Der Kastanienhof Ansbach will bei Krisen und Gefahren helfen | FLZ.de

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Veröffentlicht am 10.03.2023 14:34

Der Kastanienhof Ansbach will bei Krisen und Gefahren helfen

Einrichtungsleiter Christof Loos (links) und Diakonie-Vorstand Martin Reutter sprechen über die Pläne des Kastanienhofs. Eine neue Gruppe soll außerhalb des Anwesens in der Humboldtstraße entstehen. (Foto: Oliver Herbst)
Einrichtungsleiter Christof Loos (links) und Diakonie-Vorstand Martin Reutter sprechen über die Pläne des Kastanienhofs. Eine neue Gruppe soll außerhalb des Anwesens in der Humboldtstraße entstehen. (Foto: Oliver Herbst)
Einrichtungsleiter Christof Loos (links) und Diakonie-Vorstand Martin Reutter sprechen über die Pläne des Kastanienhofs. Eine neue Gruppe soll außerhalb des Anwesens in der Humboldtstraße entstehen. (Foto: Oliver Herbst)

Die Kinder-Jugend-Familienhilfe Ansbach Kastanienhof plant einen neuen Baustein der Hilfe. Eine Kinder- und Jugendschutzgruppe soll Mädchen und Jungen zugute kommen. Die Kapazitäten in Mittelfranken und darüber hinaus reichen nach Angaben des Kastanienhofs nicht mehr. Das Vorhaben könnte aber noch scheitern.

Die bisherigen Angebote des Kastanienhofs decken nach dessen Angaben alle Bereiche der Jugendhilfe ab. „Von der ambulanten Beratung in den Familien über intensive Begleitung unter der Woche in der Heilpädagogischen Tagesstätte bis hin zu den Angeboten der Wohngruppen, in denen Kinder und Jugendliche dauerhaft wohnen, die für bestimmte Zeiten nicht in ihren Herkunftsfamilien sein können.“

Der Kastanienhof arbeite grundsätzlich im Auftrag der Jugendämter, die die Leistungen passgenau genehmigen müssten, erklärt Einrichtungsleiter Christof Loos. Neben diesen vorbeugenden und Beratungsaufgaben hätten die Jugendämter das staatliche Wächteramt über das Wohl der Mädchen und Jungen.

Anfragen sogar aus München

Wenn sich Minderjährige „in einer akuten Krise oder dringenden Gefahr“ befinden, könne es eben nötig sein, sie vorübergehend bei einer geeigneten Person, in einer Einrichtung oder einer anderen Wohnform unterzubringen. Manche Eltern seien einfach aktuell nicht mehr fähig, ihr Kind zu versorgen.

Die „Kapazitäten in Einrichtungen für Inobhutnahmen reichen seit vorigem Jahr nicht mehr aus“, informiert Loos, „in Ansbach erreichen uns sogar immer wieder Anfragen auch aus München.“ Bisher schon habe der Kastanienhof Mädchen und Jungen in Obhut genommen – aber nur im ganz kleinen Rahmen in den bestehenden Wohngruppen.

Im Anwesen des Kastanienhofs in der Humboldtstraße sei kein Platz für die neue Kinder- und Jugendschutzgruppe, also eine Wohngruppe für Inobhutnahmen. Deshalb habe die Einrichtung schon im Herbst damit begonnen, eine Immobilie zu suchen. Mieten will sie nun ein Haus im Süden der Stadt.

Ein Zuhause auf Zeit in Ansbach

Als Zuhause auf Zeit soll es für bis zu sieben Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 17 Jahren bereitstehen. Neben den Zimmern der Mädchen und Jungen gibt es nach den Worten des Kastanienhofs eine Küche, einen Wohn- und Essbereich, Sanitär- sowie Freizeiträume. Fürs Personal bestünden ein Büro, Bereitschaftszimmer sowie Beratungsräume. Den Garten des Hauses will man mit einbeziehen.

Das Investitionsvolumen für die Erstausstattung beziffert Loos mit um die 120.000 Euro. Der Kastanienhof ist auf der Zielgeraden mit den Plänen, wie er erläutert.

In den nächsten Wochen entscheide sich, ob die Immobilie vollumfänglich geeignet ist. Zwei weitere Fragen seien: „Werden Zuschussanträge für die Ausstattung des Hauses genehmigt, und – die brennendste Frage von allen – findet sich genug Personal?“ Der Leiter erwähnt einige vielversprechende Bewerbungen, aber es genüge noch nicht.

„Inzwischen ist leider auch in der Jugendhilfe der Personalmangel die große Herausforderung bei neuen Projekten.“ Gelinge es nicht bis Ende März, genug Bewerbungen von pädagogischen Fachkräften für ein gutes Team zu bekommen, scheitere das Vorhaben daran. Erforderlich seien rund neun solche Kräfte.

Aufnahme in der gesamten Woche

Ansonsten soll die Gruppe im Juli oder August eröffnen. „Aufnahme in der Gruppe erfolgt dann nach Weisung der Jugendämter rund um die Uhr, die ganze Woche.“ Aufgabe der Pädagogen sei es, den untergebrachten Kindern und Jugendlichen Angebote zur Krisenbewältigung zu unterbreiten, ihnen für die Zeit des Aufenthalts psychisch und emotional Halt zu geben und sie professionell und liebevoll zu versorgen.

Durch die Entgelte und Fördergelder kann der Kastanienhof aber laut Christof Loos’ Angaben nicht alle Kosten dafür ausgleichen, die Gruppe zu eröffnen. Daher sei er auf Spenden angewiesen.

Die Verantwortlichen im Kastanienhof überlegten sich, wo in der Gesellschaft Bedarf und Not besteht, „die man noch auffangen kann“. Dies sagt der geschäftsführende Vorstand des Diakonischen Werks Ansbach, Pfarrer Martin Reutter, erfreut. Das Werk hat die Geschäftsbesorgung für den Kastanienhof inne.

Das Spendenkonto: Evangelisches Kinderheim Ansbach e.V., IBAN DE 54 7655 0000 0000 2157 31, Stichwort „Kinder- und Jugendschutzgruppe“.

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