Das Mittelalter wurde im Feuchtwanger Zwinger lebendig | FLZ.de

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Veröffentlicht am 15.10.2023 18:13

Das Mittelalter wurde im Feuchtwanger Zwinger lebendig

Die Ritter trotzen dem Regen: Beim Mittelalterspektakel in Feuchtwangen ging es hoch zu Ross heiß her. (Foto: Alexander Schäffer)
Die Ritter trotzen dem Regen: Beim Mittelalterspektakel in Feuchtwangen ging es hoch zu Ross heiß her. (Foto: Alexander Schäffer)
Die Ritter trotzen dem Regen: Beim Mittelalterspektakel in Feuchtwangen ging es hoch zu Ross heiß her. (Foto: Alexander Schäffer)

Abergläubische Sprüche von Gauklern, jede Menge Handelswaren – und Ritterkämpfe hoch zu Ross: Das spiegelt das Leben des Mittelalters wider. Viele Zuschauer ließen sich davon in Feuchtwangen faszinieren und mit Feuershows unterhalten.

Für die Mittelaltertage zu Feuchtwangen bot der Zwinger mit seinem idyllischen Ambiente den gelungenen Rahmen. Rund 120 Akteurinnen und Akteure präsentierten rund um den Zwinger Sehenswertes und Leckeres. Einige zeigten sogar, wie im Mittelalter bestimmte Werkstücke handwerklich hergestellt worden sein könnten. So bekamen die Besucherinnen und Besucher beispielsweise einen Einblick in das Schmieden von Messern. Besonders wichtig dabei ist das Schärfen der Klinge. Auch Duftstoffe, Schmuck, Edelsteine, zeitgenössische Rauchwaren und vieles mehr stieß auf Interesse der Schaulustigen.

Auf dem Dorfplatz der kleinen mittelalterlichen Ansiedlung auf Zeit zog die Verfolgung eines Drachens das Publikum in ihren Bann und sorgte für Angst und Schrecken bei so manchem der Gäste. Das Fabelwesen wurde mit dem mutigen Einsatz der Dorfbewohner verscheucht – dass mit derlei „Gesindel“ im Mittelalter nicht gerade zimperlich umgegangen wurde, versteht sich von selbst.

Für die Kinder, die begeistert dem Geschehen folgten, gab es nebenan Holzschwerter und Schilde, Pfeil und Bogen, Hofdamen-Röckchen, Krönchen, Gürtel oder Schmuck zu kaufen. Viele Besucher wurden auch bei den Holz- und Tontassen fündig.

Geschichten von den Gauklern

Den Besuchern, die an zahlreichen Essens- und Getränkeständen vorbeizogen, bot sich eine große Auswahl – vom Barbarenspieß bis zur Bratwurst, von Fisch, Kartoffeln aus dem Ofen, frittiert als lange Spirale oder mit Rosmarin und Hanfsamen, bis zu Kracherl und Käse-Spezialitäten. Den Durst löschten die Menschen mit Quellwasser, Bier und Met.

Allzu lange Ruhe fanden die Besucherinnen und Besucher nach der Stärkung nicht. Schon eine Ecke weiter warteten Hexen und Gaukler darauf, ihre humorvollen, abergläubischen Geschichten aufzutischen. Ein Gaukler behauptete, er habe das Fabelwesen vor langer Zeit nur mit seinen Jonglierbällen im Zaum gehalten. Ob das wirklich wahr ist, weiß wohl nur der Gaukler selbst. Begleitet wurde das Ganze stets von schwungvoller Musik.

Auch Tiere waren Teil der Szenerie: Hingebungsvoll wandten sich viele Kinder den Ziegen und Pferden zu und wer sich traute, konnte sogar einen ausgewachsenen Raben auf den Arm nehmen.

Trotz des Wetters Publikumsmagnet

Organisiert wurden die Mittelaltertage von Roland Turba. In Feuchtwangen fanden sie nach Angaben des Veranstalters bereits zum zehnten Mal statt. So hat sich das Fest – trotz des durchwachsenen Wetters – auch bei der diesjährigen Auflage zu einem Publikumsmagnet gemausert und war gut besucht.

40 Feuerschalen und einige überdachte Sitzplätze boten an den drei Tagen von Freitag bis Sonntag den Gästen eine angenehme Atmosphäre.

Termin für das kommende Jahr

2024 soll es die elfte Auflage geben. Wie Veranstalter Turba erklärte, werde der Termin vom 18. bis 20. Oktober ins Auge gefasst. Fans der Veranstaltung können sich also auf neue Geschichten von Gauklern und Hexen freuen.


Von Alexander Schäffer
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