace war wirklich schwierig. Am Ende war für uns nicht mehr möglich.”
Die nächsten Renneinsätze hat der Uffenheimer im Oktober. Dort finden an drei aufeinanderfolgenden Wochenenden die letzten Rennen der British GT Championship in Donington Park, der GT World Challenge Europe in Barcelona und dann auch der Intercontinental GT Challenge auf dem weltberühmten Indianapolis Motor Speedway statt.