Mit der Pole Position waren die Voraussetzungen für das Rennen erst einmal blendend. Doch das war nur eines der Puzzleteile, die für Maximilian Götz beim vorletzten Saisonlauf der British GT Championship in Brands Hatch richtig sitzen mussten.
Gegen Götz und dessen Teamkollegen Kevin Tse sprach hingegen die Regelung, die Autos mit zuletzt guten Ergebnissen bestraft. Das Duo im Mercedes-AMG von 2 Seas Motorsport hatte nach den Erfolgen in Snetterton (Plätze 1 und 2) 20 Sekunden Kompensationszeit während des Boxenstopps beim Pflichtfahrerwechsel abzusitzen. Die Konkurrenten der beiden im Titelkampf hatten weniger oder überhaupt keine zusätzlichen Sekunden in der Box zu verbringen.
Ein Nachteil, der großen Einfluss auf den Rennverlauf hatte. Zudem war der Vorteil des guten Startplatzes nach der besten kombinierten Zeit der beiden Fahrer im Qualifying schnell weg. Tse verlor schon in der ersten Rennrunde zwei Positionen. Und nur wenige Sekunden später gab es nach einem Zwischenfall eine erste Gelbphase.
Da der Aston Martin von Blackthorn, einer der Konkurrenten im Titelkampf, früh an die Box musste, rückte Tse auf Rang 2. In der 19. Minute kam es zu einer weiteren, längeren Gelbphase, weil ein Auto Feuer gefangen hatte. Das führte dazu, dass sich kaum Zeitabstände zwischen den Autos entwickelten und das Feld eng beieinander lag.
Götz und Tse würden deshalb bei ihrem Boxenstopp relativ viele Positionen verlieren. 2 Seas zockte deshalb und ließ Tse so lange wie möglich auf der Strecke, obwohl Götz als höher eingestufter Fahrer eigentlich der schnellere Mann ist. Doch die erhoffte nächste Gelbphase, in der die beiden nicht so viel an Boden verloren hätten, blieb aus.
Erst nach fast 70 Minuten des zweistündigen Rennens kam Tse, kurzzeitig in Führung liegend, an die Box. Götz fuhr auf Rang 11 mit 25 Sekunden Rückstand auf die Spitze der GT3-Klasse wieder auf die Strecke. Freie Fahrt für die Aufholjagd hatte er allerdings nicht durchgehend. Denn nach einem Unfall mit mehreren Autos gab es eine 18 Minuten lange Gelbphase. Zehn Minuten vor Schluss wurde das Rennen wieder freigegeben, Götz lag da auf Rang 7 und auf dieser Position fuhr er auch über die Ziellinie.
In der Gesamtwertung rutschten Götz/Tse (119 Punkte) auf Rang 4 ab, da die Konkurrenten auf den Plätzen 1, 2 und 4 fleißig punkteten. Führende sind weiterhin Charles Dawson und Kiern Jewiss (155,5 Punkte), die das Rennen in Brands Hatch gewannen und das Schwesterauto von 2 Seas Motorsport steuern. Da die Sieger im letzten Saisonlauf in Donington Park Anfang Oktober maximal 37,5 Punkte einheimsen können, sind die Titelchancen des Uffenheimers nur noch sehr gering.