Die Haushaltsberatungen des Stadtrates sind für den 20. November angesetzt. Basis der Beratungen wird dabei der Haushalts-Entwurf von Kämmerer Christian Jakobs sein. Der sieht für 2026 einen Rekord-Etat mit einem Volumen von 215 Millionen Euro vor – das sind zehn Millionen Euro mehr als im laufenden Jahr.
Das Zahlenwerk des Kämmerers füllt einen dicken Aktenordner und liegt den Stadträten seit einigen Tagen vor. Das Brisante: Christian Jakobs muss knapp 17 Millionen Euro aus den Rücklagen nehmen, um einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen zu können. Das ist gut die Hälfte dessen, was die Stadt auf der hohen Kante hat. Außerdem muss er zwei Millionen Euro Kredite aufnehmen. Zum Vergleich: Im Vorjahr hatte Jakobs wegen der unerwartet hohen Gewerbesteuer-Einnahmen 14 Millionen Euro den Rücklagen zuführen können. Kredite hat er in den vergangenen zwei Haushaltsjahren nicht aufnehmen müssen.
Der Vermögenshaushalt, der die Investitionen der Stadt abbildet, wächst 2026 kräftig auf 31,6 Millionen Euro, das ist ein Plus von knapp 32 Prozent gegenüber 2025. Er war allerdings im Vorjahr um 8,8 Millionen Euro zusammengestrichen worden. Hintergrund waren die Personalprobleme im Baureferat, die verhinderten, dass viele vom Stadtrat beschlossenen Projekte auch umgesetzt werden konnten.
Inzwischen herrscht zum Beispiel im Hochbauamt Vollbesetzung, sodass man wichtige Maßnahmen fortführen oder neu angehen kann. Genannt seien der Umbau des Ämtergebäudes Nürnberger Straße 32, der Brandschutz an den Schulen, wo auch der Ganztagesausbau viel Geld verschlingen wird. Entsprechend wächst der Etat des Hochbauamtes um 4,25 Millionen Euro auf dann knapp 10 Millionen Euro.
Der Verwaltungshaushalt, der für das laufende Geschäft der Stadt steht, wächst um 2,7 Millionen Euro auf insgesamt 183,8 Millionen Euro. Die Steigerung speist sich aus mehreren Quellen: So wird die Stadt Ansbach nach Stand der Dinge eine deutlich höhere Umlage an den Bezirk überweisen müssen (siehe unten). Im Bereich der Jugendhilfe steigen die Kosten um satte 17 Prozent auf 11,2 Millionen Euro – Pflichtaufgaben, die die Stadtkasse belasten. Auch die Personalkosten steigen – zwar nur um 2,3 Prozent. Doch sind sie mit 53,4 Millionen Euro ein gewaltiger Kostenfaktor.
Zu den Einnahmen: Bei der Gewerbesteuer kalkuliert der Kämmerer im kommenden Jahr mit 27,8 Millionen Euro – immerhin noch eine Zunahme von 7 Prozent gegenüber dem Haushalts-Ansatz 2025. Der Kämmerer verweist dabei aber immer gerne auf andere Städte, die durch Rückforderungen von großen Gewerbesteuer-Zahlern in eine Haushalts-Schieflage geraten sind: „Wir haben in den vergangenen Jahren Glück gehabt.”
Beim Einkommenssteueranteil, der in den vergangenen zehn Jahren kräftig gewachsen ist, kalkuliert der Kämmerer 2026 vorsichtig mit knapp 30 Millionen Euro – eine halbe Million niedriger als im Vorjahr. Bei den Schlüsselzuweisungen des Freistaats werden 23,8 Millionen Euro veranschlagt, weniger als im Vorjahr. Das hat laut Jakobs zwei Gründe: Zum einen sorgen die hohen Gewerbesteuer-Einnahmen der beiden Vorjahre dafür, zum anderen die Reduzierung der Schlüsselmasse. Einige große bayerische Städte hatten weniger gute Steuereinnahmen. Doch noch immer liegt Ansbach bei der Steuerkraft auf Platz 23 der 25 kreisfreien Städte in Bayern.