FLZ-Auszeichnung: Sabine Brendel-Köhler ist Ehrenamtliche des Monats März | FLZ.de

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Veröffentlicht am 07.04.2026 21:05

FLZ-Auszeichnung: Sabine Brendel-Köhler ist Ehrenamtliche des Monats März

Einer ihrer Lieblingsorte ist am Klavier: Sabine Brendel-Köhler ist unsere Ehrenamtspreisträgerin des Monats März 2026. (Foto: Simone Hedler)
Einer ihrer Lieblingsorte ist am Klavier: Sabine Brendel-Köhler ist unsere Ehrenamtspreisträgerin des Monats März 2026. (Foto: Simone Hedler)
Einer ihrer Lieblingsorte ist am Klavier: Sabine Brendel-Köhler ist unsere Ehrenamtspreisträgerin des Monats März 2026. (Foto: Simone Hedler)

„Musik gibt mir Flügel, da schwingt meine Seele.” So beschreibt Sabine Brendel-Köhler ihre größte Leidenschaft. Die gibt sie auch an andere weiter – unter anderem als Leiterin des Bad Windsheimer Chors Choralle. Ihr Engagement würdigt die Jury mit dem Ehrenamtspreis für März.

Sie leitet den gemischten Chor, der bereits etliche Auszeichnungen erhalten hat, seit Anfang 2024 gemeinsam mit Simon Schoierer. Als der damalige Chorleiter Dieter Weidemann aus Altersgründen aufhörte, kam die Frage, ob Brendel-Köhler weitermachen würde, nicht völlig unerwartet. Schon seit 2015 ist sie bei Choralle dabei und stieg direkt als Co-Corleiterin mit ein. Sie war vor allem für die Registerarbeit mit den Frauenstimmen verantwortlich.

Dennoch überlegte sie zunächst: „Schaffe ich das?” Denn die Zeit war ein limitierender Faktor für sie. Sie hat Familie, kümmert sich um ihre Eltern und ihre drei Geschwister. Dazu kommt der Beruf: Brendel-Köhler ist Lehrerin am Förderzentrum in Rothenburg. Und manchmal, gibt sie mit einem Augenzwinkern zu, braucht man auch mal ein bisschen Zeit für sich. „Alleine wäre es mir zu viel geworden”, sagt die 57-Jährige. Daher fragte sie Simon Schoierer, der sofort „Feuer und Flamme für die Idee war”. Auch er gehörte dem Chor schon lange an, jetzt teilen sich die beiden die Leitung.

Weiterbildung zur Musiktherapeutin

„Das ist wunderbar und hat nur Vorteile”, so Brendel-Köhler. Sie fügt mit einem Schmunzeln hinzu: „Er ist jung und innovativ, ich bin alt und erfahren.” Über das Alter kann man diskutieren, mit der Erfahrung liegt sie aber auf jeden Fall richtig. Denn Brendel-Köhler macht schon seit ihrer frühen Kindheit Musik. Mit sechs Jahren begann sie mit klassischem Klavierunterricht, brachte sich später selbst Improvisation und Begleitung bei, spielte auch im christlichen Jugendchor. Von 2012 bis 2015 machte sie nebenberuflich eine Weiterbildung zur Musiktherapeutin, „das bringt nochmal einen neuen Aspekt mit ein”.

Die Stückauswahl für Choralle treffen sie und Schoierer gemeinsam. Da ist fast jede Richtung dabei: Pop, Jazz, Soul, Funk, Rock, Balladen, aber auch klassische Stücke und Kirchenlieder. Sabine Brendel mag am liebsten Lieder, die eine Botschaft transportieren. „Geh' aus mein Herz und suche Freud'” und „You're the Voice” gehören dazu. Oder an Weihnachten „Kind in der Krippe”. „Choralle ist kein christlicher Chor”, sagt sie, aber vor allem an Weihnachten gehören entsprechende Lieder unbedingt ins Repertoire.

Nicht immer gibt es die passenden Noten – viele der Stücke arrangiert oder schreibt Brendel-Köhler daher neu – ein immenser Aufwand. Für Choralle ist sie im Durchschnitt etwa acht Stunden pro Woche im Einsatz. Alle zwei Wochen proben die Sängerinnen und Sänger, vor einem Konzert wöchentlich. Dazu kommen Probenwochenenden, die Auftritte selbst und natürlich die Vorbereitungszeit. Brendel-Köhler arbeitet am liebsten im kreativen Bereich. Für organisatorische Dinge ist der Chorbeirat zuständig, darüber ist sie „sehr froh”.

Ihren Mann hat sie im Chor kennengelernt

Nachwuchsprobleme hat Choralle derzeit nicht. „Das war aber auch schon anders”, sagt sie. Wer mitsingen möchte, muss nicht Musik studieren und noch nicht einmal zwingend Noten lesen können. Aber eine gute Stimme muss er oder sie haben. Und vor allem: „Freude am Singen”. Auch zu Hause üben gehört dazu. Aktuell hat der Chor Konzertpause. „Wir arbeiten an unserem neuen Sommer- und Weihnachtsprogramm.” Außerdem steht im kommenden Jahr die Landesgartenschau an. Wenn alles klappt, ist Choralle bei der Eröffnung dabei.

„Wir haben eine tolle Chorgemeinschaft”, schwärmt Brendel-Köhler. Viele sind befreundet, alle sind motiviert. „Es macht unglaublich Spaß, zusammen zu arbeiten.” Auch wenn manchmal vor der Probe das Sofa ruft: „Danach ist man zwar platt, aber erfüllt, das trägt einen.” Auch ihren Mann hat Sabine Brendel-Köhler im Chor kennengelernt. Wenn beide diese Begeisterung teilen, „ist einfach großes Verständnis füreinander da”.

Choralle ist nicht das einzige ehrenamtliche Engagement von Sabine Brendel-Köhler. Ihr Vater war Prediger, daher begleitet sie schon seit ihrer Kindheit regelmäßig Gottesdienste musikalisch und betreute bereits früh Jugendgruppen. Und sie leitet – gemeinsam mit Gerda Zehelein – noch „Salzchorn”, den Chor der Landeskirchlichen Gemeinschaft in Bad Windsheim. Da spielt sie auch selbst Klavier. Mit den Sängerinnen und Sängern tritt sie etwa einmal pro Monat im Gottesdienst auf. Und natürlich ist sie auch musikalisch dabei, wenn große Feste, etwa die Konfirmation oder Ostern, anstehen. Gemeinsam mit dem christlichen Liedermacher Christoph Zehendner gestaltet sie Ende April einen musikalischen Gottesdienst in Bad Windsheim.

Musik weitergeben „ist ein Geschenk”

„Ich bin unglaublich dankbar für diese Gabe, für dieses Talent”, sagt sie. Und auch dafür, dass ihre Eltern damals dieses Talent erkannt und ihr den Klavierunterricht ermöglicht haben. „Es ist nicht nur für mich selbst wunderschön – auch, dass ich es weitergeben kann, ist ein Geschenk.”

Für ihr Engagement wird Sabine Brendel-Köhler bei der Aktion „Mein Ehrenamt” mit dem Preis für den Monat März ausgezeichnet. Sie kennen auch eine Person aus der Region, deren ehrenamtliches Engagement einen Preis verdient hätte? Dann schlagen Sie sie über unser Bewerbungsformular vor. Hier finden Sie alles zur Aktion.

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