23. Juni 2024: In der Kurve am Damm bei Gutenstetten kollidieren zwei 16-Jährige mit ihren Leichtkrafträdern. Beide überleben den Unfall nicht. Viele hat der Tod der Jugendlichen tief bewegt, erst vor wenigen Tagen schlängelte sich eine große Gedenk-Sternfahrt durch den Landkreis. Nun reagieren auch die Behörden. Die Kurve soll entschärft werden.
Die Strecke zwischen Münchsteinach und Gutenstetten ist tückisch. Vor allem im Kurvenbereich am Damm hatten sich in der Vergangenheit immer wieder schwere Unfälle ereignet, bereits im Juni 2019 war dort ein 25-jähriger Motorradfahrer ums Leben gekommen, im Oktober 2020 waren zwei Autos frontal zusammengestoßen – eine 59-Jährige wurde lebensgefährlich verletzt. Zwischen 2018 und 2020 wurde der Abschnitt zur „Unfallhäufungsstelle“.
Darauf hatte das Staatliche Bauamt seinerzeit auch reagiert, mit großen Richtungstafeln samt Pfeilen, welche auf die Kurve aufmerksam machen, das Tempo wurde auf 70 Stundenkilometer begrenzt. „Das hat auch Wirkung gezeigt“, sagt Frank Biedermann, Vertreter des Staatlichen Bauamts, am Donnerstag im Gespräch mit unserer Zeitung. Ihm sind keine größeren Unfälle danach bekannt, bis zum Drama am 23. Juni.
„Der neueste Unfall hat gezeigt, dass wir reagieren müssen“, sagt Biedermann. „Wir kommen um eine bauliche Lösung nicht drumrum.“ Das hatten auch die beiden Bürgermeister entlang der Strecke – Münchsteinachs Jürgen Riedel und Gutenstettens Gerhard Eichner – in einem offenen Brief an das Staatliche Bauamt und das zuständige Ministerium so gefordert, auch die beiden Landtagsabgeordneten Werner Stieglitz (CSU) und Harry Scheuenstuhl (SPD) hatten Anfragen an das Staatliche Bauamt gestellt – mit Erfolg.
Vor wenigen Tagen hatte es an der Unfallkurve eine Verkehrsschau gegeben, wie Bürgermeister Eichner am Mittwochabend in der Gutenstettener Ratssitzung bekanntgab. „Die Teilnehmer halten übereinstimmend einen Umbau der Kurve für notwendig, um langfristig an dieser Stelle Unfälle zu vermeiden.“
Das Staatliche Bauamt will nun zwei Varianten prüfen, wie auch Frank Biedermann bestätigt. Bei einer Option müsste allerdings in die Rückhaltefläche des Damms eingegriffen werden, ein rechtliches Planfeststellungsverfahren wäre womöglich nötig. Ein langwieriger Prozess. Variante zwei, die ohne einen Eingriff am Hochwasserrückhaltebecken auskommen würde, könnte entsprechend schneller ausgeführt werden. Nun werde geplant und entsprechend geschaut, welche Lösung die bessere wäre.
„Wir wollen keine Verschlimmbesserung, wir wollen eine ordentliche Lösung“, betont der Ansbacher Bauamtsvertreter. Entsprechend will er jetzt auch keinen Schnellschuss machen, sondern alles ordentlich checken. Allerdings wird es auch eine Sofortmaßnahme geben – das Landratsamt hat die Aufstellung neuer Schilder mit der Aufschrift „Unfallstrecke“ angeordnet. Diese sollen nun zeitnah montiert werden, wie Biedermann erklärt. „Sie sollen plakativ auf die Kurve hinweisen.“
Wann die bauliche Maßnahme umgesetzt wird, ist derweil noch nicht ganz klar – und ist letztlich vor allem auch von der Variante abhängig, die gewählt wird, betont Frank Biedermann. Der Gutenstettener Bürgermeister Eichner hat indes klarere Vorstellungen. Sein Wunsch: Wenn 2025/2026 ohnehin die Aischbrücke am ehemaligen Gutenstettener Bahnhof erneuert wird und die Strecke phasenweise gesperrt wird, könnte man die Kurvenentschärfung gleich in einem Aufwasch miterledigen. Ob das realistisch ist? Biedermann kann es noch nicht sagen. Aber: „Wir gehen das jetzt wirklich schnellstmöglich an.“
Im Gutenstettener Rat fragte Ursula Pfäfflin Nefian an, ob man im Bereich des Damms die Geschwindigkeit nicht von 70 Stundenkilometer auf 50 reduzieren könnte. „Das fährt aber niemand“, befand Petra Loscher. Alexander Scheumann betonte, dass man mit 70 Stundenkilometern gefahrlos die Kurve fahren kann, ohne in den Gegenverkehr zu schlittern. Aber leider halte sich nicht jeder daran.
Die Polizei hat in der Zwischenzeit mehrere Geschwindigkeitsmessungen in diesem Bereich vorgenommen. „Allerdings mit unauffälligen Ergebnissen“, sagte Eichner. Künftig wollen die Beamten dort noch häufiger blitzen oder lasern. Mit dem Dreier-Paket – „Unfallstrecken“-Schilder, Kurven-Umbau und regelmäßige Tempo-Kontrollen – sollen künftig also schwere Unfälle am Gutenstettener Damm verhindert werden.