War es eine Eisenbahn oder eine Eisbahn, die für den Weihnachtsmarkt in Bad Windsheim ausgeschrieben wurde? Beides. Birgit Grübler, die Geschäftsführerin der Kur,- Kongress- und Touristik-GmbH (KKT), klärte in der Stadtratssitzung ein Missverständnis auf, das seit Tagen in den sozialen Medien diskutiert wurde.
Stadtrat Horst Allraun (CSU) zitierte aus einer Anzeige, welche am 25. Juli dieses Jahres auf einer Onlineplattform für Schausteller erschienen war und in den vergangenen Tagen in der Bad Windsheimer Facebook-Gruppe für Gesprächsstoff gesorgt hat. In der Ausschreibung sei eine Eisenbahn gesucht worden. Es sei schon ein Unterschied, ob da Eisenbahn oder Eisbahn stehe, deutete Allraun einen Schreibfehler in der Anzeige der KKT an.
Die Bad Windsheimer Schausteller, die eventuell auch ein Angebot für eine Eisbahn hätten abgeben können, hätten dann ja gar nicht gewusst, dass eine solche überhaupt gesucht wurde. „Schreiben kann ich schon noch”, rechtfertigte sich Grübler, die zuvor von Allraun harsch zurückgewiesen worden war, als sie ihm ins Wort gefallen war.
Die Geschäftsführerin erläuterte, dass sehr wohl eine „Eisenbahn für Kinder” gesucht worden war. Es habe mehrere Ausschreibungen gegeben. Darunter eine für eine Schlittschuhbahn und eben auch eine für eine Eisenbahn für Kinder, so Grübler. Angebote von Schaustellern seien zu beiden nicht eingegangen.
Der Fall ist ein Nebenkriegsschauplatz im laufenden Streit um den Reichsstädtischen Weihnachtsmarkt. Die KKT tritt für eine Erneuerung des Konzepts ein und hatte dafür einen Betreiber einer Eislaufbahn samt zugehöriger Stände angeheuert. Dafür erhielt eine Schaustellerfamilie, die seit Gründung des Markts dabei ist, eine Absage für Buden und ein Karussell. In Teilen der Stadtbevölkerung sorgte die Entscheidung für Empörung.
Die Aussage der KKT, auf die Ausschreibung einer Eisbahn habe sich zunächst niemand gemeldet, hatte bei Kritikern ebenjene Annahme ausgelöst, ob denn überhaupt eine solche gesucht worden sei.