Bahnhof Heilsbronn: Weniger Fahrradstellplätze als geplant | FLZ.de

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Veröffentlicht am 05.04.2023 09:14

Bahnhof Heilsbronn: Weniger Fahrradstellplätze als geplant

Die Verwaltung und der Stadtrat sind sich einig: Am Heilsbronner Bahnhof müssen dringend zusätzliche Möglichkeiten geschaffen werden, dass Reisende oder Pendler ihr Fahrrad sicher abstellen können. (Foto: Jim Albright)
Die Verwaltung und der Stadtrat sind sich einig: Am Heilsbronner Bahnhof müssen dringend zusätzliche Möglichkeiten geschaffen werden, dass Reisende oder Pendler ihr Fahrrad sicher abstellen können. (Foto: Jim Albright)
Die Verwaltung und der Stadtrat sind sich einig: Am Heilsbronner Bahnhof müssen dringend zusätzliche Möglichkeiten geschaffen werden, dass Reisende oder Pendler ihr Fahrrad sicher abstellen können. (Foto: Jim Albright)

„Was lange währt, wird endlich gut“: Dass diese Redewendung nicht immer gilt, hat die Stadt Heilsbronn am eigenen Leib erfahren. Statt 264 zusätzliche Fahrradabstellanlagen können am Bahnhof nur noch 171 gebaut werden. Das Gebaren der Deutschen Bahn bei diesem Vorhaben sorgt für Kopfschütteln bei Verwaltung und Stadtrat.

Seit 2020 beschäftigen sich die Verantwortlichen in Heilsbronn damit, bahneigene Fläche anzumieten, um am Bahnhof zusätzlich 264 Fahrradabstellanlagen zu errichten. Dass diese dringend benötigt werden, darüber besteht in der Verwaltung und in den Reihen des Stadtrates kein Zweifel. Also wurde eine Flächenprüfung abgeschlossen und ein Gestattungsentwurf ausgearbeitet.

Der Entwurf liegt der Verwaltung seit August 2021 vor. Einen Beschluss gab es bislang aber nicht. Der Grund: Es war unklar, ob auf den Flächen Altlasten vorhanden sind. Folglich hat die Verwaltung bei der Deutschen Bahn angefragt, ob entsprechende Kenntnisse vorliegen oder ob es der Stadt erlaubt wird, eigene Untersuchungen vorzunehmen, wie Geschäftsleiter Ralf Wittmann informierte.

Gibt es Altlasten in den Flächen?

Eine Reaktion der Deutschen Bahn blieb aus. Stattdessen informierte das Unternehmen die Stadt Ende 2022 darüber, dass eine neue Flächenprüfung nötig ist. Als Grund führte die Bahn an, dass Heilsbronn den Vertrag nicht unterzeichnet hat. Das Ergebnis liegt bereits vor. Statt 264 Abstellanlagen können nur noch 171 gebaut werden.

Hinzu kommt, dass die Kosten deutlich gestiegen sind. Nur die Lieferkosten für die Fahrradüberdachungen und Ständer belaufen sich jetzt auf rund 367.721 Euro. Im Jahr 2021 lagen die Kosten noch bei etwa 298.516 Euro, obwohl mehr Stellplätze gebaut worden wären.

Offen ist weiterhin die Frage nach den Altlasten. Dies wird vermutlich so bleiben, bis die Stadt tatsächlich mit dem Bau der Anlagen beginnt, wie es vonseiten der Verwaltung hieß. Es wird also das Risiko eingegangen, auf belasteten Flächen bauen zu wollen.

„Ich finde es bedauerlich, dass wir 2021 nicht unterschrieben haben“, machte Thomas Franck (Grüne) deutlich. Ähnlich äußerte sich Sebastian Buhl (Freie Wähler). „Je länger wir warten, desto teurer wird es“, hielt er fest. „Die Bahn wird sich nicht nach Heilsbronn richten.“ Mit Blick auf die möglichen Altlasten sagte Manfred Huber (CSU), dass er es nicht einsieht, für etwas zu haften, das man nicht verursacht habe. „Das ist ein Unding.“ Immerhin gehe es um Steuergelder, also um das Geld der Bürger.

Gegen fünf Stimmen beschloss der Stadtrat schließlich, der Flächenprüfung zuzustimmen. Bei den Gegenstimmen war auch Bürgermeister Dr. Jürgen Pfeiffer (CSU) dabei. Nicht etwa, weil er etwas gegen die Abstellanlagen hat. Aber: „Jeder, der ein Grundstück verkauft, steht in der Altlasten-Haftung, nur die ehemaligen Staatsbehörden nicht.“ Und weiter: „Diese Sonderstellung stinkt zum Himmel.“


Florian Schwab
Florian Schwab
Redakteur
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