Sie wollten musizieren, hatten aber keine Instrumente und kaum Geld. Erst Spenden von Ortsansässigen machten deren Anschaffung möglich, so dass 13 junge Männer als Geslauer Bläserchor loslegen konnten. 100 Jahre ist das jetzt her – ein Anlass, den die Blaskapelle, wie die Formation seit 1970 heißt, heuer umfangreich zu feiern gedenkt.
Den Auftakt des mehrteiligen Jubiläumsprogramms in der Gemeinde im Landkreis Ansbach bildet am Samstag, 16. März, eine musikalische Zeitreise. Das Konzert beginnt um 19.30 Uhr in der Turnhalle an der Grundschule. Laut Mitteilung des Vorstands werden die Aktiven ein breites stilistisches Repertoire abdecken, das von Klassikern der Blasmusik wie dem Marsch „Alte Kameraden“ bis hin zu bekannten Popsongs, unter anderem von ABBA, reicht. Auch die Nachwuchsgruppe der Kapelle tritt auf.
Für Bewirtung in der Halle ist gesorgt. Eintritt wird nicht erhoben. Spenden sind aber erwünscht. Der Abend wird auch genutzt, um langjährige Aktive zu würdigen.
Weitere Veranstaltungen anlässlich des runden Geburtstags der Blaskapelle sind dann ein Jubiläumsgottesdienst am Kantate-Sonntag, 28. April, in der örtlichen Kirche und ein Sommerfest am Sonntag, 26. Mai, in der Festhalle in der Kreuthfeldstraße. Dort wird zur Unterhaltung am Nachmittag die Blaskapelle Equarhofen aufspielen.
Zum Abschluss der Feierlichkeiten ist am Samstag, 9. November, ein Gastauftritt der auf böhmische Klänge spezialisierten Kesselring-Musikanten in der Schulturnhalle Geslau geplant. Dieses Konzert soll um 19.30 Uhr beginnen.
Das Jubiläumsprogramm wird die Kapelle, wie die Verantwortlichen betonen, im Übrigen nicht daran hindern, ihr jährliches Normalpensum zu absolvieren. So liegen den Aktiven diverse Einladungen zu Auftritten bei Schützenproklamationen, Dorfkirchweihen oder Festumzügen anderer Vereine vor. In der Heimatgemeinde stehen Einsätze beim Marktplatzfest im Juli oder bei der Kirchweih im Oktober an.
Aktuell besteht die Kapelle aus rund 30 Musikerinnen und Musikern. Nachwuchsarbeit wird groß geschrieben. Von zuletzt sieben jungen Leuten, die eine Instrumentalausbildung bei der Gruppe absolvierten, rückten drei bereits in die feste Formation auf. Musikalisch geprägt worden war die Blaskapelle über einen langen Zeitraum von Dirigent Rainer Klenk, der im Jahr 2011 verstarb. Seither ist Jürgen Strauß Leiter und Stabführer. Als Vereinschef fungiert seit 1996 Hans Krauß.
Der Gründungsvorsitzende 1924 war, wie aus der Vereinschronik hervorgeht, Georg Löschel. Der erste Dirigent hieß Wittig und reiste jeweils aus Rothenburg zu den Proben an. Im Mai 1925 fand der erste öffentliche Auftritt in der Geslauer Kirche statt. Danach dehnten sich die Einsätze der Bläsergruppe auf weltliche Anlässe in der Heimatgemeinde und in der Nachbarschaft aus. Vermerkt ist beispielsweise ein Gastspiel bei einer Pferdeprämierung in Rothenburg.
Nach 1938 kam das Vereinsleben kriegsbedingt zunehmend zum Erliegen. Genauere Aufzeichnungen aus dieser Zeit fehlten, wie die Verantwortlichen mitteilten.
Es dauerte gut 30 Jahre, bis die Gruppe wieder voll durchstartete. Hauptverantwortlich dafür war ein Geslauer Eigengewächs: Rainer Klenk übernahm nach dem Besuch des Musikkonservatoriums in Würzburg die Leitung des Bläserchores, der 1970 in Blaskapelle umbenannt wurde und von da an regelmäßig Auftritte bei zahlreichen Veranstaltungen absolvierte. Auch bei Wertungsspielen waren die Aktiven regelmäßig erfolgreich.
Mit zweijähriger Verspätung groß gefeiert wurde 1976 das 50-jährige Bestehen. 1977 erhielten die Aktiven neue Uniformen. 1993 wurde auf dem Anwesen von Dirigent Rainer Klenk in Eigenleistung ein Proberaum geschaffen. Diesen nutzt die Kapelle bis heute.