Seinem Ärger über den Bund Naturschutz (BN) hat Roland Lenz in der jüngsten Sitzung des Merkendorfer Stadtrates Luft gemacht. Anlass waren die BN-Aussagen zur geplanten Merkendorfer Umgehung.
Die geplante B13-Ortsumfahrung hält der Bund Naturschutz in Bayern nämlich für keine sinnvolle Maßnahme. Er hatte die zweieinhalb Kilometer lange Trasse zusammen mit drei weiteren Straßenbaumaßnahmen auf deren Klimaauswirkungen untersuchen lassen.
Die CO2-Emissionen, die im Bundesverkehrswegeplan angegeben sein müssen, seien schöngerechnet. Das habe eine Studie, die der BN von Regio-Consult erstellen ließ, ergeben. Das ändert nichts daran, dass der Bund die Ostumfahrung von Merkendorf als Maßnahme mit einer hohen städtebaulichen Wirkung und einer geringen Umweltbelastung sieht. Gut 9300 Fahrzeuge rollen im Schnitt jeden Tag durch Merkendorf, gut 1000 sind schwere Lkws. 75 Prozent sind Durchgangsverkehr.
Aus verkehrlicher Sicht sei die aktuelle Situation „kein Problem“, hieß es hingegen von Regio-Consult gegenüber der FLZ. Der Hauptort liege östlich der Bundesstraße, damit gebe es keine starke „Trennwirkung“ der Bevölkerung. Diese Äußerungen waren es, die Lenz verärgerten. Er nannte die Aussagen „in höchstem Maße despektierlich“. Man dürfe die Bevölkerung „nicht in Bürger diesseits und jenseits der B13 einteilen“. Die Bewohner der Vorstadt dürften nicht herabgesetzt werden, befand Lenz. Der Stadtrat des Bürgerforums: „Der BN sollte sich einmal Gedanken darüber machen, wie er über Menschen spricht.“
Bürgermeister Stefan Bach berichtete in der Stadtratssitzung, dass die Genehmigung für den Bau der auf 5,6 Millionen Euro veranschlagten Ortsumfahrung noch immer nicht vorliege. Derzeit würden die Umweltausgleichsmaßnahmen von der Oberen Naturschutzbehörde geprüft.