Kirschjoghurt-Test: Meist lecker, aber was ist mit Frucht? | FLZ.de

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Veröffentlicht am 29.07.2026 05:03

Kirschjoghurt-Test: Meist lecker, aber was ist mit Frucht?

Ein Sommerklassiker im Check: Die Testergebnisse zeigen, dass viele Kirschjoghurts beim Fruchtanteil nicht überzeugen können. (Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn)
Ein Sommerklassiker im Check: Die Testergebnisse zeigen, dass viele Kirschjoghurts beim Fruchtanteil nicht überzeugen können. (Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn)
Ein Sommerklassiker im Check: Die Testergebnisse zeigen, dass viele Kirschjoghurts beim Fruchtanteil nicht überzeugen können. (Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn)

Auf ihren Bechern werben die Hersteller gerne mit tiefroten Kirschen, die im Joghurt versinken: „Fruchtig-rotes Sommervergnügen“ oder „Fruchtgenuss für alle Sinne“ lauten die Versprechen.

Doch wie viel Frucht steckt wirklich in den beliebten Fruchtjoghurts mit Kirschgeschmack? Und gibt es Unterschiede und eine mögliche Belastung mit Pestiziden?

Was sagt das Labor, was schmecken die Verkoster?

Dem ist die Stiftung Warentest (Ausgabe 8/26) auf den Grund gegangen und hat 20 Produkte in den Kategorien Kirschjoghurt, Kirschsahnejoghurt und Joghurt griechischer Art mit Kirschen ins Labor und zu Verkostern geschickt. 

Die gute Nachricht voran: 14 der 20 Produkte schneiden mit „Gut“ ab. Fünf Becher erreichen ein „Befriedigend“ und ein Produkt ein „Ausreichend“ befunden. 

Die Testsieger:

  • Die beste Note „sahnt“ der Sahne-Joghurt von Milbona (0,26 Euro pro 100 g) von Lidl ab. 
  • Bei den Kirschjoghurts ohne Sahne liegt Müller mit der Ecke (0,59 Euro pro 100 g) knapp vorn.
  • Lyttos von Aldi (0,27 Euro pro 100 g) ist bester Joghurt griechischer Art mit Kirschen.

Dass guter Joghurt nicht teuer sein muss, beweist für die Warentester der Preis-Leistungs-Sieger:

  • Milsani Alpighurt von Aldi (0,19 Euro pro 100 g). Er kostet nicht mal ein Drittel des Preises des teuersten Produktes im Test.

Was den Testern auffiel:

Wer viel Kirschen im Joghurt erwartet, muss sich schon selbst Früchte in den Joghurt schnippeln: Denn einige Kirschjoghurts bringen es gerade mal auf den Mindestgehalt für Fruchtjoghurt von 6 Prozent. Im Schnitt seien es laut Zutatenlisten rund 10 Prozent. Da aber der Fruchtgehalt analytisch nicht bestimmbar ist, wurde er auch nicht bewertet, schreiben die Tester. 

Dafür würden die meisten Anbieter bei Geschmack und Aussehen mit Aromastoffen und färbenden Pflanzenkonzentraten nachhelfen, wie Holunder, Trauben oder Rote Bete. Dass es auch ohne zusätzliche Aromatisierung und Farbe ginge, zeige ein Joghurt mit 16 Prozent Kirschanteil: Der Feinjoghurt Kirsche von Mövenpick (0,66 Euro pro 100 g). 

Was die Tester noch bemängeln:

  • In allen konventionell erzeugten Kirschjoghurts wurden im Labor Rückstände von Pflanzenschutzmittel nachgewiesen, vor allem der Wirkstoff Captan, der Pilzkrankheiten vorbeugen soll - allerdings unterhalb des gesetzlichen Höchstgehalts. Captan soll laut Stiftung Warentest im Verdacht stehen krebserregend zu sein. Ganz ohne Pestizidrückstände schneiden alle drei Bio-Kirschjoghurts ab.
  • Alle Joghurts enthalten reichlich Zucker: Der Prozentanteil reicht von 9,3 bis 13,3.
  • Unklarheiten bei der Deklaration, etwa wenn es heißt „Fruchtzubereitung aus Deutschland“, aber die Kirschen aus Polen stammen.

© dpa-infocom, dpa:260729-930-452782/1


Von dpa
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