Großer Gipsabbau um Ipsheim und Bad Windsheim: So konkret sind die Pläne | FLZ.de

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Veröffentlicht am 15.04.2025 07:00

Großer Gipsabbau um Ipsheim und Bad Windsheim: So konkret sind die Pläne

Der Gipsabbau ist im westlichen Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim in einigen Gemeinden ein großes Thema. (Foto: Fritz Arnold)
Der Gipsabbau ist im westlichen Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim in einigen Gemeinden ein großes Thema. (Foto: Fritz Arnold)
Der Gipsabbau ist im westlichen Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim in einigen Gemeinden ein großes Thema. (Foto: Fritz Arnold)

Die CA-Tex GmbH aus Lünen plant in Ipsheim, dessen Ortsteilen Kaubenheim und Oberndorf, sowie im Bad Windsheimer Ortsteil Külsheim Gips abzubauen. Die Fläche umfasst rund 112 Hektar.

Sowohl in der jüngsten Gemeinderatssitzung in Ipsheim als auch in der jüngsten Stadtratssitzung in Bad Windsheim war das Vorhaben Thema. Das Abbaugebiet soll die Gipswerke Hartershofen der Firma Etex Building Performance GmbH und Sulzheim der Firma Casea GmbH versorgen. Der Abbau ist in neun Abschnitten in den Tagebauen Ost und West – getrennt durch eine Bahnstromtrasse – geplant. Anschließend ist eine Verfüllung teils mit Fremdmaterial angedacht. Um das Gebiet danach wieder nutzbar zu machen, liegt ein landschaftspflegerischer Begleitplan vor, so Ipsheims Geschäftsleiter Sebastian Breideband.

Zuständig ist das Bergamt Nordbayern

Um Grundstücksangelegenheiten habe sich das Unternehmen schon frühzeitig gekümmert, erläuterte zudem Ipsheims Bürgermeister Stefan Schmidt. Die Bereiche für den ersten Abschnitt seien bereits im Besitz des Unternehmens. Im Jahr 2027 könnte nach derzeitigem Plan mit der Erschließung begonnen werden. Das Vorhaben ist langfristig angelegt, pro Abschnitt seien etwa zehn Jahre vorgesehen.

Gesetzliche Vorschriften sehen einen Rahmenbetriebsplan vor, für dessen Zulassung ist ein Planfeststellungsverfahren nötig. Außerdem ist eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchzuführen.

Karl Riedel, Ipsheimer Gemeinderat, merkte an, dass die Verkehrswege gut geregelt sein sollten. Angedacht sei, die Entsorgung über Bad Windsheim zu regeln, so Breideband. Armin Düll wollte wissen, ob die Gemeinde von dem Projekt auch finanziell profitieren könne. Pro abgebauter Tonne erhalte sie eine Entschädigungszahlung, erklärte Breideband. Ein Informationstermin zu dem Vorhaben hat bereits stattgefunden, sofern noch mehr Details vorliegen, werde ein weiterer stattfinden, so Schmidt.

Bürger können Stellungnahmen abgeben

Zuständig ist als Anhörungs- und Planfeststellungsbehörde die Regierung von Oberfranken, konkret das Bergamt Nordbayern. Die Planunterlagen liegen beim Markt Ipsheim vom 14. April bis 14. Mai zur Einsicht aus. Neben Bürgern könnte auch die Kommune eine Stellungnahme mit Einwänden oder Bemerkungen abgeben, so Breideband. Einstimmig entschied sich der Gemeinderat zunächst dafür, keine konkreten Einwände vorzutragen und sein Einverständnis zu geben.

Anders sieht der gefasste Beschluss des Bad Windsheimer Stadtrates aus. Die Verwaltung war aufgefordert worden, bis 30. April eine Stellungnahme abzugeben, erklärte Stadtbaumeister Ludwig Knoblach. Im Beschlussvorschlag wurden mehrere Anforderungen seitens der Stadt formuliert. Genutzt werden soll für das Vorhaben ein Feldweg in Richtung Bad Windsheimer Ostumgehung. Die Beschlussvorlage sah dafür zunächst vor, die Verwaltung zu beauftragen, frühzeitig mit dem Bergbauunternehmen in Verhandlungen einzutreten, um die Benutzungsgebühr für den Weg und andere städtische Flächen zu behandeln.

Stadt Bad Windsheim will das Finanzielle klären

Das war einigen Stadträten zu „schwammig“ formuliert – gerade auch, weil die Verkehrsbelastung für Bad Windsheim über Jahre groß sein werde. „Wir brauchen Geld“, betonte FWG-Stadtrat Wolfgang Eckardt, der vorschlug, zunächst das Finanzielle klar zu stellen. „Wir sollten die Summen, die pro Jahr fließen, vorher fixieren.“ Bernhard Kisch (CSU) und Silke Städtler (Liste Land) sahen das ähnlich. Der Stadtrat entschied einstimmig, eine Fristverlängerung zu beantragen.


Anna Franck
Anna Franck
Redakteurin in Bad Windsheim
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