Jetzt gehts ums Geld: Emskirchen will eine Freiluftsporthalle bauen | FLZ.de

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Veröffentlicht am 22.09.2025 07:01

Jetzt gehts ums Geld: Emskirchen will eine Freiluftsporthalle bauen

So könnte die Emskirchener Freiluftsporthalle später einmal aussehen. (Repro: Johannes Zimmermann)
So könnte die Emskirchener Freiluftsporthalle später einmal aussehen. (Repro: Johannes Zimmermann)
So könnte die Emskirchener Freiluftsporthalle später einmal aussehen. (Repro: Johannes Zimmermann)

„Für die Gemeinde wäre das ein tolles Aushängeschild”, fand Peter Haag (CSU) in der Emskirchener Ratssitzung. „Da haben auch die Jugendlichen etwas davon.” Im Gespräch ist eine Freiluftsporthalle im Bereich des Bahnhofswaldes – zwischen Dreifachturnhalle, Mittelschule und Skaterplatz. Gebaut wird aber nur, wenn eine Förderung fließt.

Im Mai 2024 hatte der Emskirchener Marktgemeinderat einen Grundsatzbeschluss gefasst, das Großprojekt für eine Leader-Förderung bei der LAG Rangau einzureichen. Dazu hatte Bürgermeisterin Sandra Winkelspecht nun gute Nachrichten: Das Entscheidungsgremium habe der Idee die höchste Punktzahl gegeben, entsprechend steht eine Förderung von 250.000 Euro im Raum. Doch das, betonte Winkelspecht, war nur die erste Hürde. „Wir müssen jetzt einen Förderantrag beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) stellen. Das ist ein Riesenförderantrag.”

895.000 Euro Kosten stehen unterm Strich

Bei den ersten Beratungen 2024 waren Kosten von 500.000 Euro genannt worden. Für den Antrag musste die Marktgemeinde nun ein fundiertes Angebot mit Kostenberechnung für eine solche Freiluftsporthalle erstellen lassen. Und wie das eben so ist, schnellen dann auch gerne die Gelder in die Höhe. 895.000 Euro stehen jetzt insgesamt unter dem Strich, nach Abzug der möglichen Leader-Höchstförderung blieben dann also noch gut 645.000 Euro an der Gemeinde hängen, wobei die Bürgermeisterin eine weitere Finanzspritze in Aussicht hat: „Wir haben jemanden, der uns einen Zuschuss zugesagt hat.”

Die kleine Kostenexplosion mag auch ein bisschen täuschen, wie Winkelspecht betonte. Denn mittlerweile sind noch ein paar zusätzliche Posten dazugekommen: Das Dach der Freiluftsporthalle wurde ein bisschen größer geplant, für einen Bereich, „in dem sich die Sportlerinnen und Sportler aufhalten können, ohne im Spielfeld zu stehen” und für Regenschutz.

Eine Garage für die Sportgeräte

Weiter sollen Container aufgestellt werden – einer als eine Art Garage für die Sportgeräte wie Bälle und einer als WC, damit sich die Nutzerinnen und Nutzer nicht in der Wildnis erleichtern müssen. Das habe den Preis natürlich in die Höhe getrieben. Günther Humann (FWG) war trotzdem von der enormen Steigerung „überrascht”, wie er sagte.

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Um den Förderantrag stellen zu können, fehlte jetzt noch ein Grundsatzbeschluss des Marktgemeinderates Emskirchen, „dass die Maßnahme auch gebaut werden soll, wenn der Förderantrag positiv ausfällt”, wie es in den Sitzungsunterlagen ausgedrückt ist. Dies ließ so manchen Rat aufschrecken. Würde das eine Baupflicht bedeuten, wenn die Förderung von einer Viertel-Million Euro zugesagt wird?

Bürgermeisterin Winkelspecht und Nadine Wölfle aus der Verwaltung konnten beruhigen. „Wenn wir später beschließen, der Haushalt gibt es nicht mehr her, dann wird es nicht gebaut”, betonte Winkelspecht. Ohne Ansatz im Etat sei das dann auch gar nicht möglich, so Wölfle. Die Gemeinde habe also eine Art Rücktrittsklausel für den Worst Case.

Der Arena-Name kann vermarktet werden

Sandra Winkelspecht machte auch klar, dass die Freiluftsporthalle eine Investition sei, die Emskirchen nicht nur um eine Attraktion erweitere, sondern sich langfristig auch amortisiere. Der Arena-Name könnte ebenso vermarktet werden wie die Banden mit Werbung und auch der Betrieb rechne sich durchaus, wie Freiluftsporthallen-Beispiele aus anderen Kommunen zeigten.

Die Miete solle pro Stunde rund 30 Euro betragen, wobei die Summe nach Tageszeit gestaffelt werden soll. Bereits bei einer „mittelguten Belegung” rechnet die Bürgermeisterin im ersten Jahr mit einem Plus von 18.000 Euro im Betrieb, das steige stetig und betrage im fünften Jahr locker 30.000 Euro.

Winkelspechts Fazit: „Es ist erst einmal viel Geld, das wir ausgeben, aber wir nehmen damit auch ein.” Und klar sei: Die Mehrfachsporthalle in der Gemeinde sei völlig ausgelastet und biete keinerlei Kapazitäten mehr für neue Gruppen. „Die Freiluftsporthalle ist deshalb ein Angebot, das für Emskirchen gut wäre.”

Reinhard Eckardt sprach für die ÖDP/ZG-Fraktion seinen Zuspruch aus: „Wir finden es gut, wenn es gebaut wird, wir wollen es grundsätzlich.” Aber natürlich müsse man auch aufs Geld schauen, denn, wie ebenfalls von anderer Seite betont wurde: „Das ist keine Pflichtaufgabe.”

Ein Treffpunkt für die Jugend

Christian Vogler (CSU) sieht dringenden Bedarf an einem Platz als Treffpunkt für die Jugend. „Eine Freiluftsporthalle wäre eine coole, imagebildende Maßnahme.” Er sei zwar ob der hohen Kosten auch erschrocken, fand aber: „Lieber so als wenn dann versteckte Kosten dazukommen.” Er zeigte sich zuversichtlich, dass das Angebot auch Menschen über die Gemeinde hinaus zum Sporteln nach Emskirchen ziehen würde. „Das ist eine sehr gute Sache.”

Der Grundsatzbeschluss für die Freiluftsporthalle fiel einstimmig. Trotzdem bremste Winkelspecht ein wenig die Euphorie: „Es kann bis zu einem Jahr dauern, bis wir Bescheid wissen, ob wir die Förderung erhalten.” Und: „Wir setzen es nur mit Förderung um.” Sie zeigte sich aber angesichts der höchsten Punktzahl von der LAG Rangau sehr optimistisch, den 250.000-Euro-Zuschlag zu erhalten.

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