Seit Wochen wird spekuliert, wie viele ICEs und Intercity-Züge ab Dezember noch in Ansbach und Steinach halten. Jetzt hat die Bahn das Geheimnis gelüftet – zumindest ein bisschen.
Während sich die Bahn in ihren Pressemitteilungen für Verbesserungen im Verkehr zwischen den Metropolen feiert, verschlechtert sich das Angebot in Westmittelfranken.
So entfallen die IC-Züge in Nord-Süd-Richtung zwischen Hamburg und München und weiter in die Alpen, die bisher in Steinach und Ansbach stoppen. Diese Züge waren zwar schon Jahrzehnte alt, aber bei Reisenden gefragt, die auf dem Weg in den Bergurlaub nicht umsteigen wollten. Somit verliert Steinach bei Rothenburg wohl seinen einzigen Fernverkehrshalt. Touristen, die nach Rothenburg zum Beispiel zum Reiterlesmarkt wollen und mit der Bahn anreisen, müssen nun ab 15. Dezember mindestens zweimal umsteigen – die meisten vermutlich in Würzburg und Steinach.
In Ost-West-Richtung kappt die Bahn die meisten Intercity-Züge, die aus Karlsruhe und Stuttgart kommen, nun schon in Nürnberg, statt sie nach Leipzig weiterfahren zu lassen. Die Nachfrage war zu schlecht. Nur zwei Zugpaare bleiben auf dieser Route. Die Folge: Es gibt für Reisende aus Ansbach nur noch diese beiden Züge als direkte Verbindungen nach Erlangen, Bamberg und weitere Städte in Oberfranken.
„Ins Werdenfelser Land nach Garmisch-Partenkirchen können am Wochenende (...) nicht mehr die bisherigen ICE aus Hamburg beziehungsweise Berlin fahren”, schreibt die Bahn in einer Pressemitteilung. Dabei dürfte es sich nach Vergleichen mit dem aktuellen Fahrplan um die ICEs Karwendel und Wetterstein handeln, die nur am Wochenende und mit Halt in Garmisch bis Innsbruck fahren. Beide halten auch in Ansbach. Auf Nachfrage erklärt die DB, die Durchbindung nach Garmisch entfalle, stattdessen würden sich die Fahrtziele ändern. Was das genau bedeutet, dürfte erst mit Erscheinen des neuen Fahrplans Mitte Oktober klar werden.
Darüber hinaus bliebe für Ansbach der ICE Hamburg-München und zurück, der einmal täglich Montag bis Freitag fährt. In Richtung Hamburg soll sich die Fahrtzeit für Reisende in einigen Fällen um etwa eine halbe Stunde verkürzen, verspricht die DB gegenüber der FLZ. Die ICE-Halte in Ansbach sollen „in etwa” gleich bleiben, erklärt die Bahn, ohne konkret zu werden.