Nach Petition und Protest: So geht es für den Weihnachtsmarkt Bad Windsheim weiter | FLZ.de

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Veröffentlicht am 29.10.2025 18:35

Nach Petition und Protest: So geht es für den Weihnachtsmarkt Bad Windsheim weiter

Daniela Übler, Birgit Grübler und Jochen Schauer (von links) zeigen ein Foto der Schlittschuhbahn. Diese wird beim Weihnachtsmarkt heuer erstmals am Bad Windsheimer Marktplatz stehen. (Foto: Katrin Merklein)
Daniela Übler, Birgit Grübler und Jochen Schauer (von links) zeigen ein Foto der Schlittschuhbahn. Diese wird beim Weihnachtsmarkt heuer erstmals am Bad Windsheimer Marktplatz stehen. (Foto: Katrin Merklein)
Daniela Übler, Birgit Grübler und Jochen Schauer (von links) zeigen ein Foto der Schlittschuhbahn. Diese wird beim Weihnachtsmarkt heuer erstmals am Bad Windsheimer Marktplatz stehen. (Foto: Katrin Merklein)

„Es wird einen Weihnachtsmarkt geben, mit Glühwein, und der wird toll.” Birgit Grübler, die Geschäftsführerin der Kur-, Kongress- und Touristik-GmbH (KKT), reagiert auf die aktuell laufende „Petition zum Erhalt des traditionellen Weihnachtsmarkts in Bad Windsheim”. Am Donnerstagabend soll diese dem Stadtrat übergeben werden.

In der Bürgerfragestunde will Initiator Hans-Peter Zenk die mehr als 2800 Unterschriften übergeben. Er hatte vor einer Woche eine Online-Petition gestartet und Listen in Geschäften ausgelegt, um Solidarität mit der Bad Windsheimer Schaustellerfamilie Krzenck/Straetemans zu bekunden, welche für den Reichsstädtischen Weihnachtsmarkt heuer eine Absage für ihren Glühwein-Treff, für das Kinderkarussell und den Süßwarenstand von der KKT erhalten hatte. Die Familie war Gründungsmitglied und 45 Jahre dabei. Der Stadtrat sei laut Grübler hierfür aber der falsche Ansprechpartner. Die KKT sei eine eigenständige Tochtergesellschaft der Stadt und allein verantwortlich für die Durchführung der Märkte.

Ein neues Highlight schaffen

„Wir haben entschieden, den Weihnachtsmarkt behutsam weiterzuentwickeln und ein neues Highlight zu schaffen.” Sie und ihre Veranstaltungsleiter, Jochen Schauer und Daniela Übler, haben ein Konzept erarbeitet, das zum Ziel habe, die Verweildauer der Besucherinnen und Besucher auf dem Markt zu verlängern. Als positiven Nebeneffekt erhoffe man sich, die Kaufkraft auch in die Geschäfte der Innenstadt zu lenken.

Die geplanten Veränderungen beim diesjährigen Weihnachtsmarkt in Bad Windsheim sorgen aktuell für Zündstoff. (Archivbild: Anna Franck)
Die geplanten Veränderungen beim diesjährigen Weihnachtsmarkt in Bad Windsheim sorgen aktuell für Zündstoff. (Archivbild: Anna Franck)

Nach Schausteller-Aus bei Weihnachtsmarkt: Bad Windsheimer startet Petition

Die Neuerungen beim Bad Windsheimer Weihnachtsmarkt sorgen für Zündstoff. Nun werden Unterschriften gesammelt – am Freitagnachmittag waren es schon über 1000.

Eine Schlittschuhbahn sei dafür eine gute Lösung. Sie spreche eine größere Zielgruppe an als ein Kinderkarussell. Die Schlittschuhbahn habe man nur in Verbindung mit einem Glühwein- und Bratwurststand sowie einem für Süßwaren bekommen, erläutert Grübler im Gespräch mit unserer Redaktion. Die Betriebskosten seien allein mit der Schlittschuhbahn nicht zu decken.

Absagen direkt verschickt

Den unterzeichneten Vertrag habe man von Schausteller Florian Kirschbaum am Freitag, 10. Oktober, zurückbekommen, „gleich am Montag wurden die Absagen verschickt”, so Grübler. Diese gingen nicht nur an die Familien Krzenck und Straetemans, die sich wie jedes Jahr auch heuer beworben haben, wie Grübler bestätigt. „Sondern an ganz viele andere auch.”

Aufgrund des geänderten Konzepts musste man heuer aber eben auch den Krzencks und Straetemans eine Absage erteilen. Es sei ein Wettbewerb, sonst könne man sich jährliche Bewerbungen gleich sparen, so Grübler. Die Kritik, die sie in den sozialen Netzwerken gelesen habe, dass es keine Ausschreibung gegeben habe, weist Grübler von sich. Übler fügt an, dass in der üblicherweise online veröffentlichten Ausschreibung sogar eine Schlittschuhbahn gewünscht gewesen sei.

Keine Bewerbung für Eisbahn eingegangen

Für eine solche sei jedoch keine Bewerbung eingegangen, woraufhin man selbst aktiv in die Akquise gegangen sei und beim Burgbernheimer Schausteller-Ehepaar Florian und Lisa Kirschbaum fündig geworden sei. Ein wichtiger Grund sei zudem gewesen, dass die Schlittschuhbahn mit den dazugehörigen Ständen täglich geöffnet habe, erklärt Grübler. Der restliche Weihnachtsmarkt öffnet wie gewohnt donnerstags bis sonntags.

Den Vorschlag, der in der Bad Windsheimer Facebook-Gruppe öfter gefallen war, die Bahn auf den angrenzenden Lutherplatz zu stellen, habe man ebenfalls auf dem Schirm gehabt. Dies scheitere jedoch nicht nur an den Maßen der zehn auf 15 Meter großen Bahn, ebenso könnten auch Rettungswege nicht eingehalten werden. Den Familien die Möglichkeit geben, dort ihren Glühweinstand aufzubauen, könne man ebenfalls nicht. „Das wäre ein deutliches Überangebot für einen so kleinen Markt. Wir müssten dafür anderen absagen, mit denen wir schon Verträge geschlossen haben.”


Katrin Merklein
Katrin Merklein
Redakteurin
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