Mit einem Feuerdrama endete der siebte Start von Maximilian Götz beim 12-Stunden-Rennen in Bathurst/Australien. In Führung liegend, wurde Teamkollege Ralf Aron in einen schlimmen Unfall verwickelt.
Mit Götz, Aron und Lucas Auer standen drei AMG-Werksfahrer in Diensten von Craft Bamboo Racing. Das Trio sollte beim Auftaktrennen der Intercontinental GT Challenge um den Sieg mitfahren und ging nach der Qualifikation von Position 2 ins Rennen, bei dem 34 Autos am Start waren, davon 31 GT3-Fahrzeuge. Götz stand beim beliebten Rennen auf dem Mount Panorama Circuit bisher zweimal auf dem Podium.
Irgendwann, ähnlich wie schon 2023, fingen aber die Kameras im Boxenbereich Bilder von einem geschockten Maximilian Götz ein. Diesmal reagierte er nicht nur auf einen kleinen Kontakt seines Teamkameraden mit der Begrenzungsmauer, durch den das Auto beschädigt wurde und der eine Podiumsplatzierung verhinderte.
Der Uffenheimer musste mit ansehen, wie sein hilfloser Teamkollege frontal in ein anderes Auto donnerte, das an einer Stelle mit keinerlei Sicht liegengeblieben war. Der Mercedes-AMG GT3 wurde völlig zerstört und fing Feuer. Aron versuchte verzweifelt, seine Tür zu öffnen, während die Konkurrenten ihre Wagen durch die Unfallstelle manövrierten. Es gelang dem Esten schließlich, das Wrack zu verlassen und sich auf allen Vieren in Sicherheit zu bringen.
Die Umstände waren aus Sicht des Teams maximal bitter. Craft Bamboo Racing gilt als Rennstall, der gerne mal versucht, aus einem Nachteil mit etwas risikoreichen Boxenstopp-Strategien einen Vorteil zu machen. So auch diesmal. Götz übernahm kurz nach dem Start Rang 1 und fuhr nach 90 Minuten als Führender zum ersten Boxenstopp. Gerade dann gab es nach einem Unfall eine Safety-Car-Phase und die Konkurrenz konnte bei langsamer Fahrt ihren Stopp abhalten.
Dadurch fiel Lucas Auer, der das Steuer übernahm, auf Rang 21 zurück. Es begann eine Taktiererei mit mehreren zusätzlichen Boxenstopps in Safety-Car-Phasen, die dafür sorgen sollte, dass das Team – mit etwas Glück im richtigen Moment – im Klassement nach vorne gespült werden würde.
Das funktionierte auch tatsächlich. Nach fast acht Stunden rollte nach einem Unfall wieder das Safety Car raus auf die Strecke. Während die meisten Autos zum Stopp fuhren, sollte Aron draußenbleiben, da er noch relativ viel Sprit hatte. Er fuhr sogar durch die Boxengasse, hielt aber nicht an. Götz berichtete in der Live-Berichterstattung von einem kleinen Kommunikationsproblem.
Aron übernahm nun die Führung. Als das Rennen wieder freigegeben wurde, begann die übliche hektische Hatz. Im technischen und gefährlichen Mittelabschnitt der Strecke über den Mount Panorama kam es dann zur Katastrophe: Ein Porsche hatte sich auf der Bergabfahrt in der engen Rechtskurve Forrest's Elbow gedreht. Das Feld raste auf diese Stelle zu und Aron krachte in das Auto, das er nicht sehen konnte.
Das Rennen war etwa eine Stunde unterbrochen, um die zerstörten Autos zu bergen. Ralf Aron wurde in ein Krankenhaus gebracht, es hieß, sein Zustand sei stabil. Der Fahrer des Porsche, Johannes Zelger, hatte das Glück, dass Aron auf seine Beifahrerseite prallte.
In einem Post in den sozialen Medien schrieb Götz nach dem Rennen: „Es hat uns mal wieder gezeigt, wie gefährlich der Sport sein kann. Ralf wurde heute verletzt, genauso wie wir. Wir dachten, wir hätten alles unter Kontrolle, aber das hatten wir nicht. Ich liebe diesen Sport, aber in Momenten wie diesen realisierst du, wie schmerzhaft er sein kann.”
Rennsieger wurde ein anderer AMG mit den drei Werksfahrern Maxime Martin, Mikael Grenier und Maro Engel.