Nach den Schüssen von Polizisten auf einen 31-Jährigen am Bahnhof in Bad Windsheim gerät der Mann immer stärker ins Visier der Ermittler. Schon kurz nach dem Vorfall am 5. April war die Polizei davon ausgegangen, dass ein Autokauf aus dem Ruder gelaufen sein könnte. Nun erhärtet sich eine konkrete Annahme zum Ablauf, berichtet das Polizeipräsidium Mittelfranken auf Nachfrage.
„Wir gehen davon aus, dass sich der 31-Jährige das Auto mit Gewalt aneignen wollte”, sagt Sprecher Michael Petzold. Das würde immerhin erklären, warum er eine Pistole - ob echt oder nicht - bei sich trug. Entsprechend ermittelt nun die Ansbacher Kriminalpolizei wegen des Verdachts des schweren Raubes und der Bedrohung.
Der 31-Jährige hatte den 30 Jahre alten Verkäufer des Wagens mit Pfefferspray attackiert, der rief daraufhin die Polizei. Als zwei Streifen am Tatort eintrafen, ging der 31-Jährige mit einer Pistole im Anschlag auf die Beamten zu. In der weiteren Folge wurde der Mann von einem oder mehreren Schüssen der Polizisten niedergestreckt.
Zu allen Fragen rund um den Schusswaffengebrauch gibt das Präsidium keine Auskunft. Hier ermittelt - wie immer, wenn eine Polizeiwaffe abgefeuert wird - das Landeskriminalamt (LKA). Auch woher die Pistole des 31-Jährigen stamme, ob damit geschossen wurde und ob sie überhaupt echt ist, sei Gegenstand der Ermittlungen, teilt Petzold mit. Das LKA bestätigt die derzeit laufenden Ermittlungen, verweist allerdings auf die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth. Auch diese äußert sich „im Hinblick auf laufende Ermittlungen” nicht näher, teilt Oberstaatsanwältin Heike Klotzbücher mit.
Den 31-Jährigen konnte die Polizei derweil noch immer nicht vernehmen. Er hatte bei dem Einsatz schwere Verletzungen erlitten. In Lebensgefahr befinde er sich aber nicht, sagt Petzold.