Bei Terra X und auf TikTok: Erfolgsjahr fürs Kriminalmuseum | FLZ.de

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Veröffentlicht am 11.12.2023 11:19

Bei Terra X und auf TikTok: Erfolgsjahr fürs Kriminalmuseum

Mirko Drotschmann im Bäckertaufen-Käfig. (Foto: Markus Hirte)
Mirko Drotschmann im Bäckertaufen-Käfig. (Foto: Markus Hirte)
Mirko Drotschmann im Bäckertaufen-Käfig. (Foto: Markus Hirte)

Die Fassade ist neu, der Erfolg der alte: Das Kriminalmuseum befindet sich auf Rekordkurs. Es wird wohl bis Ende Dezember die Marke von insgesamt 125.000 Besuchenden knacken.

Dazu erklärt Museumsleiter Dr. Markus Hirte, dass Stand 8. Dezember das Museum in diesem Jahr bereits „vom 1. Januar gezählt knapp 116.000 Gäste“ gehabt hat. Damit liege das Haus „gute 10.000 Gäste“ über dem entsprechenden Zeitraum des „besten Vor-Corona-Jahres“, so Hirte. Er denkt, dass die Marke 125.000 bis Ende des Jahres noch gut geschafft werden sollte.

Auch andere Zahlen machen ihn sehr zufrieden. Zum Beispiel das Interesse an der im Mai eröffneten Sonderausstellung „Schatz und Schatzsuche in Recht und Geschichte“. Hier kommt das Museum bereits auf 91.000 Gäste für 2023 (Stand 8. Dezember).

Ausländische Gäste haben sonst immer einen Anteil von etwa 50 Prozent ausgemacht, jetzt sind es Hirte zufolge etwa 35 Prozent. Dies sei aber mehr als wettgemacht worden durch deutsche Gäste – speziell Familien und Schulklassen kommen. Das Museum habe sich auch verstärkt auf den deutschen Markt konzentriert, weil das Ausland sehr volatil sei. Mit den Besuchszahlen ist er „total glücklich“ und hofft, „dass es so weitergeht“.

Daumenschrauben für Drotschmann von Terra X

Und auch im Internet ist das Kriminalmuseum stark vertreten. Fast 440.000 Klicks gibt es bislang auf ein Video von „MrWissen2Go“ von TerraX History mit Mirko Drotschmann, mehr als 10.000 Schauenden gefällt der Clip. Was zu sehen ist? Hirte gemeinsam mit Drotschmann im Kriminalmuseum zum Thema „Wie folterte man im Mittelalter und der Frühen Neuzeit?“.

Ein Tag lang wurde von früh bis spät gedreht. In einer Szene wendet Hirte bei Drotschmann sogar (testweise ganz leicht) Daumenschrauben an, um zu zeigen, wie früher gefoltert wurde. Er informiert in dem Video: Ungefähr drei Viertel der Frauen haben die Folter überstanden, bei den Männern war es nur ein Viertel.

Dreharbeiten sind keine Seltenheit im Museum, Terra X war zum Beispiel noch ein zweites Mal da. Zu sehen sein wird das Ergebnis im Frühjahr, mehr darf Hirte noch nicht verraten. Und die Klickzahlen für die Beiträge des Hauses auf der sozialen Plattform TikTok sind „mittlerweile auch schon mal sechsstellig“.

KI soll ins Kriminalmuseum Rothenburg einziehen

Doch auch direkt vor Ort sind die Museumsverantwortlichen aktiv: Die Außenfassade in Richtung Scheune und Burggasse hat einen neuen Anstrich bekommen. Das Museum hat die Kosten von über 200.000 Euro „ohne Kreditaufnahme und aus Haushaltsmitteln“ stemmen und das Projekt „in kurzer Zeit und bis Oktober 2023“ abschließen können – „dank des engagierten Teams im Museum und der tollen Handwerker“, wie Hirte betont. Große Aufgaben wie die Fassade auf der Tauberseite des Museums stehen dann in den kommenden Jahren an.

Auch Künstliche Intelligenz (KI) ist Thema im Museum. So wurde die Schatzausstellung zum Beispiel nur einsprachig kuratiert, weil man das mit dem Translate-Programm einer Suchmaschine abfotografieren könne. Dann werde direkt auf dem Smartphone übersetzt. Hirte denkt, dass die Sprachbarrieren in den kommenden Jahren durch die KI abnehmen werden. Grundsätzlich hat das Museum laut ihm schon in den vergangenen Jahren seine Ausrichtung weg vom „Regionalinteresse“ hin zu dem bewegt, was das Markenzeichen des Hauses sei: „Europas größtes Rechtskundemuseum.“ Diese Karte soll weiter und intensiver gespielt werden.

Viel zu tun gibt es im Museum immer; Hirte schätzt, dass er „Minimum 60 Stunden“ in der Woche arbeitet. Er hat nach wie vor Spaß, betont er. „Wir sind auch sehr glücklich hier in der Stadt.“

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